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Fast 75 Millionen verkaufte Smartphones und 18 Milliarden Dollar Gewinn - Apple gelingt ein Rekord für die Wirtschaftsgeschichte.

Fast 75 Millionen verkaufte Smartphones und 18 Milliarden Dollar Gewinn - Apple gelingt ein Rekord für die Wirtschaftsgeschichte. © Shawn Thew

Computer

Apple erzielt höchsten Unternehmensgewinn aller Zeiten

Der Erfolg des iPhone 6 und ein enormer Boom in China haben Apple einen Rekordgewinn von 18 Milliarden Dollar beschert. Soviel hat noch nie ein Unternehmen weltweit in einem Quartal verdient.

Cupertino. Der Konzern verkaufte im Weihnachtsgeschäft 74,5 Millionen iPhones - fast die Hälfte mehr als vor einem Jahr. Einen Absatz in dieser Größenordnung hatte bisher nur Smartphone-Marktführer Samsung geschafft. Allerdings haben die Südkoreaner dabei auch viele günstige Modelle im Angebot. Apple kassierte dagegen dank dem größeren und teureren iPhone 6 Plus durchschnittlich 687 Dollar pro verkauftes Telefon. Der Konzern sitzt nun auf einem Geldberg von 178 Milliarden Dollar.

Der Umsatz im Ende Dezember abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal wuchs um fast 30 Prozent auf 74,6 Milliarden Dollar, wie Apple nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte. Der Apple-Gewinn sprang mit den umgerechnet 15,9 Milliarden Euro im Jahresvergleich um mehr als 38 Prozent hoch. Die Zahlen übertrafen die bereits hohen Erwartungen des Marktes noch deutlich, die Aktie stieg im frühen US-Handel am Mittwoch um über 7,5 Prozent auf rund 117,50 Dollar.

Das Weihnachtsgeschäft ist seit Jahren die beste Zeit für Apple: Das jeweils neue iPhone-Modell ist frisch auf dem Markt und die Käufer sind spendabel. Das Smartphone ist das wichtigste Apple-Produkt und machte zuletzt fast 70 Prozent des Geschäfts aus. Apple hatte sich lange gegen den Trend zu großen Bildschirmen gesperrt. Jetzt trafen die beiden Modelle des iPhone 6 mit deutlich größeren Displays als bisher auf eine gewaltige aufgestaute Nachfrage.

Apple sei erst zum Januar mit der Produktion nachgekommen, sagte Konzernchef Tim Cook in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Pro Stunde seien 34 000 iPhones verkauft worden, rechnete er vor. Das iPhone 6 sei das populärste Gerät in der Modellpalette gewesen. Er sei sehr zuversichtlich, dass die starke Nachfrage andauern werde.

Cook nannte auch erstmals den April als konkreteren Starttermin für die mit Spannung erwartete erste Computeruhr von Apple. Bisher sprach der Konzern nur von Anfang 2015. "Ich nutze sie jeden Tag, ich liebe sie und kann mir kein Leben ohne sie vorstellen", sagte Cook. Von der Apple Watch wird erwartet, dass sie dem Geschäft mit Computeruhren einen deutlichen Schub gibt. In dem noch überschaubaren Markt ist bisher vor allem der Apple-Rivale Samsung stark.

Das iPad-Tablet schwächelte unterdessen auch zu Weihnachten weiter. Die Verkäufe sanken im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 21,42 Millionen Geräte. Der Tablet-Markt erlebt nach einem anfangs steilen Wachstum einen Durchhänger. Cook betonte, er glaube auf lange Sicht weiterhin an die Produktkategorie. Optimistisch stimme ihn vor allem ein hoher Anteil der Neukunden sowie die hohen Zufriedenheitswerte in Umfragen. Zugleich stellte Cook klar, er rechne noch nicht mit einer Besserung in den nächsten Quartalen.

Bei den Mac-Computern gab es dagegen ein Absatzplus von 14 Prozent auf rund 5,52 Millionen Geräte - während der Markt laut Analysefirma IDC um rund drei Prozent weiter schrumpfte. Von der Box Apple TV, die Online-Videos auf den Fernseher bringt, seien bisher insgesamt 25 Millionen Geräte verkauft worden, sagte Cook.

Ein zentraler Baustein für das Rekordquartal war der Erfolg in China. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma Canalys war das iPhone dort im vergangenen Quartal das bestverkaufte Smartphone. Das ist umso erstaunlicher, da in dem Markt meist günstige Geräte gefragt waren. Der Anteil Chinas am Apple-Geschäft stieg auf mehr als 21 Prozent.

Apple werde aber einen stärkeren Gegenwind durch ungünstige Währungskurse zu spüren bekommen, warnte Finanzchef Luca Maestri. Der erstarkte Dollar drückt die Auslandseinnahmen bei der Umrechnung in die US-Währung. In den vergangenen Monaten sei der Effekt noch durch Absicherungsgeschäfte deutlich ausgeglichen worden, dennoch wäre der Quartalsumsatz bei gleichbleibenden Währungskursen um vier Prozentpunkte höher gewesen. Die alten Absicherungsdeals laufen nun aber allmählich aus, so dass Apple den Währungsschwankungen stärker ausgesetzt sein wird.

Den bislang höchsten Quartalsgewinn hatte im ersten Vierteljahr 2011 der russische Erdgas-Riese Gazprom präsentiert. Die 468 Milliarden Rubel entsprachen damals rund 16,4 Milliarden Dollar. Quartalsgewinne in zweistelliger Milliardenhöhe erzielten bisher neben Apple nur Mineralölkonzerne.

Auf dem Papier hatte auch schon mal der marode Immobilienfinanzierer Fannie Mae im Zuge von Rettungsmaßnahmen der US-Regierung für das erste Quartal 2013 ein Ergebnis von 58,7 Milliarden Dollar ausgewiesen. Es ging allerdings auf eine Steuergutschrift von 50 Milliarden Dollar zurück und im Vierteljahr danach musste die komplette Summe von rund 59 Milliarden Dollar als Dividende an die Steuerzahler zurücküberwiesen werden.

dpa


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