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Zur Anuga kommen diesmal mehr als 7000 Anbieter aus 108 Ländern an den Rhein.

Zur Anuga kommen diesmal mehr als 7000 Anbieter aus 108 Ländern an den Rhein. © Roland Weihrauch

Lebensmittel

Ernährungsmesse "Anuga" startet

Die internationale Ernährungsmesse "Anuga" tischt auf: In Köln reicht das Angebot von vegan über glutenfrei bis tiefgekühlt oder halal. Zum Start wünscht sich Agrarminister Schmidt das Thema "gesunde Ernährung" auch auf den Stundenplan deutscher Schüler.

Köln. Zum Start der weltgrößten Ernährungsmesse "Anuga" hat Bundesagrarminister Christian Schmidt eine mangelnde Wertschätzung für Lebensmittel in der Gesellschaft beklagt.

"Es ist nicht hinnehmbar, dass weltweit rund ein Drittel der Lebensmittel zwischen Feld und Teller verloren gehen", sagte der CSU-Politiker am Samstag in Köln.

Um Verschwendung zu verhindern, müsse vor allem das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln gefördert werden. Schmidt sieht hierbei auch die Bildungseinrichtungen in der Pflicht: "Ernährung gehört in den Stundenplan, am besten mit einem eigenen Fach."

An der "Anuga 2015" nimmt eine Rekordzahl von mehr als 7000 Anbietern aus 108 Ländern teil. Partnerland ist diesmal Griechenland. Die Palette der Lebensmittel und alkoholfreien Getränke ist breit. Ein Topthema sind die boomenden veganen Lebensmittel sowie die stark nachgefragten vegetarischen, Bio- und fair gehandelten Produkte. Auch spezielle "Free-From"-Waren - etwa ohne Laktose oder Gluten - liegen im Trend, nicht nur bei Allergikern.

Viele Angebote passen sich an den wachsenden Zeitdruck der Verbraucher an, die immer weniger kochen und häufiger draußen essen, wie eine gemeinsame Studie von Ernährungsindustrie (BVE) und Konsumforschern der GfK ergeben hatte. So werden bis zum 14. Oktober auch viele Neuheiten aus den Bereichen "Convenience" und "Ready-To-Cook" angeboten - also bequem zuzubereitende oder kochfertige Produkte. Eine eigene Bühne bekommen auch Tiefkühlkost, Gourmet-Produkte oder Halal-Lebensmittel für Muslime.

In Deutschland geben die Haushalte nach Angaben des Handelsverbands BVLH durchschnittlich 296 Euro im Monat für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke aus. Die Preise sollen auch 2016 nur leicht steigen. Der Inlandsmarkt gilt als gesättigt und umkämpft.

Die deutsche Ernährungsindustrie musste im ersten Halbjahr 2015 ein reales Umsatzminus von 2,1 Prozent auf knapp 82 Milliarden Euro hinnehmen. Sie ist mit etwa 5800 Betrieben und 560 000 Beschäftigten der drittgrößte Industriezweig hierzulande.

Den Messeauftakt am Samstag nutzten einige Milchviehhalter, um auf ihren Unmut gegenüber Industrie, Handel und Politik aufmerksam zu machen. Mit rund 100 Traktoren demonstrierten die Landwirte am Kölner Messegelände gegen die gefallenen Milchpreise.

dpa


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