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Der französische Carsharing-Anbieter Drivy, bei dem Privatleute ihre Fahrzeuge vermieten können, baut sein Geschäft in Deutschland aus.

Der französische Carsharing-Anbieter Drivy, bei dem Privatleute ihre Fahrzeuge vermieten können, baut sein Geschäft in Deutschland aus. © Daniel Reinhardt/Archiv

Auto

Große Übernahme bei privatem Carsharing in Deutschland

Bei Carsharing denkt man eher an die Flotten gleich aussehender Smarts oder Minis in den Innenstädten. Die französische Firma Drivy sieht jedoch Geschäfts-Potenzial in der Vermietung privater Autos - und prescht in Deutschland mit einem Zukauf vor.

Berlin. Der französische Carsharing-Anbieter Drivy, bei dem Privatleute ihre Fahrzeuge vermieten können, baut sein Geschäft in Deutschland mit einer Übernahme aus. Drivy schluckt den großen Konkurrenten Autonetzer, der rund 10 000 Fahrzeuge im Angebot und 75 000 registrierte Nutzer hat. Drivy hatte fünf Monate nach dem Deutschland-Start rund 1300 Fahrzeuge für den Service gewonnen.

In Deutschland gibt es noch weitere Anbieter für privates Carsharing wie etwa Tamyca. Mehr Sichtbarkeit haben allerdings Flotten-Angebote wie etwa DriveNow von BMW, car2go von Daimler oder Flinkster von der Deutschen Bahn.

Drivy hat in Frankreich 27 000 mietbare Fahrzeuge von Privatleuten im Angebot und rund 500 000 registrierte Nutzer. Jeden Tag kämen rund 100 Autos hinzu, sagt Gründer und Chef Paulin Dementhon. Das 2010 gegründete Unternehmen arbeitet an der internationalen Expansion und sicherte sich von Investoren eine Finanzierung von 16 Millionen Euro. Autonetzer-Gründer Sebastian Ballweg sieht daher Chancen auf ein Wachstumstempo, das für seine Firma im Alleingang nicht möglich gewesen wäre.

Drivy sehe sich eher als Konkurrent für klassische Autovermieter denn für die neuen innerstädtischen Carsharing-Angebote, sagte Dementhon. "Bei denen beträgt die übliche Nutzungsdauer vielleicht 30 Minuten - und bei uns drei Tage." Der populärste Fahrzeugtyp bei Autonetzer seien Transporter, die etwa für kleinere Umzüge gebucht werden, sagte Ballweg.

Drivy sichert die Fahrzeuge über die Allianz-Versicherung ab. Fahrzeughalter und ihre Kunden können sich gegenseitig bewerten, was für Transparenz sorgen soll. Da in Deutschland die kommerzielle Nutzung einer solchen Plattform durch Privatleute untersagt ist, werden aktuell höchstens zwei Fahrzeuge pro Vermieter akzeptiert. In Frankreich griffen dagegen bereits auch Mietwagenfirmen und etwa Autowerkstätten mit Ersatzfahrzeugen auf Drivy zurück, sagte Dementhon. "Manche Leute kaufen Autos bereits extra, um sie bei uns zu vermieten."

dpa


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