Navigation:
Foto: Ein KfZ-Techniker liest ein Steuergerät aus.

Ein KfZ-Techniker liest ein Steuergerät aus.

Abgas

Betrifft der VW-Skandal auch andere Hersteller?

Das ZDF-Magazin "Frontal 21" hat Autos verschiedener Marken auf den Prüfstand gestellt – Experten sehen Verdacht auf unzulässige Abschalteinrichtungen auch bei anderen Autobauern. 

Mainz. In dem am Dienstag ausgestrahlten Bericht wurden neben einem VW Passat auch Autos der Marken BMW, Mercedes und Renault sowohl auf den Prüfstand unter Laborbedingungen als auch auf der Straße getestet. Weil kein in Deutschland ansässiges Unternehmen dazu bereit war, wichen die Tester auf die Abgasprüfstelle einer Schweizer Fachhochschule in Bern aus. Dort wurde jedes Auto in einem üblichen Fahrzyklus auf dem Rollenprüfstand getestet, der Stickoxid-Ausstoß blieb jeweils unter den erlaubten Abgaswerten. Wurde der selbe Fahrzyklus auf der Straße getestet, ergaben sich allerdings bei allen Wagen deutlich höhere Ausstöße, die um ein mehrfaches über den erlaubten Werten lagen. "Die Messresultate zeigen, dass die Fahrzeuge sich auf dem Rollenprüfstand anders verhalten, als wenn sie auf der Straße betrieben sind", so das Fazit der Schweizer Abgasprüfstelle an der Berner Fachhochschule.

In der ZDF-Stichprobe war das Emissionsverhalten eines BMW 320d, eines Mercedes C200CDI und eines Renault Laguna dCi mit dem eines VW Passat 2.0 TDI verglichen worden, der eine unzulässige Abschalteinrichtung hat.

"Das Emissionsverhalten ist anders als vorher. Das heißt, es muss irgendein Parameter erfasst worden sein, der dann zu einem veränderten Emissionsverhalten geführt hat. Und genau das ist unzulässig", urteilt Martin Führ, Professor für öffentliches Recht an der Hochschule Darmstadt. Nach seiner Bewertung ist damit die gesetzliche Definition einer unzulässigen Abschalteinrichtung bei den untersuchten Fahrzeugen erfüllt. "Technisch ist denkbar, dass auch die anderen Hersteller, die getestet wurden, Abschaltvorrichtungen in unterschiedlicher Art und Weise verwendet haben", schließt Professor Kai Borgeest vom Zentrum für KFZ-Elektronik und Verbrennungsmotoren der Hochschule Aschaffenburg aus den Ergebnissen der ZDF-Stichprobe: "Das würde bedeuten, dass eben dieser Skandal die gesamte Automobilindustrie und nicht nur VW durchzieht."

Bis auf VW bestreiten alle Autobauer die Verwendung unzulässiger Abschalteinrichtungen. "Frontal 21" hat die Autobauer um Erklärung gebeten. VW kritisiert ebenso wie Daimler und BMW den Testaufbau und hält die Messergebnisse im Labor und auf der Straße für nicht vergleichbar. So herrschten auf der Straße andere Bedingungen als im Labor, so VW. Es gebe "Luftdruckveränderungen, Wetterverhältnisse oder unterschiedliche Fahrbahnbeschaffenheit". Auf die Frage, inwiefern die Abschaltsoftware für die hohe Abweichung verantwortlich ist, gibt VW keine eindeutige Antwort. "Renault täuscht nicht", stellt Renault gegenüber "Frontal 21" fest.

Das Bundesverkehrsministerium wollte auf Nachfrage von "Frontal 21" zu den auffälligen Ergebnissen der Abgasmessungen keine Stellung nehmen.


Anzeige
DAX
Chart
DAX 11.236,50 +0,29%
TecDAX 1.756,50 +0,18%
EUR/USD 1,0562 ±0,00%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

FMC 77,20 +3,47%
FRESENIUS... 69,87 +2,31%
BEIERSDORF 78,43 +1,86%
DT. BANK 17,32 -3,34%
THYSSENKRUPP 23,48 -2,44%
INFINEON 16,20 -1,12%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 170,60%
Crocodile Capital MF 121,61%
Stabilitas GOLD+RE AF 114,23%
Fidelity Funds Glo AF 100,02%
Morgan Stanley Inv AF 96,13%

mehr