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Imtech-Zentrale in Hamburg: Die Baufirma hatte am 6. August Insolvenz angemeldet.

Imtech-Zentrale in Hamburg: Die Baufirma hatte am 6. August Insolvenz angemeldet. © Daniel Bockwoldt/Archiv

Bau

Imtech geht an Bremer Stiftung

Zwei Monate nach der Anmeldung der Insolvenz ist für den Imtech-Konzern eine Lösung gefunden. Die meisten Arbeitsplätze bleiben erhalten, die Arbeiten am Berliner Flughafen gehen weiter.

Hamburg. Die Entscheidung über die Zukunft des insolventen Bautechnik-Konzerns Imtech ist gefallen.

Eine Tochtergesellschaft der Gustav Zech Stiftung aus Bremen werde den Geschäftsbetrieb und das wesentliche Vermögen zu einem ungenannten Kaufpreis übernehmen, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt in Hamburg mit. Der Verkauf werde nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang November vollzogen. "Wir sind froh, bereits knapp acht Wochen nach dem Insolvenzantrag den intensiven und anspruchsvollen Verkaufsprozess weitgehend abgeschlossen zu haben", sagte Borchardt.

Zech habe von zuletzt fünf ernsthaften Interessenten das ganzheitlichste und wirtschaftlich lukrativste Angebot abgegeben und werde den Großteil der Arbeitnehmer übernehmen. Zusammen mit mehreren bereits verkauften Tochtergesellschaften und Geschäftsbereichen blieben 3000 von zuletzt 3600 Arbeitsplätzen erhalten. Rund 400 Beschäftigte hatten den Konzern zuvor bereits freiwillig verlassen. Unter dem Strich beschäftigen die Imtech-Gesellschaften damit nach der Insolvenz rund 1000 Arbeitnehmer weniger als zuvor. Neben einigen kleineren Bereichen ist noch der Verkauf der Imtech Brandschutz offen, doch seien hier bald positive Nachrichten zu erwarten, heißt es in der Mitteilung.

Für den Bau des Berliner Flughafens BER seien keine weiteren Verzögerungen zu erwarten. Die Imtech-Insolvenz hatte vor allem auch deshalb große öffentliche Aufmerksamkeit gefunden, weil der Bauausrüster wesentliche Leistungen für den unfertigen Flughafen zu erbringen hat und zeitweise nicht mit voller Kraft arbeiten konnte, was zu Verzögerungen führte.

Imtech hatte am 6. August Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen war durch Missmanagement schon 2012 in Turbulenzen geraten und wird mit Korruption, überhöhten Forderungen, unerlaubten Absprachen und undurchsichtigen Transaktionen in Verbindung gebracht. Verschiedene Staatsanwaltschaften ermitteln gegen Imtech. Auch die niederländische Muttergesellschaft Royal Imtech ist insolvent und teilweise bereits verkauft. Ihr gegenüber machte die deutsche Tochter Forderungen in Höhe von 21 Millionen Euro geltend. Der Imtech-Umsatz in Deutschland und Osteuropa betrug zuletzt 860 Millionen Euro, der Verlust (Ebitda) 126 Millionen Euro.

Die rund 500 von einst 950 Baustellen, auf denen Imtech arbeitet, würden ab der Eröffnung des Insolvenzverfahrens von dem Investor weitergeführt, heißt es in der Mitteilung des vorläufigen Insolvenzverwalters. Das gelte auch für mehr als 4000 Wartungs- und Serviceaufträge.

Die Zech Group in Bremen ist ein Familienunternehmen im Besitz von Kurt Zech mit weltweit rund 6000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 1,4 Milliarden Euro. Imtech wird jedoch nicht an die Gruppe verkauft, sondern an eine Tochtergesellschaft der Gustav Zech Stiftung, die rechtlich nicht mit dem Zech-Konzern verbunden ist. Dabei handele es sich um eine Familienstiftung. Warum diese Konstruktion gewählt wurde und ob Imtech unter dem alten Namen am Markt bleiben wird, konnten Sprecher der Beteiligten am Mittwoch nicht sagen. Der Kauf werde erst im November endgültig vollzogen; dann werde es auch weitere Informationen geben, erklärte ein Zech-Sprecher.

dpa


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