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In Ostdeutschland ist Stress im Job laut der Umfrage weiter verbreitet als im Westen.

In Ostdeutschland ist Stress im Job laut der Umfrage weiter verbreitet als im Westen. © Oliver Berg/Archiv

Arbeit

Arbeitnehmer unter Druck - wie groß ist der Stress?

Pausen, Abschalten und Energie tanken? Vielen fällt es schwer, Stress im Job zu vermeiden. Ältere und Arbeitnehmer in Ostdeutschland fühlen sich besonders oft belastet.

Berlin. Arbeiten über die reguläre Stunden hinaus, zu wenig Zeit, Druck vom Chef - die meisten Arbeitnehmer in Deutschland fühlen sich im Beruf belastet. Eine Umfrage der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zeigt Details - eine Übersicht.

Wie stark ist Stress im Job in Deutschland verbreitet?

Laut der Verdi-Studie fühlen sich 37 Prozent der Arbeitnehmer voll und 34 Prozent eher von hoher Arbeitsbelastung betroffen. Nur für 28 Prozent ist das kein großes Thema. Deutlich oder zumindest tendenziell überfordert fühlen sich allerdings nur 22 Prozent, 45 Prozent eher nicht und 33 Prozent gar nicht.

Gibt es Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland?

Ja. Voll oder eher einer hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt fühlen sich 79 Prozent der Arbeitnehmer in Ostdeutschland - aber nur 68 Prozent in den alten Ländern. Etwas häufiger bezeichnen sich Ostdeutsche auch als überfordert. Verdi-Chef Frank Bsirske führt dies auf die geringere Tarifbindung und eine geringere Ausstattung der Firmen mit Betriebsräten in den neuen Ländern zurück.

Gibt es Altersunterschiede?

Ja. Während bei den Unter-50-Jährigen nur rund jeder dritte Arbeitnehmer die Arbeitsbelastung ohne jede Einschränkung als hoch bezeichnet, sind es unter den Älteren 42 Prozent. Auch stark oder eher überfordert fühlen sich Ältere mit 28 Prozent deutlich häufiger.

Wie hat sich die Arbeitsbelastung entwickelt?

Aus Sicht der Betroffenen hat sie zugenommen. Das trifft laut 42 Prozent voll, und laut 28 Prozent immerhin eher zu. Nur ein knappes Drittel winkt ab und meint, der Stress im Job sei nicht größer geworden.

Smartphones, Mail, Notebook - sind Arbeitnehmer auch jenseits der regulären Arbeitszeit erreichbar?

58 Prozent der Befragten geben das in der Verdi-Studie an - rund 41 Prozent verneinen. Rund zwei von fünf Arbeitnehmer fühlen sich dadurch gestresst, für 58 Prozent ist das kein Stressfaktor.

Was sind ansonsten die Hauptursachen für Arbeitsstress?

Das reine Volumen der Arbeit ist laut eigener Einschätzung für 32 Prozent Auslöser, Zeitdruck für 29 Prozent und Druck durch Vorgesetzte und körperliche Belastung für jeweils 12 Prozent.

Wie wirkt sich der Stress im Job aus?

Das ist nicht ganz klar. Psychische Erkrankungen sind laut den Krankenkassen immer häufiger Ursache für Fehlzeiten. Immer mehr psychisch Kranke scheiden auch aus dem Job aus. Vergangene Woche legte die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft eine Studie des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie vor, nach der Arbeit keinen besonderen Risikofaktor für psychische Erkrankungen darstellt - Depressionen hätten überwiegend personenbezogene, biografische Ursachen. Andere sehen Berufsstress als krankmachend an.

Welchen Umstände am Arbeitsplatz können konkret krank machen?

Forscher meinen: Stress ist besonders riskant, wenn andere ungünstige Umstände dazukommen - etwa ein Mangel an Anerkennung, missgünstige Kollegen, unklare Zukunftsperspektiven oder widersprüchliche Anweisungen. Psychologen sprechen von einer "Gratifikationskrise".

Welche Handhabe gibt es gegen Stress im Job?

Eine Anti-Stress-Verordnung, die die Gewerkschaften fordern und auch bereits im politischen Gespräch war, ist nicht abzusehen. Dass Arbeitnehmer nicht ständig erreichbar sein müssen, wird aber zunehmend in Betriebsvereinbarungen geregelt.

dpa


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