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In der Geschichte der HSH Nordbank wird das letzte Kapitel aufgeschlagen. Bis zum Februar 2018 muss das Institut verkauft sein.

In der Geschichte der HSH Nordbank wird das letzte Kapitel aufgeschlagen. Bis zum Februar 2018 muss das Institut verkauft sein. © Daniel Bockwold/Archiv

Banken

HSH Nordbank vor Verkaufsprozess zuversichtlich

Bis zum übernächsten Jahr muss die HSH Nordbank verkauft sein. Der neue Mann an der Spitze ist zuversichtlich, dass der Verkauf gelingt. Sicher ist das aber keineswegs.

Hamburg/Kiel. Bei der HSH Nordbank sind die Vorbereitungen für den Verkauf angelaufen, den die EU dem Institut verordnet hat.

Am Anfang stehen umfangreiche Umbauarbeiten an der Bilanzstruktur, um die Ertragslage der Bank überhaupt erst einmal transparent darstellen zu können und das Institut so verkaufsfähig zu machen.

"Die Wertschöpfungsstruktur wird sichtbar und die Kernbank steht absolut zukunftsfähig da", sagte der neue Vorstandschef Stefan Ermisch am Donnerstag in Hamburg.

Die EU-Kommission hatte in diesem Jahr endgültig eine Erhöhung der Ländergarantien für die HSH Nordbank auf zehn Milliarden Euro genehmigt, im Gegenzug aber den Verkauf des Instituts bis 2018 durchgesetzt. Die Länder dürfen für eine Übergangszeit von vier Jahren noch maximal 25 Prozent behalten.

Die Bank leidet unter den schwachen Schifffahrtsmärkten und weiteren Altlasten aus der Vergangenheit. In einem ersten Schritt überträgt sie zum Ende dieses Monats faule Schiffskredite in Höhe von fünf Milliarden Euro an eine Zweckgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein und ist damit etwas entlastet. "Wir sind dann nicht mehr der größte Schiffsfinanzierer der Welt", sagte Ermisch. Die Bremer Landesbank, die mehrheitlich zur NordLB gehört, geriet wegen ihrer Schiffskredite jüngst in Schieflage.

In einem zweiten Schritt will die HSH weitere Kredite in Höhe von 3,2 Milliarden Euro über den freien Markt verkaufen, die jedoch überwiegend keine Schiffskredite sind. Bei der Bank bleiben nach den Verkaufsprozessen noch Schiffskredite von 17,8 Milliarden Euro, von denen fünf Milliarden Euro als notleidend einzustufen sind.

Die Schifffahrt steckt seit acht Jahren in einer tiefen Krise, so dass vielen Reedern finanziell die Puste ausgegangen ist und sie Zins und Tilgung für ihre Schiffe nicht mehr leisten können. Die HSH Nordbank hat noch 1600 Schiffe in ihrem Kreditportfolio; früher waren es 3300.

Im Jahr 2018 soll der Käufer der HSH zwei ganz unterschiedliche Banken übernehmen: Die Kernbank mit einer Bilanzsumme von rund 68 Milliarden Euro und eine Ergebnispotenzial von 200 bis 300 Millionen Euro. Diese Bank vergibt Kredite in den Bereichen Immobilien, Infrastruktur und auch Schifffahrt, wobei das der kleinste Bereich werden soll. Daneben würde ein potenzieller Investor die Abbaubank mit einer Bilanzsumme von 14 Milliarden Euro übernehmen, in der die Altlasten gebündelt sind, allerdings nur noch wenig aus der Schifffahrt.

Dieser Teil der Bank würde rund 200 Millionen Euro Verlust erwirtschaften. "Wir versuchen, die Abbaubank noch kleiner zu machen, aber dem sind Grenzen gesetzt", sagte Ermisch. Die Risiken seien jedoch durch die Garantie der Länder weitgehend abgedeckt.

Die heiße Phase für den Verkauf beginnt im kommenden Jahr, wenn eine transparente Bilanz für 2016 vorliegt. In den Vorjahren hatte die Garantie der Länder mit ihren komplexen Brutto- und Nettoeffekten und hohen Zahlungsverpflichtungen für die Bank das Ergebnis regelmäßig verzerrt.

Ermisch betrachtet den Verkauf der Bank trotz seines optimistischen Grundtons als Herausforderung. "Wir sehen schon, dass der deutsche Bankenmarkt in einer besonderen Verfassung ist", sagte er. Deutsche Institute gelten im internationalen Vergleich als sehr margenschwach. Sollte der Verkauf nicht gelingen, müsste die HSH Nordbank abgewickelt werden.

Für das vergangene Jahr weist die HSH Nordbank einen Gewinn von 450 Millionen Euro vor Steuern aus, nach 278 Millionen Euro im Jahr zuvor. Auch diese Gewinnzahl ist jedoch von verschiedenen Sondereffekten geprägt. So konnte die Bank Rückstellungen für Prämienzahlungen an die Länder auflösen, die sie nach der EU-Entscheidung nicht mehr leisten muss. Die Bank habe sichtbare Fortschritte auf dem Weg zu mehr Stabilität und nachhaltiger Profitabilität gemacht, heißt es in einer Mitteilung.

dpa


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