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Wirtschaft Amazon verspricht über 700 Jobs
Nachrichten Wirtschaft Amazon verspricht über 700 Jobs
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20:22 25.01.2018
SCHON IM BAU: Mehr als 700 Arbeitsplätze will Amazon in Garbsen schaffen. Die etwa 70 Millionen Euro kostende Halle mit einer Fläche von etwa 35 000 Quadratmetern und bis zu 13 Metern Höhe wird von der hannoverschen Unternehmensgruppe Baum erstellt und an den Versandhändler vermietet. Ende des Jahres soll das Sortierzentrum an der A 2 fertig sein. Quelle: ZEICHNUNG: Baum Unternehmensgruppe
GARBSEN

Mehr als 700 neue Arbeitsplätze sollen in der Region Hannover durch sein neues Sortierzentrum an der A2 in Garbsen nahe des „Blauen Sees“ entstehen, verspricht der Internet-Konzern Amazon.

Im September/Oktober soll das Sortierzentrum laut Anette Nachbar, Pressesprecherin für Amazon-Deutschland, seine Arbeit aufnehmen – damit es für die Hochsaison gegen Jahresende auf vollen Touren läuft. Man werde zunächst mit Zeitarbeitern starten, nach und nach würden bis zu 80 Prozent der Jobs in unbefristete Stellen umgewandelt – wie lange das dauern wird, könne man nicht vorhersagen.

Alle Jobs seien „sozialversicherungspflichtig – alles andere ist völliger Unsinn. Es gibt bei Amazon in Deutschland keinen einzigen nicht-sozialversicherungspflichtigen Job!“ Die Startlöhne würden „deutlich über zehn Euro je Stunde“ liegen, man werde sich dabei „am Umfeld in der Region orientieren“. Im Logistikzentrum in Winsen (Luhe) nahe Hamburg betrage der Startlohn 11,15 Euro. Welche Verkehrsbelastung das Sortierzentrum erzeugen wird und wie hoch wohl der Anteil mit Bus und Bahn anfahrenden Mitarbeiter sein wird, darüber liegen Nachbar noch keine Infos vor.

Nach Angaben der Stadt Garbsen sei „gutachterlich festgestellt“ worden, dass die Leistungsfähigkeit des städtischen Straßennetzes ausreicht – sogar für mehr als das, was Amazon-Ansiedlung mit sich bringt. Auch die A 2 könne den zusätzlichen Verkehr aufnehmen. Zudem finanziere der Investor Baum Unternehmensgruppe (erstellt die Halle) in die Erschließung samt Bushaltestelle – über einen einzurichtenden Busverkehr werde mit der Region Hannover gesprochen.

Die Gewerkschaft Verdi freut sich über die neuen Jobs, fordert aber vor allem Vollzeitstellen und unbefristete Vertragsverhältnisse. Außerdem soll Amazon sich endlich auf Tarifverhandlungen einlassen. Für Verdi-Sprecher Matthias Büschking ist das ein Knackpunkt, erklärte er der NP: Die Amazon-Löhne würden die ersten beiden Jahre erhöht – und dann sei erstmal Schluss. „Tarifverträge garantieren regelmäßige Gehaltserhöhungen und die Möglichkeiten, in höhere Gehaltsstufen zu rutschen. Kein Wunder, dass sich Amazon bislang weigert, über Tarifverträge zu verhandeln!“ Die Erfahrung mit Amazon in Winsen sei, dass dort „noch immer ein Klima ständiger Überwachung und Kontrolle durch Vorgesetzte Kameras“ herrsche sowie „automatisierte Arbeits- und Leistungskontrolle“ – Verdi will daher laut Landesbezirksleiter Detlef Ahting „alles tun, das in Garbsen zu verhindern“.

Von RALPH HÜBNER

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