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BMW-Chef Norbert Reithofer warnte vor Ungewissheit in der Autobranche.

BMW-Chef Norbert Reithofer warnte vor Ungewissheit in der Autobranche. © Sven Hoppe

Auto

BMW vollzieht Generationswechsel an Konzernspitze

BMW hat den seit Monaten geplanten Generationswechsel an der Konzernspitze vollzogen. Als Nachfolger von Norbert Reithofer übernahm der bisherige Produktionsvorstand Harald Krüger zum Ende der Hauptversammlung den Chefposten bei dem Autobauer.

München. Reithofer wurde wie erwartet - trotz einiger Kritik von Aktionären - in den Aufsichtsrat gewählt. In einer Sitzung des Gremiums im Anschluss an die Versammlung wurde er anschließend zum Vorsitzenden gewählt und löst damit seinen Vorgänger Joachim Milberg ab.

Krüger muss nun die Führungsrolle von BMW in der Oberklasse verteidigen und Daimler und die VW-Tochter Audi auf Distanz halten. Sein Vorgänger warnte indes zum Abschied vor wirtschaftlichen Turbulenzen. Zwar wolle BMW nach etlichen Rekordjahren 2015 erneut Bestwerte einfahren, es gebe aber viele Risiken.

"Unser wirtschaftliches Umfeld ist wenig stabil", sagte Reithofer. "Solide Planung von heute kann schon morgen Makulatur sein." Zwar gebe es angesichts der guten Konjunktur in vielen Ländern viele Chancen - auf der anderen Seite aber auch viel Ungewissheit. So gehe in Brasilien und Russland der Automarkt weiter zurück.

Aktionärsvertreter wünschten Krüger viel Glück, betonten aber auch, dass Reithofer die Messlatte für seinen Nachfolger hoch gelegt habe. Reithofer lobte den reibungslosen Übergang. "Wir haben den Wechsel an der Spitze frühzeitig vollzogen - geräuschlos." Dennoch gebe es viele Herausforderungen. "Es gibt weiterhin viel zu tun - für meinen Nachfolger und das gesamte Team", sagte Reithofer in seiner Rede.

Kritik gab es vor allem am direkten Wechsel Reithofers an die Spitze des Aufsichtsrats. Sie richtete sich vor allem gegen die fehlende Pause von zwei Jahren, die das Aktiengesetz für solche Wechsel eigentlich vorsieht. BMW nutzt eine Ausnahmeregelung, die es Großaktionären ermöglicht, davon abzuweichen.

"Wir haben uns mit diesem Weg sehr schwer getan", sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Grundsätzlich lehne die DSW solche Wechsel ab, es gebe gute Gründe für eine längere Pause. Angesichts der Erfolge von Reithofer werde die DSW aber nicht gegen diese Wahl stimmen.

Auch Ingo Speich von der Investmentfirma Union Investment äußerte Bedenken. "Bei einem sofortigen Wechsel an die Spitze des Aufsichtsrates können Sie nicht unbefangen und neutral über das wachen, was Sie selbst geschaffen haben", sagte er. "Und Sie machen es für Herrn Krüger sogar noch schwerer, aus Ihrem Schatten zu treten".

Der scheidende Chef des BMW-Aufsichtsrats, Joachim Milberg, verteidigte den direkten Wechsel von Reithofer. Auf diese Weise blieben die "profunden Kenntnisse und Erfahrungen" Reithofers dem Unternehmen erhalten. Der Aufsichtsrat und große Aktionäre seien sich einig, dass der Wechsel im Interesse von BMW liege, sagte Milberg.

dpa


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