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Ein Unbekannter droht mit der Vergiftung von Lebensmitteln.

Ein Unbekannter droht mit der Vergiftung von Lebensmitteln.
 © dpa/RND-Montage/Screenshot Twitter

Polizei warnt

Erpresser vergiftet Lebensmittel – und fordert Millionen

Ein Unbekannter droht damit, vergiftete Produkte in Lebensmittel- und Drogeriemärkte im In- und Ausland zu platzieren – inzwischen sind die ersten manipulierten Lebensmittel gefunden worden, teilte die Polizei mit. Die Beamten fahnden mit Fotos und Videos nach einem etwa 50 Jahre alten Mann.

Konstanz.  Bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz teilte die Polizei Konstanz mit, dass der oder die Täter per Mail am 16. September einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag von verschiedenen Handelskonzernen gefordert hätten. Der oder die Erpresser haben bereits fünf Produkte mit einer womöglich tödlichen Menge Gift in Lebenmittelgeschäften in Friedrichshafen ausgelegt, darunter Babynahrung. Überprüfungen in den Geschäften führten zur Sicherstellung der verdächtigen Produkte. Die Ermittler gehen zwar davon aus, alle vergifteten Gläser entdeckt zu haben. Es sei jedoch falsch, sich nur auf Babynahrung zu konzentrieren.

Der oder die Täter hatten in der E-Mail, die er den Konzernen und auch der Polizei zukommen ließ, angekündigt, Produkte in Lebensmittel- und Drogeriemärkten im In- und Ausland bis diesen Samstag manipulieren zu wollen. Als Schadstoff bei der Lebensmittelerpressung wurde den Behörden zufolge Ethylenglykol verwendet worden. „Es wurde in die Nahrung eingerührt“, sagte Ministerialrätin Petra Mock. Es handele sich um eine klare, süß schmeckende Flüssigkeit. „Schon 30 Milliliter sind bei Erwachsenen gesundheitsgefährdend“, sagte sie. 100 Milliliter seien hoch problematisch, bei Babys entsprechend weniger. Äthylenglykol müsse aber nicht tödlich sein, wenn rechtzeitig ärztlich dagegen vorgegangen werde, sagte Mock. Es drohten „sehr ernsthafte Gesundheitsgefahren bis hin zum Tod“, sagte ein Polizeisprecher.

Der Stoff Diethylenglykol – auch als Frostschutzmittel bekannt – war in den achtziger Jahren skandalumwittert , weil etliche Weine mit dem Mittel verschnitten waren, um ihn zu süßen.

Diesen Erpresser sucht die Polizei - Sie haben keine Berechtigung dieses Objekt zu betrachten.

Ermittler sprechen von „herausragendem Erpressungsfall“

Es handele sich um einen „herausragenden Erpressungsfall, den Täter bezeichnete die Polizei als sehr skrupellos. Betroffen sind laut Informationen der „Bild“-Zeitung die Discounter Aldi, Lidl und Norma sowie die Drogeriemarktketten Rossmann, dm und Müller. Auch Edeka und Rewe sollen das Schreiben erhalten haben. Die Ermittler äußerten sich dazu zunächst nicht, ebenso wie zu betroffenen Produkten: „Der Erpresser hat keine konkreten Angaben zu vergifteten Lebensmitteln gemacht.“

Bestimmte Produkte könnten deswegen nicht vorsorglich aus dem Verkauf genommen werden, sagte Mock. Verbraucher sollten auf manipulierte Verpackungen achten und bei Unsicherheiten das Ladenpersonal ansprechen. Sollten Kunden Auffälligkeiten erst nach dem Einkauf bemerken, sollten sie sich ebenfalls an die Marktleitung wenden. Es bestehe bisher kein Anlass zu Panik oder Hysterie. Jetzt gehe es vor allem darum, den Erpresser schnell zu finden, betonte Muck.

Unter Federführung der Polizei Konstanz wurde eine überregionale Sonderkommission mit 220 Mitgliedern gebildet. auch LKAs und das BKA seien eingebunden. Mit Fotos und Videos suchen die Ermittler jetzt nach dem Verdächtigen. Der Gesuchte ist etwa 50 Jahre alt, sei schlank und habe eine sportliche Figur. Als er die vergifteten Lebensmittel in Friedrichshafen verteilte, trug er eine Brille, eine graue Mütze, eine schwarze Jacke und ein weißes Hemd sowie Handschuhe. Unter der Telefonnummer 07531 995 3434 können Verbraucher Hinweise an die Polizei richten.

Von RND/are/fw/dpa


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