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Ein Börsenhändler spiegelt sich im Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX).

Ein Börsenhändler spiegelt sich im Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). © Fredrik von Erichsen

Börsen

Anleger wegen griechischer Hängepartie verunsichert

Die Hängepartie in Sachen Griechenland hat für fortgesetzte Unsicherheit am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Nach dem Auf und Ab in dieser Woche hielten sich die Anleger mit Engagements überwiegend zurück.

Frankfurt/Main. Der Dax büßte nach einer kurzen Erholung bis zum Nachmittag 0,37 Prozent auf 11 728,11 Punkte ein. Der MDax der mittelgroßen Werte verlor 0,30 Prozent auf 20 910,66 Punkte, während der Technologiewerte-Index TecDax um 0,50 Prozent auf 1726,90 Punkte zulegte.

Wie Händler Thorsten Engelmann von der Investmentbank Equinet sagte, erscheint der Dax zwar momentan etwas orientierungslos, "aber es darf nicht vergessen werden, dass wir immer noch nahe der Hochs notieren und eine richtige Korrektur bisher ausgeblieben ist". Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 lag etwas mehr als ein halbes Prozent im Minus.

Der Blick auf Griechenland hingegen offenbarte wenig Neues. Athen bleibt trotz der Skepsis der internationalen Geldgeber zuversichtlich, in den Verhandlungen über die Freigabe weiterer Hilfen bis Sonntag zu einer Einigung zu kommen.

Unter den Einzelwerten im Dax zogen vor allem die Aktien von Infineon Interesse auf sich und sprangen um 4,75 Prozent hoch. Im TecDax rückten die Papiere des Apple-Zulieferers Dialog Semiconductor um 2,10 Prozent vor. Eine Milliardenfusion in den USA gab dem gesamten Technologiesektor Auftrieb: Avago will den Drahtlos-Chiphersteller Broadcom kaufen. Es wäre die größte Übernahme in der Halbleiter-Branche überhaupt. Das Gesamtvolumen der Transaktion liegt bei rund 37 Milliarden US-Dollar.

Eon-Papiere gaben nach einer Abstufung der Kreditwürdigkeit des Versorgers durch die Ratingagentur S&P moderate 0,33 Prozent ab. Als Grund wurde der Ausgliederungsprozess von Uniper genannt. In dem neuen Unternehmen spaltet Eon die wegen der Energiewende unter Druck geratenen Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke sowie andere Sparten wie den Energiehandel ab. Wie S&P schreibt, dürften sich die Bonitätskennziffern dadurch zunächst abschwächen, nach Vollzug der Ausgliederung sollte sich das Risikoprofil dann aber wieder verbessern.

Nur optisch verbuchten die Aktien der Deutschen Post und die von Bayer größere Kursverluste. Beide schütten an diesem Tag ihre Dividende aus.

Im MDax gingen die Aktien von Salzgitter als Schlusslicht mit minus 4,46 Prozent auf Talfahrt. Trotz zuletzt solider Zahlen warnte Deutschlands zweitgrößter Stahlhersteller vor allzu großer Euphorie. Es sei "noch eine harte Wegstrecke in Richtung allseits zufriedenstellender wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit", sagte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann während der Hauptversammlung.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,42 Prozent am Vortag auf 0,44 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,36 Prozent auf 138,91 Punkte. Der Bund Future gewann 0,19 Prozent auf 155,11 Punkte. Den Referenzkurs des Euro setzte die Europäische Zentralbank (EZB) auf 1,0896 (Mittwoch: 1,0863) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9178 (0,9206) Euro.

dpa


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