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Trennt sich von einem zentralen Teil seines Geschäfts: Der kriselnde Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger.

Trennt sich von einem zentralen Teil seines Geschäfts: Der kriselnde Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger. © Uwe Anspach/Illustration

Bau

Bilfinger findet Käufer für wichtige Dienstleistungssparte

Es war lange im Raum, nun ist es spruchreif: Das krisengeschüttelte Unternehmen Bilfinger verkauft ein zentrales Geschäftsfeld - und schrumpft damit erheblich.

Mannheim. Der kriselnde Konzern Bilfinger stößt seine profitablen Bau- und Gebäudedienstleistungen ab. Die wichtige Sparte geht für 1,2 Milliarden Euro an den schwedischen Finanzinvestor EQT, wie das MDax-Unternehmen mitteilte.

"Der Preis ist sehr gut", sagte Finanzvorstand Axel Salzmann. Er sprach von einer weitreichenden Entscheidung, die neue strategische Möglichkeiten biete. Bilfinger bleibt nach eigenen Angaben an dem Geschäft beteiligt: Bei einem Weiterverkauf oder bei Gewinnausschüttungen würde der Konzern mitverdienen.

Das Segment ist ein Herzstück des Traditionskonzerns. Übrig bleiben nach Veräußerung noch die Industriedienstleistungen. Das Geschäft rund um Kraftwerke steht ebenfalls seit längerem im Schaufenster. Manche Analysten hatten einen Verkauf der zentralen Sparte zuvor mit einer Zerschlagung Bilfingers gleichgesetzt. Nach Konzernangaben hatte es mehrere Interessenten gegeben.

Die Gewerkschaft IG Bau zeigte kein Verständnis für den Schritt. Ein Sprecher kritisierte, Bilfinger werfe sein "Tafelsilber" auf den Markt, und für die Mitarbeiter bleibe es eine Zitterpartie.

Das Unternehmen steckt seit Jahren in der Krise. 2015 hatte der Konzern einen Rekordverlust von fast einer halben Milliarde Euro verbucht. Der Chefsessel war in den vergangenen zwei Jahren ein Schleudersitz. Bisher hatte der Konzern noch rund 56 000 Mitarbeiter. Salzmann kündigte einen weiteren Stellenabbau an, allerdings ohne Einzelheiten zu nennen.

Die Sparte Bau- und Immobilienservices setzte 2015 mit rund 20 000 Mitarbeitern 2,9 Milliarden Euro um. Dazu zählte damals allerdings noch der Bereich Wassertechnologie, der inzwischen verkauft wurde.

Der Konzern kommt seit Jahren nicht zur Ruhe, was sich vor allem in den häufigen Chefwechseln zeigt: Viele Hoffnungen hatten auf Hessens Ex-Ministerpräsident Roland Koch geruht, der 2011 Vorstandschef wurde. Doch wegen schlechter Zahlen musste er 2014 gehen. Sein Vorgänger und Nachfolger Herbert Bodner hatte als Interimschef nur einen Kurzauftritt. Dann kam Per Utnegaard - und ging nach noch nicht einmal einem Jahr wieder. Nach ihm war Finanzvorstand Salzmann übergangsweise am Ruder. Noch in diesem Jahr soll der bisherige Linde-Manager Thomas Blades sein Glück versuchen.

dpa


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