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Die Riester-Rente stand zuletzt in der Kritik. CSU-Chef Horst Seehofer hatte die Rente im Frühjahr für gescheitert erklärt. Foto: Andrea Warnecke

Die Riester-Rente stand zuletzt in der Kritik. CSU-Chef Horst Seehofer hatte die Rente im Frühjahr für gescheitert erklärt. Foto: Andrea Warnecke

Versicherungen

Allianz-Manager sieht Nachbesserungsbedarf bei Riester-Rente

CSU-Chef Horst Seehofer (CSU) hält die Riester-Rente für gescheitert. Dem widerspricht der Produktvorstand der Allianz Lebensversicherung. Ganz glücklich ist er mit dem aktuellen System allerdings nicht.

Stuttgart. Der Produktvorstand der Allianz Lebensversicherung sieht Nachbesserungsbedarf im System der staatlich geförderten Riester-Rente. "In 15 Jahren gab es keine Dynamik bei der Höhe der Zulagen und Höchstbeiträge", sagte Alf Neumann der Deutschen Presse-Agentur.

"Das müsste angepasst werden", sagte er. Die sogenannte Riester-Rente ist eine private Altersvorsorge auf freiwilliger Basis. Der Staat fördert sie über Zuschüsse und Steuervergünstigungen.

Die Beantragung der Zulage sei allerdings "äußert kompliziert", so Neumann. Die Regeln für die Zulageberechtigung seien heute mehr als zehn Seiten lang. "Daraus entstehende Überraschungen sind nachteilig für die Akzeptanz des Produkts beim Kunden." Stimmen die Angaben beispielsweise zum Gehalt nicht, müssen unter Umständen Zulagen zurückgezahlt werden. "Das ist aus der Sorge heraus entstanden, dass der Staat zu vielen Menschen Förderung zahlen müsste."

Außerdem würde Neumann den Kreis der Berechtigten für Zulagen erweitern. "Angestellte Ärzte, die sich schon über das Ärzteversorgungswerk abgesichert haben, sind beispielsweise nicht zulagenberechtigt, aber auch Selbstständige sind außen vor", kritisiert Neumann. "Es ist kaum nachvollziehbar, warum der Friseur, die Blumenhändlerin und der Bäcker nicht riestern dürfen."

Die Riester-Rente stand zuletzt in der Kritik. CSU-Chef Horst Seehofer hatte die Rente im Frühjahr für gescheitert erklärt. Zwei Fünftel der rund 16,5 Millionen Riester-Sparer zahlen nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums nicht mehr ein oder nutzen keine staatliche Förderung.

Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) ist dennoch überzeugt: Wer eine Riester-Rente abgeschlossen habe, habe "alles richtig gemacht". Auch Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte erst bei den Haushaltsverhandlungen diese Woche: "Die Riester-Rente ist gut, und es lohnt sich, daran zu arbeiten, sie weiter zu verbessern."

"Man darf gespannt sein, was die Regierung vorhat", sagte Neumann. Er will die Rente trotz des Nachbesserungsbedarfs nicht als Flop bezeichnen: "Die Riester-Rente hat ihre Ziele erreicht", sagte der Allianz-Leben-Vorstand. "Sie hat die richtigen Menschen erreicht und gerade Frauen, Kinderreiche und Menschen mit kleinen Einkommen haben damit vorgesorgt." Immerhin 68 Prozent der zulagegeförderten Versicherten bekämen mindestens 80 Prozent der Zulagen.

Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung hatten im Jahr 2012, für das bislang die jüngsten vollständigen Ergebnisse vorliegen, 63 Prozent der Zulagenempfänger ein Einkommen von weniger als 30 000 Euro, fast 25 Prozent verdienten sogar weniger als 10 000 Euro im Jahr.

Die Riester-Rente ist Kernelement der Rentenreform: 2001 hatte die damalige rot-grüne Bundesregierung die Renten für einen Großteil der gesetzlich rentenversicherten Bürger reduziert. Ein zweiter Baustein war der gesetzliche Anspruch auf sogenannte Entgeltumwandlung. Ein Teil des Bruttoeinkommens fließt dabei in die Altersvorsorge.

"Das ist weltweit einzigartig", sagt Neumann. "Wir haben in 15 Jahren 70 Prozent der Berechtigten mit Riester-Rente oder betrieblicher Altersversorgung in Form von Entgeltumwandlung erreicht."

Nun stelle sich die Frage, wie man eine höhere Durchdringung erreiche. "Bei Niedrigverdienern in kleinen Betrieben ist der Anteil noch sehr gering, außerdem sind Selbstständige gar nicht erfasst", sagte Neumann. Auch die Unionsparteien wollen Selbstständige zur Altersvorsorge verpflichten, um Armut im Rentenalter vermeiden - etwa durch Riester-Renten.

Derzeit stagniert die Zahl der Verträge. "Die Diskussion um die Riester-Rente ist aber nicht daran schuld", sagt Neumann. Es gebe keine Kündigungswelle und keinen Rückgang der Neuverträge. "Wir sehen lediglich eine Sättigung", so der Allianz-Leben-Vorstand.

Der Versicherungskonzern führt etwa ein Zehntel der 16,5 Millionen Riester-Verträge. Der größte Anteil entfällt auf Versicherungen, ein kleinerer auf Fondssparpläne und zuletzt kamen die Bausparkassen mit dem Wohnriester dazu.

dpa


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