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Berlin hat eine hohe Gründerquote.

Berlin hat eine hohe Gründerquote. © Martin Schutt/Archiv

Konjunktur

Berlin bei Firmengründungen spitze

Existenzgründer schaffen Arbeitsplätze und sind ein wichtiger Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung, betont die KfW. Die staatliche Förderbank stellt allerdings fest: Die Gründungstätigkeit variiert in den einzelnen Bundesländern erheblich.

Frankfurt/Main. Nirgendwo in Deutschland wagen so viele Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit wie in Berlin.

Nach einer Analyse der staatlichen Förderbank KfW liegt die jährliche Gründerquote in der Hauptstadt bei 2,6 Prozent - das heißt, dass im Schnitt von 2009 bis 2014 jedes Jahr 26 von 1000 Einwohnern im Alter von 18 bis 64 Jahren eine Firma an den Start brachten.

Die Stadtstaaten Hamburg (2,2 Prozent) und Bremen (2,1) haben ebenfalls vergleichsweise hohe Gründerquoten, wie KfW-Experte Georg Metzger in seiner in Frankfurt veröffentlichten Analyse berichtet.

Abgeschlagen mit einer Quote von nur 1,1 Prozent landen die ostdeutschen Flächenländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen am Ende des Rankings. "Die geringere Verdichtung der ostdeutschen Flächenländer dürfte ein Grund dafür sein, dass sie am Ende der Rangliste stehen", sagte Metzger.

Zum Vergleich: In Hessen liegt die Quote bei 2,0 Prozent, in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bei 1,7 und in Sachsen bei 1,4 Prozent.

Dass in den Stadtstaaten, in denen viele Menschen auf überschaubarem Raum leben, mehr Menschen eine Geschäftsidee verwirklichen, überrascht Metzger nicht: "Denn kurze Wege sind insbesondere für Dienstleistungen und Handel vorteilhaft, also für Sektoren mit einer traditionell hohen Selbstständigenquote."

Hingegen ist die Gründungstätigkeit in industriell geprägten Regionen tendenziell geringer, wie Metzger erklärt: "In den betreffenden Bundesländern ist es leichter, einen gut bezahlten Job bei einem Mittelständler oder Großunternehmen zu bekommen." Damit stünden in Regionen mit starken Arbeitsmärkten Jobangebote in Konkurrenz zur eigenen Selbstständigkeit, erklärte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner.

In Deutschland haben sich nach KfW-Zahlen im vergangenen Jahr 915 000 Menschen selbstständig gemacht, 47 000 mehr als im Vorjahr. Das lag an einem kräftigen Plus in freiberuflichen Bereichen wie Unternehmensberatung, Coaching oder Softwareengineering, während die Gründungen im gewerblichen Bereich zurückgingen. Durch Neugründungen seien 745 000 Vollzeit-Jobs entstanden.

dpa


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