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Commerzbank verdient im zweiten Quartal mehr als erwartet. Die Börse ist begeistert.

Commerzbank verdient im zweiten Quartal mehr als erwartet. Die Börse ist begeistert. © Arne Dedert

Banken

Commerzbank zurück in schwarzen Zahlen

Lichtblick für die gebeutelte Commerzbank: Das Institut hat sich im zweiten Quartal zurück in die schwarzen Zahlen gekämpft und deutlich mehr verdient als erwartet.

Frankfurt/Main. Nach einem Verlust von 94 Millionen Euro zu Jahresbeginn erwirtschaftete die deutsche Nummer zwei nun einen Überschuss von 43 Millionen Euro, wie die Bank am Donnerstag mitteilte. Die Börse reagierte begeistert: Die Aktie war mit einem Plus von gut 14 Prozent auf 7,55 Euro im Handelsverlauf größter Gewinner im Dax.

Im Vorjahreszeitraum hatte die Commerzbank unter dem Strich allerdings noch 270 Millionen Euro verdient. Das schwache Zinsumfeld und eine gestiegene Vorsorge für faule Kredite machten dem teilverstaatlichten Institut zu schaffen. Zudem belasteten die Kosten für den Konzernumbau das Ergebnis. Weltweit sollen rund 5200 der gut 54 000 Stellen gestrichen werden.

Wegen des Umbaus hat die Commerzbank 2013 zum Übergangsjahr erklärt. "Wir nehmen in Kauf, dass einzelne Maßnahmen mit einmaligem Restrukturierungsaufwand oder höherer Risikovorsorge verbunden sind", erklärte Vorstandschef Martin Blessing. "Damit schaffen wir die Basis, um die Profitabilität der Bank künftig weiter zu verbessern."

Die neue Strategie, die vor allem im Privatkundengeschäft ansetzt, soll sich von 2014 an auch im Ergebnis widerspiegeln. Die Commerzbank plant neue Filialmodelle und will dabei auch die Kosten senken. Im ersten Quartal hatte die Bank dafür rund 500 Millionen Euro Rückstellungen gebildet. Auch im Vorstand und der darunter liegenden Führungsebene setzt das Institut den Rotstift an. Die Zahl der Vorstandsmitglieder soll "in absehbarer Zeit" von neun auf sieben sinken.

Hoffnung macht der Bank, dass der Umbau des Privatkundengeschäfts erste Früchte trägt. So steigerte das Institut im ersten Halbjahr seine Kundenzahl netto um rund 100 000.

Zur besten Sparte des Geldhauses entwickelte sich im zweiten Quartal das Investmentbanking. Es konnte seinen operativen Gewinn auf 253 Millionen Euro mehr als verfünffachen. Dabei profitierte die Commerzbank von der guten Stimmung an den Kapitalmärkten.

Dagegen musste das Institut in der erfolgsverwöhnten Mittelstandsbank Federn lassen. Wegen der schwächelnde Konjunktur und einiger größerer Firmenpleiten musste die Bank die Vorsorge für faule Kredite erhöhen, das Ergebnis sank um 44 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Die Commerzbank war unter anderem ein großer Geldgeber der Baumarktkette Praktiker und des Solarunternehmens Conergy, die beide im Juli Insolvenz anmeldeten.

Der Abbau von Problem-Anlagen läuft dagegen besser als geplant. Die konzerneigene "Bad Bank" werde in diesem Jahr ihre Anlagenbestände von gut 150 Milliarden Euro auf unter 125 Milliarden drücken, sagte Finanzvorstand Stephan Engels. Das allerdings belastete das Ergebnis im zweiten Quartal. Ein milliardenschweres Paket an Immobilienkrediten in Großbritannien verkaufte die Commerzbank unter Buchwert und musste dafür Verluste verbuchen.

Die Entwicklung bei Krediten für die US-Kommunen sieht Engels trotz der Pleite der Stadt Detroit entspannt. Das Institut habe zwar insgesamt 2,6 Milliarden Euro bei US-Kommunen angelegt. Dabei handele es sich aber um viele kleine Anteile an verschiedenen Kommunalanleihen. Keine Angaben machte er über die Summe, die die Commerzbank in Detroit im Feuer hat.

Fortschritte machte die Bank bei der Stärkung ihrer Kapitalbasis. Die harte Kernkapitalquote lag Ende Juni bei 8,4 Prozent, drei Monate zuvor waren es 7,5 Prozent.

An den vorsichtigen Prognosen für das Jahr hielt die Bank fest. Engels warnte, dass die Erträge in diesem Jahr angesichts des schwachen Zinsumfelds und wegen des Abbaus von Randaktivitäten unter Druck bleiben werden. Hoffnungen auf eine Dividende können sich Aktionäre, darunter auch der Bund, für dieses Jahr wohl nicht machen.

Im Mai hatte sich die Bank mit einer 2,5 Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung ein weiteres Stück vom Einfluss des Staates freigekauft. Der Bund kontrolliert nun nur noch 17 Prozent der Aktien, zuvor hatte er noch eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie.

dpa


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