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Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post, Frank Appel.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post, Frank Appel. © Oliver Berg/Archiv

Unternehmen

Arbeitskampf bei der Post belastet Konzernergebnis

Der wochenlange Arbeitskampf bei der Deutschen Post hat die Bilanz des Logistikkonzerns im zweiten Quartal verhagelt. Der Streik habe den Gewinn vor Zinsen und Steuern mit 100 Millionen Euro belastet, teilte das Unternehmen in seinem Zwischenbericht mit.

Bonn. Aufgrund der Zahlen ruderte der gelbe Riese bei der Gewinnprognose für dieses Jahr zurück: Für 2015 korrigierte das Unternehmen den Wert entsprechend nach unten auf 2,95 bis 3,1 Milliarden Euro. Konzernchef Frank Appel sprach von einem Jahr des Übergangs.

Zugleich zeigte sich der Manager davon überzeugt, dass die Anstrengungen des Unternehmens schon im kommenden Jahr zu einer verstärkten Ergebnisdynamik führen werden. "Dafür haben wir bewusst kurzfristige Ergebnisbelastungen in Kauf genommen", betonte Appel. Das Unternehmen gehe weiterhin davon aus, den operativen Gewinn im Zeitraum 2013 bis 2020 um durchschnittlich mehr als 8 Prozent jährlich steigern zu können.

Im zweiten Quartal ging das operative Ergebnis um 18 Prozent auf 537 Millionen Euro zurück. Beim Umsatz profitierte die Deutsche Post vom schwachen Euro. Dieser trieb den Erlös um 7,3 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro nach oben. Das internationale Expressgeschäft und die vom boomenden Internethandel getriebene Paketsparte entwickelten sich weiterhin dynamisch, hieß es.

An der Börse kamen die Quartalszahlen indes nicht gut an: Die Post-Aktie war bis zum Mittag Tagesverlierer im Dax. Das Papier notierte 27,44 Euro und lag damit im Vergleich zum Vortag knapp 3 Prozent im Minus. Analysten zweifelten an der Ergebnisqualität und verwiesen auf ein weiterhin schwaches Frachtgeschäft. Auch der Bereich Lagerlogistik steht unter Druck.

Trotz des Streiks verzeichnete die Paketsparte ein weiterhin starkes Wachstum, berichtete die Post. Der Umsatz dieses Geschäftsfeldes kletterte im zweiten Quartal mehr als 12 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Rückstände bei der Paketzustellung seien inzwischen weitgehend abgearbeitet, sagte eine Sprecherin.

Anfang Juli hatten Post und Gewerkschaft Verdi nach wochenlangen Streiks ihren Konflikt beigelegt und ein Tarifpaket beschlossen. Dies sieht für die rund 140 000 Beschäftigten unter anderem einen Kündigungsschutz bis 2019 vor sowie Gehaltserhöhungen in zwei Schritten für 2016 und 2017 und eine Einmalzahlung für 2015. Nicht durchsetzten konnte sich Verdi mit der Forderung nach Rücknahme und Wiedereingliederung von regionalen Paketgesellschaften in den Mutterkonzern. In diesen Unternehmen sind inzwischen 6700 Menschen beschäftigt.

dpa


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