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Ein Börsenhändler spiegelt sich im Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX).

Ein Börsenhändler spiegelt sich im Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). © Fredrik von Erichsen

Börsen

Dax beendet schwächste Woche seit 4 Jahren

Die Stimmung an der Börse bleibt trübe. Immer neue Nachrichten aus China schüren die Sorge vor einem Wirtschaftsknick. Belastend hinzu kommt das Dauerthema Griechenland.

Frankfurt/Main. Erneut schlechte Nachrichten zur chinesischen Wirtschaft, eine schwache Wall Street und ein erstarkter Euro haben den Dax auch am Freitag belastet. Positive Konjunkturdaten aus Europa konnten den deutschen Leitindex nicht nachhaltig stützen.

Der Dax beendete den Handel nach den verlustreichen Vortagen mit einem Minus von 2,95 Prozent auf 10124,52 Punkte. Auf Wochensicht büßte er damit 7,83 Prozent ein. Das ist der größte Wochenverlust seit vier Jahren.

In der Nacht zum Freitag war bekannt geworden, dass die Stimmung chinesischer Unternehmer auf den tiefsten Stand seit März 2009 gefallen ist. Da die Sorgen um China als ein entscheidender Hemmschuh einer baldigen Zinswende in den USA gelten, wurde der Dollar geschwächt und der Euro im Gegenzug gestärkt. Die Gemeinschaftswährung stieg am Freitag erstmals seit Mitte Juni über die Marke von 1,13 US-Dollar. Eine stärkere Gemeinschaftswährung verteuere die deutschen Exporte und belaste damit den Dax, sagt Baader-Bank-Analyst Robert Halver.

Der MDax der mittelgroßen Werte fiel am Freitag um 2,72 Prozent auf 19 341,98 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax büßte 3,62 Prozent auf 1624,60 Punkte ein.

Kurzzeitig hatten Daten über eine verbesserte Unternehmensstimmung aus der Eurozone und Deutschland die Talfahrt des Dax etwas gehemmt und ihn über der Marke von 10 400 Punkten gehalten. Ab Nachmittag zog der Euro aber noch einmal kräftig an und setzte den Dax damit unter Druck. Für Unruhe unter den Anlegern sorgt auch das Dauerbrenner-Thema Griechenland. Expertin Jennifer McKeown vom Analysehaus Capital Economics zufolge verdeutlichen die im September anstehenden Neuwahlen die Risiken für eine Umsetzung der Reform- und Sparmaßnahmen, zu denen sich Griechenland im Gegenzug für weitere Milliardenhilfen verpflichtet hat.

Von den Dax-Werten notierten zum Handelsende alle im Minus. Die Aktie von Adidas war mit einem Abschlag von 1,25 Prozent eine der besten Dax-Werte. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte ihre Verkaufsempfehlung für die Papiere des Sportartikelherstellers gestrichen.

Am Dax-Ende hingegen büßten die Anteilsscheine der Lufthansa 5,70 Prozent ein. Hier hatte Goldman Sachs zum Verkauf geraten. Die Fluggesellschaft wolle ihre Kapazitäten bis 2017 um jährlich 3 Prozent aufstocken und damit Kostenvorteile erzielen, schrieb Analystin Monique Pollard. Doch genau diese Strategie könnte sich als kontraproduktiv erweisen. Laut Pollard werden die ohnehin schwachen Durchschnittserlöse durch den Konkurrenzkampf weiter belastet.

Im MDax gerieten die Papiere des Online-Modehändlers Zalando stark unter Druck - sie büßten mehr als 5,65 Prozent ein und waren damit Schlusslicht. Am TecDax-Ende lagen die Aktien des Labor- und Pharmazulieferers Sartorius mit minus 9,75 Prozent.

Der EuroStoxx 50 verlor 3,17 Prozent auf 3247,26 Punkte. In New York stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss mit mehr als anderthalb Prozent im Minus.

Im Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,44 Prozent am Vortag auf 0,42 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,11 Prozent auf 139,45 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,12 Prozent auf 155,88 Punkte. Der Eurokurs kletterte zuletzt auf 1,1355 US-Dollar. Gegen Mittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1281 (Donnerstag: 1,1183) festgesetzt.

dpa


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