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Die Fassade der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.

Die Fassade der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. © Arne Dedert / Archiv

Banken

Investmentbanker füllen Kassen der Deutschen Bank

Die neue Deutsche-Bank-Führung treibt ihr Sparprogramm im Investmentbanking voran - auch wenn zuletzt vor allem das Kapitalmarktgeschäft die Kassen des Konzerns füllten.

Frankfurt/Main. Bis Jahresende sollen 1993 Stellen gestrichen werden, vor allem im Investmentbanking, wie die Deutsche Bank am Dienstag präzisierte.

Gleichwohl bekräftigte das seit Juni amtierende Führungsduo Anshu Jain/Jürgen Fitschen - anders als die Schweizer UBS - ihr Bekenntnis zur Universalbank vom Privatkunden- bis zum Kapitalmarktgeschäft. Die Erwartungen für den Rest des Jahres dämpfte das Management.

Im Investmentbanking müssen 814 Mitarbeiter gehen, weitere 617 Stellen fallen in mit der Sparte verbundenen Infrastrukturbereichen weg. Die übrigen 562 Arbeitsplätze werden in der angeschlagenen Vermögensverwaltung gestrichen. Betroffen sind vor allem ausländische Standorte des Konzerns mit seinen 100 474 Vollzeitkräften (Ende September). Für den Jobabbau werden in diesem Jahr Kosten von 600 Millionen Euro veranschlagt, 320 Millionen davon im dritten Quartal. Wie viele weitere Stellen gestrichen werden, ist noch offen.

Von Juli bis Ende September 2012 fuhr Deutschlands größtes Geldinstitut vor Steuern 1,1 Milliarden (Vorjahreszeitraum: 942 Millionen) Euro Gewinn ein. Allein im Investmentbanking stand ein Vorsteuergewinn von 662 (70) Millionen Euro in den Büchern. Die Deutsche Bank profitierte - wie die US-Konkurrenz - davon, dass im Spätsommer der Anleihehandel wieder anzog.

Unter dem Strich blieben der Deutschen Bank 747 (725) Millionen Euro. Ein Jahr zuvor war der Gewinn wegen der sich zuspitzenden Euro-Schuldenkrise eingebrochen. Nach neun Monaten standen unter dem Strich rund 2,8 Milliarden (4,0) Milliarden Euro. An der Börse kamen die jüngsten Zahlen gut an: Am Nachmittag lag die Deutsche Bank mit deutlichem Plus an der Spitze des Deutschen Aktienindex.

"Kurzfristig erwarten wir weiterhin ein unsicheres gesamtwirtschaftliches Umfeld und werden daher unseren vorsichtigen und risikofokussierten Ansatz beibehalten", erklärten die beiden Co-Chefs Jain und Fitschen nach dem ersten vollen Quartal unter ihrer Verantwortung. Für den Rest des Jahres werde eine "moderat positive Entwicklung" erwartet.

Im durch die Postbank gestärkten Privatkundengeschäft stellt sich der Konzern hauptsächlich außerhalb Deutschlands auf mögliche Rückschläge ein. Es bestehe "ein Risiko eines deutlichen Rückgangs des Wirtschaftswachstums und infolgedessen einer höheren Arbeitslosenquote". Das könnte "zu einer steigenden Risikovorsorge im Kreditgeschäft und einem geringeren Geschäftswachstum führen". Hinzu kommt das niedrige Zinsniveau. Im dritten Quartal verdiente die Bank in der Privatkundensparte vor Steuern 492 (310) Millionen Euro.

Zunehmend belastet wird die Bilanz von zahlreichen Rechtsstreitigkeiten. In den ersten neun Monaten legte der Konzern 750 Millionen Euro für juristische Risiken zur Seite. Vor einem Jahr beliefen sich die Rückstellungen auf 341 Millionen Euro.

Im schlimmsten Fall könnten aus den Klagen weitere 2,5 Milliarden Euro Belastungen drohen, schreibt die Bank im Quartalsbericht. Dies sei jedoch "mehr als unwahrscheinlich". Im Prozess um Milliarden-Schadenersatz für die Pleite des Kirch-Medienimperiums hatte das Oberlandesgericht München (OLG) angedeutet, dass sich die Waage zugunsten des Kirch-Lagers neigen könnte.

Zudem ermitteln US-Behörden wegen möglicher Verstöße gegen Iran-Sanktionen gegen die Deutsche Bank. Das Institut räumte in seinem Quartalsbericht erstmals öffentlich ein, von der Aufsicht Anfragen wegen früherer Dollar-Zahlungsabwicklungen für Länder erhalten zu haben, die einem US-Embargo unterlagen. Im Raum steht Medienberichten zufolge der Verdacht, dass Banken Milliarden Dollar bei Geschäften mit dem Iran, dem Sudan und anderen sanktionierten Nationen durch ihre US-Niederlassungen geschleust haben. Die Deutsche Bank betonte, sie kooperiere mit den Behörden.

dpa


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