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Außenansicht des Verlagshauses von Gruner + Jahr in Hamburg. Das Unternehmen beschäftigt rund 2400 Mitarbeiter im Inland.

Außenansicht des Verlagshauses von Gruner + Jahr in Hamburg. Das Unternehmen beschäftigt rund 2400 Mitarbeiter im Inland. © Christian Charisius

Medien

Gruner + Jahr auf Sparkurs - 400 Stellen fallen weg

Das Medienhaus Gruner + Jahr, das Zeitschriften wie "Stern", "Brigitte" und "Geo" herausgibt, streicht in den kommenden drei Jahren rund 400 Arbeitsplätze in Deutschland.

Hamburg. Angesichts rückläufiger Marktentwicklungen im Printgeschäft sollen in diesem Zeitraum 75 Millionen Euro eingespart werden, teilte der Verlag am Mittwoch in Hamburg mit. "Die Einsparungen sollen durch eine signifikante Reduzierung der Sach- und Personalkosten erreicht werden und betreffen alle Bereiche von Gruner + Jahr Deutschland." Im Inland sind rund 2400 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Stellenabbau soll sozialverträglich und schrittweise auch unter Nutzung von Fluktuation und Altersteilzeit-Regelungen umgesetzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen wurden nicht ausgeschlossen. Erste konkrete Maßnahmen soll es im Herbst geben.

Der Verlag steckt derzeit in einem Strukturwandel vom klassischen Zeitschriftenverlag hin zu einem digitalen Haus der Inhalte. Sowohl im Vertriebs- als auch im Anzeigenmarkt entwickele sich G+J bei vielen Titeln besser als der Markt, berichtete Vorstandschefin Julia Jäkel.

"Trotzdem müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass sich die Marktbedingungen grundlegend verändert haben." Geschäftszahlen zum Jahresverlauf 2014 wurden nicht veröffentlicht. Am Freitag (29.8.) legt G+J-Mehrheitseigner Bertelsmann (Anteil 74,9 Prozent) in Gütersloh die Halbjahreszahlen vor. Die übrigen Anteile von 25,1 Prozent hält die Hamburger Verlegerfamilie Jahr.

Ein Jahr nach Start der Umstrukturierung sei das Unternehmen im Plan, teilte Jäkel mit. Zu den weiteren Vorhaben - wie neue Magazine zu lancieren und das Digital-Geschäft deutlich auszubauen - gehört nach ihren Worten auch eine "effiziente Aufstellung". Jäkel hatte 2013 die Wende geschafft: Nach einem Verlustjahr gab es wieder einen Gewinn von 81 Millionen Euro. Das operative Ergebnis war jedoch rückläufig, ebenso der Umsatz mit 2,07 Milliarden Euro (2012: 2,2 Mrd. Euro).

Damals war ein Investitionsbudget für fünf Jahre über mehrere hundert Millionen Euro angekündigt worden. Davon flossen bereits Mittel in weitere Magazine wie "Chefkoch Magazin" und "Flow" sowie in digitale Geschäfte. Neue Internetauftritte zum Planen von Wohneinrichtungen und Kindergeburtstagen kamen hinzu, ebenso Technologie- und Marketing- Dienstleister. Der US-Druckbetrieb Brown Printing wurde 2014 verkauft, ebenso der Fachverlag Entertainment Media.

Mittlerweile erziele Gruner + Jahr mehr als 30 Prozent seiner Printumsätze mit Magazinen und Sonderheften, die es vor zehn Jahren noch nicht gegeben habe, berichtete Vorstandsmitglied Oliver Radtke (Operations). "Wenn wir in einem rückläufigen Printmarkt besser abschneiden wollen als unsere Konkurrenz, müssen wir innovativer und kreativer sein als alle Wettbewerber." Ziel sei es, Marktanteile zu gewinnen. Dazu soll es weiterhin strategisch passende Zukäufe geben. "Wir müssen uns auf die wirtschaftlich stärksten Felder mit der größten Zukunftsperspektive fokussieren und klare Prioritäten setzen", sagte Radtke zu dem Einschnitt für die Mitarbeiter.

Nicht einbezogen in das Sparprogramm sind die Mehrheitsbeteiligungen von Gruner + Jahr: die Motor Presse Stuttgart sowie das Dresdner Druck- und Verlagshaus ("Sächsische Zeitung"). Im Ausland sind "länderspezifische Effizienzmaßnahmen" eingeleitet worden, die nach Unternehmensangaben unverändert weiterlaufen. Der Umsatzanteil des Auslandsgeschäfts beträgt rund 55 Prozent. Weltweit beschäftigt G+J mehr als 10 000 Mitarbeiter.

dpa


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