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Wirtschaft Drohpost von Hauser für Immobilienmakler & Co.
Nachrichten Wirtschaft Drohpost von Hauser für Immobilienmakler & Co.
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00:16 21.07.2017
IHK-RECHTSEXPERTE: Bernd Johannknecht.
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HANNOVER

Eine Welle von Abmahnbriefen schwappt über die Immobilienmakler in Niedersachsen. Laut Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover versucht ein „angeblicher Mitbewerber aus München“ aus dem Umstand Kapital zu schlagen, dass seit April hier nicht mehr die Kommunen, sondern die IHK Aufsichtsbehörde für das Immobiliengewerbe sind. Da das von den Maklern auf deren Internetseiten oft noch nicht angepasst wurde, verlangt der Briefeschreiber Unterlassung und 150 Euro Bearbeitungsgebühr. Er durchstöbert wohl systematisch die Stellen, wo die Angabe stehen muss: Das Impressum des Web-Seitenbetreibers.

Bernd Johannknecht, Leiter Recht der IHK Hannover, hat „Zweifel, dass der Abmahner das tun darf“. Denn der Abmahner nennt sich Hans Hauser und ist einschlägig bekannt: Der Immobilienverband Deutschland (ivd) etwa hat Hauser schon vor Jahren als „Maklerschreck“ tituliert, ihn und seine Mahnaktivität als „biblische Plage“ charakterisiert. Hauser sei jemand, der trotz mehrere Niederlagen vor Gerichten „sich seinen Lebensunterhalt seit Anfang der 80er-Jahre wahrscheinlich ausschließlich mit Abmahnungen verdient“. Die ivd-Generalansage zu Post von Hauser: „Knicken, lochen, abheften, nicht reagieren“. Während Stillhalten bei Abmahnungen „fast immer falsch“ sei, sieht Johannknecht das hier auch anders. Er empfiehlt: „Stillhalten im Sinne von nicht den Kopf aus dem Sand nehmen.“ Es gebe ein Restrisiko, doch glaubt er, dass in diesem Fall der Abmahner „wahrscheinlich gar nicht so viel Geld hat, um alle Prozesse zu führen. Alle auf Unterlassung zu verklagen, wird er sich nicht leisten können.“ Entscheidend sei: Ist Hauser „wirklich Wettbewerber? Ist der tatsächlich als Immobilienmakler tätig?“ Daran wird gezweifelt. Nur dann wäre er berechtigt, die Konkurrenz abzumahnen. So gesehen sei das ein wenig wie „pokern mit kalkulierbarem Risiko“.

Der IHK-Experte ahnt, dass auch andere Selbstständige und Firmen Abmahnpost erhalten könnten, denn die IHK habe ja auch Aufsicht für Darlehensvermittler, Bauträger und Baubetreuer übernommen. Auf jeden Fall sollten vom Aufsichtswechsel betroffene Unternehmen ihr Impressum möglichst umgehend ändern, rät Johannknecht.

Von Ralph Hübner

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