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Weihnachsteinkäufe in der Leipziger Innenstadt: Laut einer Umfrage erwarten 40 Prozent der Händler dieses Jahr Umsatzzuwächse.

Weihnachsteinkäufe in der Leipziger Innenstadt: Laut einer Umfrage erwarten 40 Prozent der Händler dieses Jahr Umsatzzuwächse.© Hendrik Schmidt

Handel

Handel hofft auf starken Weihnachtsmann

Der deutsche Einzelhandel glaubt an den Weihnachtsmann und das Christkind. Trotz europäischer Schuldenkrise und steigender Energiekosten herrscht in der Branche Optimismus für das Weihnachtsgeschäft.

Stuttgart. Dieses Bild ergibt eine Konjunkturumfrage der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Neun von zehn Händler erwarten demnach stabile oder steigende Weihnachtsumsätze. Allerdings bleiben erhebliche Risiken für den Handel, zu denen auch das Wetter zählt. So können für die Modehändler die niedrigen Temperaturen nicht früh genug kommen. Immer mehr Geschenke werden zudem im Internet gekauft.

"Viele deutsche Einzelhändler haben ihre Hausaufgaben gemacht und Strukturen und Sortiment gut an die veränderten Kundenbedürfnisse angepasst. Diese Unternehmen können dank niedriger Arbeitslosigkeit und gestiegener Einkommen nach wie vor von einem günstigen Konsumklima profitieren", erklärte Handelsexperte Thomas Harms von Ernst & Young. Andere Firmen, die nicht schnell genug reagierten, drohten den Anschluss zu verlieren. Angesichts des stark wachsenden Internethandels trenne sich in der Branche die Spreu vom Weizen.

Schuldenkrise und Konjunkturabkühlung sind laut Ernst & Young zwar noch nicht im deutschen Handel angekommen. Die Stimmung hat sich aber bereits eingetrübt. Aktuell bewerteten 84 Prozent der 140 befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut oder eher gut und 16 Prozent als schlecht. Damit hat sich der Anteil der Unzufriedenen binnen eines halben Jahres verdoppelt und binnen eines Jahres vervierfacht. Eine Verschlechterung der Konsumlaune befürchten in der Umfrage 24 Prozent der Händler, 27 Prozent erwarten hingegen eine Verbesserung.

Von einem Stimmungsabschwung hatte der Branchenverband HDE schon vor einigen Wochen berichtet. Erstmals seit mehr als zwei Jahren überwiege wieder der Anteil der Händler mit einer schlechten Lagebewertung gegenüber denen mit einer guten, teilte der HDE auf Basis einer eigenen Umfrage mit. Die Stimmung in der mehr als 3 Millionen Mitarbeiter zählenden Branche ist damit so schlecht wie seit langem nicht mehr. Vor allem kräftig steigende Energiekosten überschatten im Einzelhandel die Freude auf das Weihnachtsgeschäft.

Wegen vieler Risiken hob HDE-Präsident Josef Sanktjohanser die Prognose von nominal 1,5 Prozent Umsatzplus im Gesamtjahr 2012 nicht an, obwohl es bis Ende Juni 2,6 Prozent mehr waren. "Die Stimmung bei den Händlern hat sich abgekühlt. Aber wenn das Weihnachtsgeschäft ähnlich wird wie im vergangenen Jahr, sind wir auf jeden Fall auf der sicheren Seite mit unserer Prognose", hatte er der "Welt" im September gesagt. "Ich habe ja nicht ausgeschlossen, dass wir sie vielleicht doch noch übertreffen könnten. Aber warten wir erst mal ab."

Die Marktforscher der GfK hatten im September von einem stabilen Konsumklima berichtet und ihre Prognose vom Jahresanfang bestätigt, wonach der private Konsum in diesem Jahr real um etwa ein Prozent steigen wird. Das Sparen sei angesichts geringer Zinsen für viele Verbraucher keine Alternative mehr, stellten die Marktforscher seit längerem fest. Die nächste GfK-Studie erscheint in den kommenden Tagen. Die Bundesbank sieht den privaten Verbrauch auch in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht als eine Konjunkturstütze.

"Derzeit spricht viel dafür, dass die Krise in den kommenden Monaten auch in Deutschland immer deutlicher spürbar wird", meint Berater Harms. Auf Sonderprämien, die 2011 Großunternehmen angesichts der guten Geschäftslage an ihre Mitarbeiter auszahlten, dürften die meisten Beschäftigten in diesem Jahr vergeblich warten. Wenn die Konjunktur Dellen bekomme, würden viele Verbraucher den Gürtel enger schnallen. Tendenziell griffen Kunden dann zu günstigeren Produkten. Aber auch in der Krise seien Luxusartikel wie edel Uhren gefragt.

dpa


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