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Werk von Krauss-Maffei Wegmann in München: Der deutsche Panzerbauer und sein französischer Konkurrent Nexter Systems haben fusioniert.

Werk von Krauss-Maffei Wegmann in München: Der deutsche Panzerbauer und sein französischer Konkurrent Nexter Systems haben fusioniert. © Nicolas Armer

Rüstungsindustrie

KMW und Nexter formen deutsch-französischen Rüstungsriesen

Mit einer spektakulären Fusion haben der deutsche Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und sein französischer Konkurrent Nexter Systems einen neuen Rüstungsriesen in Europa geschaffen.

Paris. KMW-Chef Frank Haun sprach nach der Unterzeichnung in Paris von einer "Allianz, die ein überfälliger Beitrag zur Konsolidierung des europäischen Rüstungssektors" sei. Nexter-Chef Philippe Burtin dankte allen staatlichen und privaten Beteiligten nach den mehr als einjährigen Verhandlungen "für dieses strategische Projekt in Europa".

Die Verträge des ehemaligen Familienunternehmens und des bisherigen Staatsbetriebs wurden am Mittwoch in Paris in Anwesenheit von Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian und des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverteidigungsministerium, Markus Grübel (CDU), unterzeichnet.

KMW ist vor allem bekannt durch den Kampfpanzer "Leopard". Nexter Systems hat den "Leclerc" gebaut. Ihre grundsätzlichen Pläne hatten die beiden Firmen bereits 2014 angekündigt.

Le Drian sprach von einem sehr wichtigen Schritt, aus dem "ein führender europäischer Rüstungsanbieter" hervorgehen solle. Das neue Unternehmen werde mit gut 6000 Beschäftigten etwa zwei Milliarden Euro umsetzen. Aufträge für neun Milliarden Euro stünden in den Büchern. Bei der Entwicklung des Projektes sei strikte Parität zwischen beiden Beteiligten vereinbart worden, sagte Le Drian. Europa müsse eine eigenständige und leistungsfähige Rüstungsindustrie haben, betonte Grübel. Besonders Frankreich und Deutschland wollten dies auch umsetzen.

Das Projekt läuft zunächst unter dem Namen "Kant" (für: KMW and Nexter together). Die Holding wird vorläufig als "Newco" firmieren.

Durch ihr Zusammengehen wollen die Unternehmen ihre Position mit Blick auf den globalen Wettbewerb bei schrumpfenden nationalen Wehrbudgets verbessern. Die Zustimmung der Kartellbehörden müssen sie noch einholen.

Die Fusion hatte Frankreichs Präsident François Hollande Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nahe gebracht. Der Zusammenschluss soll Doppelarbeit bei Forschung und Entwicklung vermeiden, Einkauf und Vermarktung bündeln und so letztlich die Kosten senken.

Sorgen, mit dem Zusammenschluss könnten die strengen deutschen Exportrichtlinien für Rüstungsgüter umgangen werden, trat die Bundesregierung entgegen. "Die strengen deutschen Exportvorschriften gelten unvermindert weiter", sagte der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Tobias Dünow, in Berlin. Es sei nicht davon auszugehen, dass eine Debatte über eine Harmonisierung der Vorschriften in Europa dazu führen werde, die restriktiven deutschen Vorgaben für Rüstungsexporte zu lockern.

Dennoch gibt es auch kritische Stimmen. Der verteidigungspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, warnte vor einer französischen Übermacht in dem neuen Unternehmen. "Die Erfahrungen der Vergangenheit - wie mit Airbus - zeigen, dass die französische Politik ihre nationalen Interessen auch bei internationalen Gemeinschaftsunternehmen massiv durchsetzt", sagte Arnold.

dpa


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