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Wut in Spanien. Betroffene der Immobilienkrise protestieren in MKadrid. Foto: Juan Carlos Hidalgo

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IWF

Eurozone bleibt Sorgenkind der Weltwirtschaft

Die Rezession in der Eurozone bremst die Weltwirtschaft. Vor allem die deutsche Linie des harten Sparens steht international in der Kritik. Finanzminister Schäuble hält wenig beeindruckt dagegen.

Washington. Die global führenden Wirtschaftsmächte sind über die richtige Medizin für die schwache Konjunktur der Eurozone zerstritten. Während die Deutschen auf Defizit- und Schuldenabbau pochen und vor überzogenen Wachstumserwartungen warnen, fordern andere Blöcke mehr Reformen, um Jobs zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

"Eine stärkere Nachfrage in Europa ist wichtig für das globale Wachstum", sagte US-Finanzminister Jack Lew bei der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank am Wochenende in Washington.

Der Amerikaner begrüßte die Debatte der Europäer, ihre Konjunktur "durch eine angemessene Mischung volkswirtschaftlicher Werkzeuge" anzukurbeln. Vor allem starke Staaten sollten in Wachstum investieren, um die Sparmaßnahmen der Krisenländer abzufedern. Das Wachstum sei noch immer zu schwach, heißt es in einem Papier des IWF-Lenkungsausschusses. "Wir müssen entschlossen handeln, um die Widerstandskraft der Weltökonomie wiederherzustellen."

Während die Weltwirtschaft in diesem Jahr nach IWF-Berechnung um 3,3 Prozent wachsen soll, schrumpft die Konjunktur in der Eurozone um 0,3 Prozent. Auch im kommenden Jahr soll sie mit 1,1 Prozent Wachstum im Vergleich eher schwach dastehen.

IWF-Chefin Christine Lagarde warnte, dass Europa falle zunehmend hinter den USA und den Schwellenländern zurück. Diese "Erholung mit drei Geschwindigkeiten" sei nicht gut für Entwicklung der Weltwirtschaft.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) stellte klar, dass Europa in den kommenden Jahren kein starker Konjunkturmotor werde. Es wäre völlig unrealistisch, große Wachstumsraten zu erwarten, sagte er in Washington.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sagte, dass die Bewältigung der Euro-Schuldenkrise eher ein Jahrzehnt als ein Jahr dauern werde. Mit mehr Schulden könne nicht an die Wachstumsraten vor der Krise angeknüpft werden. Hohe Wachstumsraten der Schwellenländer seien nicht der Maßstab.

Schäuble verwies darauf, dass zwar Einigkeit bestehe, den Defizitabbau fortzusetzen. Für neue Zielvorgaben der global führenden Wirtschaftsmächte (G20) müsse man sich aber noch ein Stück Zeit lassen.

Unterdessen will der IWF eventuelle negative Folgen der extrem lockeren Geldpolitik untersuchen. Es müsse überlegt werden, wie Notenbanken einen ungefährlichen Ausweg finden könnten, die Notenpresse wieder langsamer laufen zu lassen, sagte Lagarde.

Nachdem zuletzt die japanische Zentralbank massiv die Liquidität erhöhte, wächst die Besorgnis, dass Inflation, Spekulationsblasen, instabile Rohstoffpreise und ein Abwertungswettlauf verschiedener Währungen die Folge seien könnten. Laut Weidmann nehmen die Risiken durch die "ultraexpansive" Geldpolitik mit zunehmender Dauer zu.

Wie die Gruppe der G20-Wirtschaftsmächte ruft der IWF nach entschlossenen Schritten zur Bankenunion in Europa. Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem erwartet keine größeren Verzögerungen durch den Streit über möglicherweise nötige EU-Vertragsänderungen. "Wir können eigentlich sehr, sehr weit vorankommen mit den wesentlichen Elementen der Bankenunion", sagte er. Parallel könne debattiert werden, ob für den geplanten Abwicklungsmechanismus für marode Banken die europäischen Verträge geändert werden müssten. Aus Sicht von Schäuble ist eine Abwicklungsbehörde zur Schließung von Instituten nur möglich, wenn die europäischen Verträge geändert würden.

dpa


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