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Ford-Mitarbeiter verladen in Köln Neuwagen auf ein Schiff. Die Absatzkrise in Europa macht Ford schwer zu schaffen.

Ford-Mitarbeiter verladen in Köln Neuwagen auf ein Schiff. Die Absatzkrise in Europa macht Ford schwer zu schaffen. © Oliver Berg/Archiv

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Autokrise in Europa - Produktionsstopps und Bangen um Jobs

Die Opelaner zittern weiter um ihre Jobs, MAN schickt 15 000 Mitarbeiter in den Zwangsurlaub - die Krise in der Autoindustrie ist noch lange nicht ausgestanden. Die Aussichten sind trübe.

Bochum/München. Die Autoindustrie in Europa kämpft gegen die anhaltende Absatzkrise. Der Lastwagenbauer MAN drosselt angesichts der schwachen Nachfrage ab Montag seine Produktion und schickt 15 000 Mitarbeiter für eine Woche in den Zwangsurlaub, um nicht auf Halde zu produzieren. Bei Opel ringen Management und Arbeitnehmervertreter weiter um eine Sanierung des angeschlagenen Autobauers. 2013 dürfte sich die Lage in der Branche aber noch verschärfen.

Auf dem deutschen Automarkt gehen die Neuzulassungen im kommenden Jahr weiter zurück, wie Experte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen am Sonntag prognostizierte. "Weniger verfügbares Einkommen, Kurzarbeit in mehreren Branchen und unsichere Zukunftsaussichten sind wichtige Gründe für die Kaufzurückhaltung im deutschen Automarkt auch im Jahr 2013", sagte Dudenhöffer der dpa. Er erwartet im nächsten Jahr 3,03 Millionen Neuzulassungen in Deutschland, nach 3,1 Millionen 2012. Das schlechteste Autojahr nach der Wiedervereinigung war 2010, das Jahr nach der Abwrackprämie, als nur 2,92 Millionen neue Autos zugelassen wurden.

Der europäische Automarkt ist angesichts der Schuldenkrise seit Monaten auf Talfahrt, die Folge sind teure Überkapazitäten. Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroën sowie der US-Hersteller Ford haben bereits Werkschließungen angekündigt.

Opel muss seinen Mitarbeitern Geld nachzahlen, nachdem Sanierungsverhandlungen mit der IG Metall vorerst zu keinem Ergebnis geführt haben. Mit der Novemberabrechnung werden die für Mai bis Oktober gestundeten Tariferhöhungen von je 4,3 Prozent ausgezahlt, sagte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel am Sonntag bei einer IG Metall-Mitgliederversammlung. Zugleich sei eine zunächst unbefristete neue Stundung vereinbart worden, solange die Gespräche über die Sicherung der Werke liefen.

Eine dauerhafte Lösung für das besonders gefährdete Bochumer Werk mit 3200 Opel-Beschäftigten nach Auslaufen der aktuellen Zafira-Produktion 2016 sei nicht erreicht worden, räumte Einenkel ein. Deswegen gingen die Gespräche jetzt weiter. Er hoffe auf eine Lösung bis zum Jahresende. Der Opel-Mutterkonzern GM möchte wegen Überkapazitäten und hoher Verluste ein Werk in Deutschland schließen.

Im Vergleich zu Opel läuft es bei VW sowie den Oberklasse-Herstellern Porsche und BMW noch rund. BMW einigte sich aber nun mit seinem Betriebsrat auf flexiblere Arbeitszeiten. Damit werde die Beschäftigung gesichert, sagte am Sonntag ein BMW-Sprecher. Er bestätigte im Grundsatz einen entsprechenden "Spiegel"-Bericht, betonte aber, dass es nicht nur um ein Anti-Krisen-Programm gehe. Die Arbeitszeit richtet sich in Zukunft stärker nach dem Autoabsatz: Wenn die Nachfrage steigt, sind leichter Sonderschichten möglich. Bei einem Absatzrückgang können die Arbeitszeitkonten ins Minus gehen.

Seit Monaten auf Talfahrt ist die Nutzfahrzeug-Konjunktur. Von dem einwöchigen Produktionsstopp beim Branchenriesen MAN sind die beiden Standorte München und Salzgitter sowie einige Verwaltungsbereiche betroffen. Noch offen sei, ob auch in den drei Wochen von 24. Dezember bis 11. Januar der Betrieb geschlossen bleibe, sagte MAN-Sprecher Stefan Straub am Samstag in München.

MAN hatte den einwöchigen Produktionsstopp bereits Mitte Oktober angekündigt. Für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet dies nach Angaben Straubs keine Gehaltseinbußen; sie müssen jedoch Urlaub und Überstunden abbauen. Auch bei Daimler hatte es im Lastwagenbau bereits Produktionsstopps gegeben.

dpa


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