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Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender von VW, präsentiert in Detroit (Michigan) die Studie VW CrossBlue.

Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender von VW, präsentiert in Detroit (Michigan) die Studie VW CrossBlue. © Uli Deck

Auto

Go West: US-Verkäufe halten deutsche Autobauer auf Kurs

Angesichts der Krise in der Heimat suchen die deutschen Autobauer ihr Glück in den USA. Auch in diesem Jahr wollen sie mit deutlichen Zuwächsen auf dem boomenden Markt das schwächelnde Europageschäft ausgleichen.

Detroit. Mit knapp 9 Prozent Marktanteil haben die deutschen Hersteller in den USA noch reichlich Luft nach oben. Matthias Wissmann, Präsident des Branchenverbands VDA, gab sich am Montag zum Auftakt der Automesse in Detroit zuversichtlich: "Wir werden alles daran setzen, um auch in diesem Jahr unseren Marktanteil zu steigern."

Die Chancen stünden nach der schweren Branchenkrise vor vier Jahren gut: "Die Faszination Auto ist in den USA wieder quicklebendig", sagte Wissmann. Entsprechend prominent präsentieren sich Volkswagen, Daimler oder BMW auf der Automesse in Detroit. Doch trotz der Rekorde im vergangenen Jahr und der weiter guten Aussichten in den USA für 2013 halten sich die Autobauer mit Kampfansagen zurück. Selbst Volkswagen mit konzernweit erstmals mehr als 9 Millionen verkauften Autos im Rücken traut sich vorerst keine neuen Rekordprognosen zu.

"Vor uns liegen große Herausforderungen", sagte Konzernchef Martin Winterkorn. Audi-Chef Rupert Stadler meinte, man könne "halt einfach noch nicht so richtig genau abschätzen, wo wirklich die Reise hingeht." Die VW-Tochter macht den Löwenanteil ihres Geschäfts immer noch in Europa - der Markt dort aber schwächelt.

Daimler tritt nach dem "Übergangsjahr" 2012 mit Gewinnwarnung, Sparprogramm und wachsendem Abstand zur Konkurrenz auf die Bremse. Die Aufholjagd im Rennen mit Audi und BMW legt Konzernchef Dieter Zetsche auch 2013 zunächst auf Eis: "Wir haben gesagt, dass wir spätestens 2020 vor unserem Wettbewerb sein wollen. Wir haben nicht gesagt, dass wir 2013 schon dort sein werden." Zunächst habe man nicht von zwei Übergangsjahren gesprochen: "Jetzt machen wir das."

Alleine BMW wagte sich etwas aus der Deckung. Die Münchner wollen bei den Auslieferungen 2013 im einstelligen Prozentbereich zulegen, wie Vertriebsvorstand Ian Robertson sagte.

Kräftigen Rückenwind aus einer ganz anderen Richtung erwartet Porsche-Chef Matthias Müller. Nach dem endgültigen Zusammengehen mit Volkswagen hält er spürbar höhere Einspareffekte für wahrscheinlich als zunächst angepeilt: "Heute muss man sagen, dass diese 700 Millionen vielleicht eher sogar konservativ waren. Ich glaube, das könnte sogar bis zu einer Milliarde werden", sagte der Porsche-Manager der dpa.

Dass 2012 für die deutschen Hersteller trotz der Marktschwäche in Europa ein erfolgreiches Autojahr war, zeigen die annähernd 9,1 Millionen ausgelieferten Autos beim VW-Konzern - ein Plus von 11 Prozent. Den großen US-Rivalen General Motors mit 9,3 Millionen verkauften Autos haben die Wolfsburger aber noch nicht überholt. Größter Hersteller nach Absatzzahlen wird mit rund 9,7 Millionen Wagen Toyota sein. VW will spätestens 2018 die Spitze übernehmen.

Während die VW-Verkäufe in Europa stagnierten, legten sie in den USA um satte 34 Prozent zu. Mit mehr als 596 000 verkauften Autos knackte der Konzern sogar den Uralt-Rekord von 1970. Damals sorgte noch der Käfer für reißenden Absatz. Heute heißen die Schlager Jetta und Passat. Dieses Jahr rechnet Winterkorn mit mehr als 600 000 Autos. Als wichtigster Einzelmarkt hat China die USA aber schon lange abgelöst. Hier legte der Konzern 2012 um knapp ein Viertel auf 2,8 Millionen Autos zu.

Im Gegensatz dazu hängt für Zetsche die Zukunft von Daimler stärker denn je vom Erfolg in den USA ab. 305 000 verkaufte Fahrzeuge bedeuteten ein Plus von 15 Prozent. "Damit ist Amerika jetzt der wichtigste Markt." Bislang war das Deutschland. Immer wenn er schlechte Laune habe, rufe er seinen US-Chef an und lasse sich die neuesten Verkaufszahlen geben, scherzte Zetsche.

"Angesichts der Modelloffensive, die unsere Mitgliedsunternehmen in Detroit zeigen, spricht alles dafür, dass wir auch im achten Jahr in Folge zulegen werden", sagte VDA-Präsident Wissmann mit Blick auf 2013. "Es sind die deutschen Hersteller, die hier in Detroit bei Premium und Effizienz die Richtung vorgeben." Auch deshalb dürften sie ihren Marktanteil von 8,8 Prozent weiter ausbauen, hofft Wissmann: "Ich glaube schon, dass wir quer durch alle Marken wieder zweistellig wachsen werden."

Im vergangenen Jahr hatten die deutschen Hersteller ihren Absatz in den USA um 21 Prozent auf rund 1,27 Millionen erhöht. "Das Autojahr 2012 ist damit für unsere Hersteller das bislang erfolgreichste überhaupt auf dem US-Markt", sagte Wissmann. Der Gesamtmarkt war um 13 Prozent auf 14,5 Millionen Autos gewachsen. Zu den Gewinnern zählten auch Chrysler, Toyota und Honda, während die Branchenriesen Ford und General Motors weniger zulegen. Für 2013 erwarten Experten, dass die 15-Millionen-Marke geknackt wird.

Damit sind die USA neben China der wichtigste Wachstumsmarkt für die Autoindustrie. Dagegen ging es 2012 in Europa steil bergab. Für die EU liegen noch keine Zahlen vor, aber alleine bis November waren die Verkäufe um fast 8 Prozent geschrumpft. Der Dezember ist nach Einschätzung von Beobachtern nicht besser gelaufen. Hersteller wie etwa Opel, die von Europa abhängig sind, haben es derzeit schwer.

dpa


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