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Bertelsmann Random House und Penguin Group fusionieren.

Bertelsmann Random House und Penguin Group fusionieren. © Andy Rain

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Bertelsmann Random House und Penguin Group fusionieren

Bertelsmann und sein britischer Konkurrent Pearson bauen den weltgrößten Verlag für Belletristik und Sachbücher auf. Sie verschmelzen ihre Buchverlage Random House und Penguin Group.

Gütersloh/London/Brüssel. So wollen die beiden Medienkonzerne der wachsenden Konkurrenz wie Amazon, Apple und Google Paroli bieten, die vor allem auch mit E-Books erfolgreich sind.

Bertelsmann soll 53 Prozent der Anteile halten, Pearson 47 Prozent, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Die neue Verlagsgruppe mit dem neuen Namen Penguin Random House hätte einen Umsatz von etwa 2,8 Milliarden Euro und würde weltweit 8000 Mitarbeiter beschäftigen.

Chef des neuen Unternehmens soll Random House-Chef Markus Dohle werden. Sitz der Verlagsgruppe ist New York. Der Verlag will sich vor allem auf den englisch- und spanischsprachigen Markt konzentrieren. Die deutsche Verlagsgruppe Random House in München mit 900 Beschäftigten und 45 Verlagen wird nicht Teil der Gruppe und bleibt zu 100 Prozent in der Hand von Bertelsmann.

Experten werten den Zusammenschluss als Reaktion auf den Erfolg von E-Books und Online-Händlern wie Amazon, Apple und Google. Diese Konzerne seien es gewohnt, in globalen Verwertungsketten zu planen, sagte der Wiener Buchmarkt-Experte Rüdiger Wischenbart. Gleichzeitig versuche Amazon, alle Funktionen des Marktes unter seinem Dach zu vereinen: Selbstverlag, Buchverlag, Leihbibliothek, Multichannel- Vertrieb und Marketingplattform, die es Autoren wie Verlagen erlaubt, direkt mit den Endkunden ins Geschäft zu kommen.

Diesen Möglichkeiten kommt auch der neue Verlagsgigant näher. Damit werde Penguin Random House auch attraktiver für Autoren weltweit, sagte Rabe. Amazon bezeichnete er als großen und guten Kunden beider Verlagsgruppen. "Mir ist nicht bekannt, dass Amazon uns die Konditionen und Preise diktiert."

Bertelsmann und Pearson gehen davon aus, den Deal in der zweiten Hälfte des Jahres 2013 abschließen zu können. Die Zustimmung der Kartellbehörden in den USA und der EU-Kommission steht noch aus. Der EU-Kommission liege noch keine Anmeldung des Falls vor, sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia in Brüssel. Die EU-Kommission ist bei großen grenzüberschreitenden Fusionen als Kartellbehörde zuständig. Sie kann die Sache genehmigen, unter Auflagen erlauben (das ist der häufigste Fall) oder verbieten.

"Mit dem geplanten Zusammenschluss schaffen Bertelsmann und Pearson die bestmöglichen Voraussetzungen für die Zukunft ihrer weltweit anerkannten Verlagshäuser Random House und Penguin", erklärte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe. Es könnten effektiver Bücher verlegt werden, und das in traditionellen wie in digitalen Formaten. Zahlen zu möglichen Synergie-Effekten wollte er nicht nennen. Die Vereinbarung sei ein Meilenstein. Pearson-Chefin Marjorie Scardino betonte, dass man sich gemeinsam besser der digitalen Zukunft stellen könne.

Es sei das Bestreben, den Anteil von Bertelsmann mit der Zeit auszubauen, hieß es aus Gütersloh. Für die nächsten drei Jahre sei die Anteilsverteilung allerdings vertraglich festgeschrieben. Nach fünf Jahren könnte jeder Partner seine Anteile an die Börse bringen.

Random House mit einem Umsatz von gut 1,7 Milliarden Euro 2011 verkauft nach eigenen Angaben pro Jahr weltweit 500 Millionen Bücher. Der Traditionsverlag Penguin mit dem berühmten Pinguin als Emblem - Umsatz 2011 knapp 1,3 Milliarden Euro - ist vor allem für seine preiswerten Klassiker-Taschenbücher bekannt. Trotz der Zusammenlegung sollen beide Verlage ihre Identität bewahren, hieß es.

Die Verträge waren nach fünfmonatigen Verhandlungen unterzeichnet worden. Das konnte auch die kurzfristige Ankündigung des Medienmoguls Rupert Murdoch nicht mehr verhindern, der nach einem Zeitungsbericht ein eigenes Angebot für Penguin vorlegen wollte. Sei Ziel war demnach ein Zusammenschluss mit der eigenen Verlagstochter Harper Collins.

dpa


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