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Der starke Zustrom von Flüchtlingen dürfte die Zahl der Erwerbslosen 2016 um rund 130 000 wachsen lassen, schätzen Forscher.

Der starke Zustrom von Flüchtlingen dürfte die Zahl der Erwerbslosen 2016 um rund 130 000 wachsen lassen, schätzen Forscher. © Julian Stratenschulte/Archiv

Arbeitsmarkt

Forscher rechnen für 2016 mit steigender Arbeitslosigkeit

Vielen Flüchtlingen droht in Deutschland erst einmal die Arbeitslosigkeit. Das werde 2016 auch in der Arbeitslosenstatistik Spuren hinterlassen, prognostizieren Forscher. Allerdings werde die gute Konjunktur den Anstieg abfedern.

Nürnberg. Der anhaltende Flüchtlingsstrom wird nach Experten-Einschätzung demnächst auch auf den deutschen Arbeitsmarkt durchschlagen. Für 2016 geht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wegen der Flüchtlingswelle von rund 130.000 zusätzlichen arbeitslosen Flüchtlingen aus.

Da wegen der guten Konjunktur aber viele eine Arbeit finden werden, rechnet das IAB am Ende im Jahresschnitt 2016 nur mit etwa 70.000 Jobsuchern mehr als in diesem Jahr. Das geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Arbeitsmarktprognose des IAB für 2016 hervor.

Für kommendes Jahr erwartet die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit insgesamt 2,87 Millionen Arbeitslose. Die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland würde damit erstmals seit 2013 wieder steigen. In diesem Jahr rechnet das IAB mit einem Rückgang der jahresdurchschnittlichen Arbeitslosigkeit von rund 100 000. Im Jahr 2014 war die Zahl um rund 50 000 gesunken, im Boomjahr 2011 sogar um 260 000.

"Der aktuelle Flüchtlingsstrom ist als Herausforderung, aber auch als Chance zu sehen, dem demografischen Wandel in Deutschland zu begegnen. Die Integration in den Arbeitsmarkt ist dafür ein Schlüsselelement", betont das IAB in seiner Kurzstudie. Die Forscher gehen davon aus, dass arbeitslose Asylbewerber vor allem die Jobcenter belasten werden. Mehr als zwei Drittel würden dort voraussichtlich betreut.

Insgesamt aber sei der deutsche Arbeitsmarkt auch 2016 robust. Immun gegen Krisen sei er dennoch nicht, unterstreichen die Autoren der Studie. "Die europäische Schuldenkrise bleibt ein wichtiger Unsicherheitsfaktor. Risiken stellen auch die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und in der Ukraine sowie die weitere wirtschaftliche Entwicklung in China dar."

Trotz allem rechnen die Fachleute bei einem erwarteten Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent im Jahr 2016 mit einer weiter steigenden Zahl von Arbeitsplätzen. Mit dem neuen Rekordwert von 43,156 Millionen werde die Zahl der Erwerbstätigen um rund 254 000 über Vorjahresniveau liegen. Die Zahl der Menschen mit einem regulären Job (mit Sozialversicherungspflicht) wird im kommenden Jahr nach IAB-Prognose von 30,79 Millionen auf 31,33 Millionen steigen.

Wegen der starken Zuwanderung aus Süd- und Osteuropa und der hohen Flüchtlingszahlen gebe es in Deutschland auch immer mehr Menschen im erwerbsfähigen Alter: Mit 46,16 Millionen werde die Zahl der sogenannten Erwerbspersonen im Jahr 2016 einen neuen Höchststand erreichen, betont das IAB. Noch vor wenigen Jahren hatte Forscher befürchtet, Deutschland könnten wegen der sinkenden Bevölkerungszahl die Arbeitskräfte ausgehen.

dpa


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