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Guo Guangchang, der als «Warren Buffett Chinas» gilt, ist einer der reichsten Männer Chinas. Foto: Miguel A. Lopes

Guo Guangchang, der als «Warren Buffett Chinas» gilt, ist einer der reichsten Männer Chinas. Foto: Miguel A. Lopes

Unternehmen

China: Vermisster Star-Investor "arbeitet mit Justiz zusammen"

Wegen seiner spektakulären Firmenübernahmen in aller Welt gilt Guo Guangchang als "Warren Buffett Chinas". Nun war der Milliardär vorübergehend von der Bildfläche verschwunden. Hat Peking seine Finger im Spiel?

Peking. Ein chinesischer Star-Investor ist vorübergehend unauffindbar gewesen - nun hat eine seiner Firmen zunächst Entwarnung gegeben. Guo Guangchang unterstütze die Justiz bei einer Untersuchung, teilte Fosun Pharma mit.

Nähere Details zu dem Fall machte das Unternehmen zunächst nicht, betonte aber: "Guo Guangchang kann in angemessener Form an wichtigen Entscheidungsfindungen teilnehmen." Mit der Beteiligungsgesellschaft Fosun ist der Milliardär auch in Deutschland massiv auf Einkaufstour.

Der Aufsichtsrat befürchte keinen Einfluss auf das Geschäft oder die Finanzen des Konzerns, hieß es weiter. Die Aktien würen von Montag an wieder normal gehandelt. Sie waren am Freitag wegen Guos plötzlichem Verschwinden vom Handel ausgesetzt worden.

Das chinesische Wirtschaftsmagazin "Caixin" hatte zuvor berichtet, der Milliardär sei seit Donnerstagmorgen nicht mehr zu erreichen. Nutzer von sozialen Netzwerken hätten beobachtet, wie er am Flughafen von Shanghai von Polizisten abgeführt worden sei. Das Blatt schrieb von möglichen Korruptionsermittlungen gegen den Investor.

Der 48-Jährige, der als Warren Buffett Chinas gilt, ist einer der reichsten Männer des Landes. Das US-Magazin "Forbes" schätzt sein Vermögen auf 6,9 Milliarden US-Dollar (6,3 Mrd Euro). Mit Fosun hatte er in den vergangenen Jahren Anteile an vielen ausländischen Unternehmen eingekauft und etwa den Ferienanlagen-Betreiber Club Med übernommen.

In Deutschland ist Fosun am Hamburger Modeunternehmen Tom Tailor beteiligt und hatte sich außerdem vor kurzem mit den Vorbesitzern auf eine Übernahme der Privatbank Hauck & Aufhäuser geeinigt. Zuletzt hatte sich Fosun zudem mit der französischen Oddo-Gruppe eine Übernahmeschlacht um die BHF-Bank in Frankfurt geliefert.

Beobachter hatten nach Guos Verschwinden gemutmaßt, dass die Regierung in Peking ihren Kampf gegen Korruption in den Chefetagen chinesischer Firmen weiter intensiviert und nun auch zunehmend auf die Privatwirtschaft ausweitet.

Nach dem Amtsantritt von Präsident Xi Jinping vor drei Jahren hatte dessen Kampagne gegen den Filz zunächst vor allem auf das Militär, Politiker und die Chefs von großen Staatsunternehmen abgezielt. Zuletzt gingen die Behörden jedoch mit zunehmender Härte auch gegen die Finanzindustrie des Landes vor.

Auslöser für eine Welle von Ermittlungen war ein großer Börsencrash im Sommer, als die Kurse an der Leitbörse in Shanghai innerhalb weniger Wochen um mehr als 30 Prozent absackten. Um einen Sündenbock für den Kurssturz präsentieren zu können, nahm Peking zahlreiche Wertpapierhändler ins Visier.

Erst am Montag meldete der größte chinesische Broker Citic, dass zwei hochrangige Manager des Unternehmens verschwunden seien. Zuvor hatten die Behörden Ermittlungen gegen Citic und zwei weitere große Finanzhäuser des Landes eingeleitet. Im November wurde zudem der Hedgefonds-Milliardär Xu Xiang festgenommen. 

Zuletzt gab es immer wieder Gerüchte, dass gegen Fosun-Chef Guo wegen Korruption ermittelt wird. Der Milliardär hatte diese Vorwürfe aber stets zurückgewiesen. Laut "Caixin" hatte erst im Sommer ein Gericht in Schanghai festgestellt, dass Guo krumme Beziehungen zu einem chinesischen Geschäftsmann namens Wang Zongnan gepflegt haben soll, der wegen Veruntreuung von Geldern zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde.

dpa


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