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Blick auf die Konzernzentrale von Uniper in Düsseldorf: Die Abspaltung der Kraftwerks- und Handelstochter von Eon könnte teuer werden.

Blick auf die Konzernzentrale von Uniper in Düsseldorf: Die Abspaltung der Kraftwerks- und Handelstochter von Eon könnte teuer werden. © Rolf Vennenbernd/Archiv

Energie

Eon steckt in Verlusten fest - Kerngeschäfte aber positiv

Eon ächzt weiter unter den Folgen der Energiewende. Die Kraftwerkstochter und der Börsenaspirant Uniper belasten den Konzern. Ein Trendwende ist derzeit nicht in Sicht.

Düsseldorf/Essen. Die bevorstehende Abspaltung und der Börsengang der Kraftwerkstochter Uniper drückt den Energieriesen Eon erneut tief in die roten Zahlen.

Durch Wertberichtigungen unter anderem auf Kraftwerke und Gasspeicher von 3,8 Milliarden Euro summierte sich der Konzernfehlbetrag im ersten Halbjahr 2016 auf rund 3 Milliarden Euro. Dies teilte das Unternehmen bei der Vorlage der Geschäftszahlen mit.

Vorstandschef Johannes Teyssen zeigte sich unzufrieden mit diesem Ergebnis. Er verwies aber auf die positive Entwicklung der Eon-Kerngeschäfte um erneuerbare Energien, Netze und Kundenlösungen.

Angesichts der milliardenschweren Korrekturen geht der Manager davon aus, dass Eon auch für das gesamte Geschäftsjahr 2016 Verluste schreiben wird. Der größte deutsche Versorger würde damit zum dritten Mal in Folge im Zuge der Energiewende mit dem anschließenden Umbau des Konzerns rote Zahlen schreiben.

Es sei nicht auszuschließen, dass Eon nach dem erfolgten Börsengang von Uniper im September schon im dritten Quartal die Werte erneut anpassen muss, wenn ein Marktwert vorliegt. Derzeit steht die Tochterfirma, an der Eon künftig nur mit rund 46 Prozent beteiligt sein wird, noch mit rund 12 Milliarden Euro in den Büchern. Experten taxierten den tatsächlichen Wert deutlich niedriger.

Auch ohne Uniper muss Eon weiter auf eine Trendwende warten. Hauptgrund ist der Gewinneinbruch der Atomsparte, die Eon auf politischen Druck hin nicht zu Uniper übertragen darf. Hier belasteten unter anderem die niedrigen Strompreise im Großhandel.

Unterdessen dringt der Energiekonzern auf eine schnelle Einrichtung des geplanten Atommüll-Staatsfonds. "Wir bereinigen damit unsere Bilanz, gewinnen Planungssicherheit", sagte Vorstandschef Johannes Teyssen am Mittwoch. "Wir sind zudem davon überzeugt, dass dieses große gesamtgesellschaftliche Thema im Konsens gelöst werden muss."

Der Manager betonte zugleich, dass die Einrichtung des Atomfonds eine teure Lösung sei. Eon stelle sich auf eine Zahlung von 10 Milliarden Euro ein. Neben den bereits gebildeten Rückstellungen umfasst die im Raum stehende Lösung einen sogenannten Risikozuschlag für mögliche Kostensteigerungen bei der Endlagerung. Diese dürften Eon nach bisherigen Berechnungen gut 2 Milliarden Euro kosten.

Als Folge müssten Investitionen verschoben und Kosten weiter gesenkt werden, sagte Teyssen. Eine Kapitalerhöhung gilt als wahrscheinlich, Teyssen bezeichnete einen solchen Schritt als "richtig und angemessen". Die Eon-Aktionäre profitierten von der Fondslösung sehr, weil der Konzern damit aus der Haftung entlassen werden würde. "Wir kaufen damit praktisch eine Versicherung", sagte Teyssen.

Eine Regierungskommission hatte im April vorgeschlagen, dass die vier Stromkonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW bis 2022 rund 23,3 Milliarden Euro in einen staatlichen Fonds überweisen, der die Zwischen- und Endlagerung von Atommüll managen soll. Im Gegenzug würde der Staat die Haftung für die Zukunft übernehmen.

dpa


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