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Beim schwäbischen Traditionsunternehmen WMF haben Finanzinvestoren nun vollständig die Kontrolle übernommen.

Beim schwäbischen Traditionsunternehmen WMF haben Finanzinvestoren nun vollständig die Kontrolle übernommen. © Patrick Seeger

Konsumgüter

Finanzinvestoren bauen Macht beim Küchenspezialisten WMF aus

Beim Küchengerätehersteller WMF haben Finanzinvestoren jetzt uneingeschränkt das Sagen. Ein vom US-amerikanischen Finanzinvestor KKR vorgelegtes Erwerbsangebot für WMF-Vorzugsaktien war erfolgreich, wie der Investor am Donnerstag mitteilte.

Geislingen/München. Zusammen mit dem zweiten WMF-Großaktionär, dem österreichischen Finanzinvestor Fiba, werde eine Beteiligungsquote von etwa 90,3 Prozent erreicht. KKR beabsichtigt nun, die WMF-Aktie von der Börse zu nehmen.

Dazu sollen die Anteile der verbliebenen Minderheitsaktionäre über ein sogenanntes Squeeze-out, einen Zwangsausschluss, "gegen eine angemessene Barabfindung" gekauft werden, wie KKR im Juli verlauten ließ. Zum weiteren Vorgehen wurde am Donnerstag zunächst nichts bekannt. KKR hatte über seine Holdinggesellschaft Finedining Capital zunächst 53 Euro pro Aktie angeboten und das Angebot später noch einmal auf 58 Euro erhöht. Es war am Montagabend ausgelaufen.

KKR und Fiba hielten bislang zusammen gut 66 Prozent der WMF-Aktien. Durch den Kauf von 74,7 Prozent der Vorzugsaktien, die bislang insgesamt mehr als 33,2 Prozent des Gesamtkapitals des Küchenspezialisten ausgemacht hatten, haben die beiden Großaktionäre bei WMF nun die vollständige Kontrolle.

Bei dem schwäbischen Kaffeemaschinen-, Topf- Besteck- und Küchengerätehersteller rumort es seit längerem. Hintergrund ist ein striktes Sparprogramm, das sich WMF auferlegt hat. Bis zu 600 Stellen in Gefahr, gut 50 Filialen sollen geschlossen und 33 Logistikzentren an zwei Standorten zusammengefasst werden. WMF beschäftigte zuletzt rund 6100 Mitarbeiter. Die Gewerkschaft IG Metall und zahlreiche Beschäftigte haben immer wieder dagegen protestiert, dass die Finanzinvestoren ihren Einfluss noch ausbauen.

"Ich bin mit Wehmut erfüllt, dass die älteste baden-württembergische Aktiengesellschaft von der Börse genommen wird", sagte der Geschäftsführer der IG-Metall Göppingen-Geislingen, Bernd Rattay. KKR wolle den Wert des Unternehmens verdoppeln und den Erfolg nicht mit den Kleinaktionären teilen. Die verbliebenen 10 Prozent würden einen hohen Preis für ihre Aktien fordern.

Neben der Machtübernahme wurde am Donnerstag bekannt, dass WMF seinen Vorstand verkleinert. Künftig wird der Vorstand nur noch aus zwei Managern bestehen, wie das Unternehmen mitteilte. Der bisherige Leiter des Kaffeemaschinen- und Hotelgeschäfts, Ulrich Müller, verlasse WMF zum 31. August, hieß es. Der Schritt folge aus persönlichen Gründen und im Einvernehmen mit dem Vorstand.

Das Geschäftsfeld Kaffeemaschinen wird zum 1. September Florian Lehmann übernehmen, der bisher für das konzernweite Umstrukturierungsprogramm zuständig war. Lehmann werde nicht in den Vorstand berufen, sondern auf Präsidentenebene tätig sein, wie ein Sprecher sagte. Um das Hotelgeschäft soll sich Vorstand Bernd Stoeppel kümmern. Vorstandsvorsitzender bleibt Peter Feld.

Warum die Chefetage bei WMF umgebaut wird, war zunächst unklar. Ein Unternehmenssprecher wollte sich dazu nicht äußern. Ein Zusammenhang mit dem Machtausbau des Finanzinvestors KKR bestehe dem Sprecher zufolge aber nicht.

dpa


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