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2016 wird wieder mit einem geringen Wachstum gerechnet.

2016 wird wieder mit einem geringen Wachstum gerechnet. © Christian Charisius/Archiv/Symbolbild

Schifffahrt

Hafenumschlag in Deutschland stagniert

Die deutschen Seehäfen legen in diesem Jahr eine Wachstumspause ein. Mittelfristig beurteilen sie ihre Aussichten aber als gut - wenn denn die staatliche Infrastruktur entsprechend in Schuss gehalten wird.

Hamburg. Die deutschen Häfen an der Nord- und Ostsee erwarten bessere Bedingungen im Wettbewerb, wenn die Verkehrswege wie geplant erneuert und ausgebaut werden.

"Die Infrastruktur altert schnell und ist oft überlastet", sagte Klaus-Dieter Peters, Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), am Mittwoch in Hamburg. "Das sieht inzwischen auch die Bundesregierung so."

Er begrüßte, dass die Regierung die Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur hochfahren wolle - zum Beispiel durch ein Sofortprogramm über 350 Millionen Euro, um Engpässe im Eisenbahnverkehr zu beseitigen. Nun müssten die Projekte auch zur Baureife gebracht und die verfügbaren Mittel abgerufen werden.

In diesem Jahr werden die deutschen Seehäfen ungefähr gleich viele Güter umschlagen wie 2014. Im vergangenen Jahr waren es rund 304 Millionen Tonnen. Im ersten Halbjahr sei der Umschlag geringfügig um 0,1 Prozent zurückgegangen, berichtete Peters. Die Stagnation sei auf die derzeit schwierigen Rahmenbedingungen zurückzuführen, besonders auf das rückläufige Wachstum in China und die Rezession in Russland.

2016 sei dann wieder mit einem Plus im niedrigen einstelligen Prozentbereich zu rechnen. Die Hafenwirtschaft sehe sich trotz neuer Konkurrenten wie dem polnischen Ostseehafen Danzig für den Wettbewerb gerüstet, sagte Peters, der im Hauptberuf den Hamburger Hafenkonzern HHLA leitet: "Wir haben gute Wachstumschancen, die nun konsequent ergriffen werden müssen."

Die Stärkung des Wirtschafts- und Logistikstandortes Deutschland durch den Ausbau der Infrastruktur sei der richtige Weg, von dem das ganze Land profitiere. Der ZDS-Präsident lobte, dass die Regierung weiter innovative Hafentechnologien fördern will. Die digitale Entwicklung werde auch logistische Prozesse völlig verändern.

An den deutschen Küsten gibt es 16 größere Seehäfen sowie einige kleinere Häfen sowie Binnenhäfen, die auch Seegüter umschlagen. Der größte Teil des Umschlags entfällt auf die Containerhäfen Hamburg und Bremen/Bremerhaven sowie Wilhelmshaven, wo vor allem Rohöl eingeführt wird. Auf die drei Häfen entfällt über die Hälfte des Güterumschlags.

An der Ostseeküste sind Rostock und Lübeck die wesentlichen Häfen für den Güterumschlag und auch für Personen- und Lkw-Transporte. Bei den Passagieren werden sie vom Hafen Puttgarden (Vogelfluglinie) übertroffen, über den mehr als die Hälfte aller Fahrgäste reisen.

dpa


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