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Vor allem in Ländern der Europäischen Union stieg im Februar die Nachfrage nach Produkten «Made in Germany».

Vor allem in Ländern der Europäischen Union stieg im Februar die Nachfrage nach Produkten «Made in Germany». © Jens Büttner/Illustration

Außenhandel

Außenhandel gewinnt überraschend an Tempo: Exporte gestiegen

Angetrieben von der Nachfrage in Europa gewinnt der deutsche Export wieder an Tempo. Die Hoffnung wächst, dass die Probleme der Weltwirtschaft weniger stark durchschlagen als befürchtet.

Wiesbaden. Deutschlands Exporteure trotzen der Abkühlung der Weltwirtschaft. Nach einem schwachen Jahresauftakt stiegen die Exporte im Februar unerwartet deutlich.

Die Unternehmen führten Waren im Wert von 99,5 Milliarden Euro aus, das waren 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Gegenüber dem Vormonat legten die Exporte um 1,3 Prozent zu. Bankökonomen hatten mit deutlich weniger gerechnet. Vor allem in Ländern der Europäischen Union stieg die Nachfrage nach Produkten "Made in Germany".

Die Unternehmen profitierten insbesondere vom Handel mit den europäischen Nachbarn, erklärte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner. "Die Bilanz mit Ländern außerhalb Europas fällt hingegen mager aus".

Zum Jahresbeginn hatten die erfolgsverwöhnten deutschen Exportunternehmen die Probleme der Weltwirtschaft zu spüren bekommen. Im Januar waren die Ausfuhren sowohl zum Vorjahresmonat als auch zum Dezember 2015 gesunken. Vor allem der wichtige chinesische Markt schwächelt, das trifft unter anderem deutsche Maschinenbauer und Autohersteller. Nach Einschätzung der Welthandelsorganisation (WTO) wird der globale Handel in diesem Jahr deutlich geringer wachsen als bisher angenommen.

Ökonomen der BayernLB erwarten zwar weiterhin keine großen Wachstumsimpulse vom Außenhandel für die deutsche Wirtschaft. "Allerdings bleibt auch ein befürchteter größerer Bremseffekt bislang aus". Selbst die Grenzkontrollen wegen des Flüchtlingszustroms hätten bisher allenfalls geringe Folgen. Der Anstieg der Importe sei zudem ein Zeichen für die robuste Binnenkonjunktur Deutschlands. Die Einfuhren waren im Februar binnen Jahresfrist um 4,0 Prozent auf 79,3 Milliarden Euro geklettert.

Sorgen bereitet der Branche ein möglicher Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit). Dieser hätte Folgen für die restlichen EU-Länder, sagte Börner. "Auf Dauer wird daher auch der künstlich niedrig gehaltene Eurokurs es nicht schaffen, den deutschen Außenhandel in diesen turbulenten Zeiten in ruhigem Fahrwasser zu halten."

Zwar hatte der Euro zuletzt gegenüber Dollar und Co. an Wert gewonnen, von früheren Höchstständen ist die Gemeinschaftswährung allerdings noch weit entfernt. Das liegt vor allem daran, dass die Europäische Zentralbank den Leitzins auf Null gesenkt hat. Das macht Anlagen in Euro weniger attraktiv. Ein schwacher Euro macht Waren "Made in Germany" auf dem Weltmarkt günstiger, das kann den Absatz ankurbeln.

dpa


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