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Auf der Gläubigerversammlung am 2. Juli müssen die rund 100 000 Gläubiger entscheiden, ob sie als Eigentümer die Prokon-Windparks im Rahmen einer Genossenschaft fortführen oder das Vermögen an die EnBW verkaufen wollen.

Auf der Gläubigerversammlung am 2. Juli müssen die rund 100 000 Gläubiger entscheiden, ob sie als Eigentümer die Prokon-Windparks im Rahmen einer Genossenschaft fortführen oder das Vermögen an die EnBW verkaufen wollen. © Julian Stratenschulte

Energie

EnBW will Prokon für 550 Millionen Euro übernehmen

Im Werben um die insolvente Windenergiefirma Prokon will der Energieversorger EnBW 550 Millionen Euro in bar hinlegen. Die EnBW bewertet Prokon damit zwar um 100 Millionen Euro niedriger als das konkurrierende Genossenschaftsmodell.

Karlsruhe. Unterm Strich würden die Anleger und Gläubiger aber mit der EnBW besser fahren, versicherte EnBW-Finanzvorstand Thomas Kusterer am Freitag in einer Telefonkonferenz. "Unser Angebot macht Prokon zukunftssicher. Das Unternehmen wird handlungsfähig, wir schaffen die Voraussetzungen für einen soliden Neuanfang."

Der Gläubigerausschuss des Unternehmens in Itzehoe (Schleswig-Holstein) hat EnBW zwar schon als "bevorzugten Investor" ausgewählt. Die endgültige Entscheidung, ob der drittgrößte deutsche Energiekonzern EnBW auch neuer Prokon-Inhaber wird, fällt jedoch erst auf der Gläubigerversammlung am 2. Juli in Hamburg.

Dann müssen die rund 100 000 Gläubiger entscheiden, ob sie als Eigentümer die Prokon-Windparks im Rahmen einer Genossenschaft fortführen oder das Vermögen an die EnBW verkaufen wollen. Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin hat zu beiden Modellen Pläne vorgelegt.

Die Insolvenz sei für die Gläubiger "eine sehr bittere Tatsache, weil sie in jedem Fall mehr als 40 Prozent ihres eingesetzten Kapitals verlieren werden", sagte Kusterer. Der Verlust sei "unabänderlich", egal, für welches Modell sich die Gläubiger entscheiden.

Beim EnBW-Angebot, das laut Kusterer "unser letztes Wort" ist, würden aber alle Gläubigergruppen "risikofrei und zeitnah eine substanzielle Barzahlung" erhalten. Beim Genossenschaftsmodell erhielte hingegen "nur ein kleiner Teil der Gläubiger" wie Lieferanten und Banken eine sofortige Barauszahlung. Genussrechtsinhaber, die 90 Prozent aller Forderungen halten, müssten dagegen eine Anleihe zeichnen und - wenn sie sich für eine Mitgliedschaft in der Genossenschaft entscheiden - ein unternehmerisches Risiko eingehen.

Aus Sicht von Kusterer ergänzen sich EnBW und Prokon perfekt, "um die Windkraft in Deutschland solide und gut finanziert weiter zu entwickeln". Die EnBW, die für den Ausbau der Erneuerbaren Energien bis 2020 rund 3,5 Milliarden Euro investieren will, möchte den Erwerb ausschließlich mit eigenen Mitteln finanzieren. "Wir können das aus unserer Liquidität finanzieren und müssen damit nicht auf den Kapitalmarkt gehen." Die Genussrechtinhaber müssten abwägen, ob "ein schuldenbeladenes Unternehmen ohne starken Partner wirklich bessere Chancen auf eine erfolgreiche Zukunft hat".

Der EnBW-Finanzvorstand schloss auf Nachfrage auch eine "Genossenschaft unter dem Dach der EnBW" nicht aus. Man sei da offen, auch wenn im Insolvenzverfahren nur das Barangebot gelte.

dpa


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