Navigation:
Nicht genug Geld zum Leben: In  Zukunft werden mehr Rentner auf die staatliche Grundsicherung angewiesen sein.

Nicht genug Geld zum Leben: In Zukunft werden mehr Rentner auf die staatliche Grundsicherung angewiesen sein.
 © dpa

Bertelsmann-Studie

2036 ist jeder fünfte Rentner von Altersarmut bedroht

Das Risiko als Rentner in die Altersarmut zu rutschen, steigt in den nächsten zwanzig Jahren erheblich an. Sind derzeit noch 16 Prozent der Rentner gefährdet, werden es 2036 schon 20 Prozent sein. Noch düsterer sieht die Zukunft für Niedrigqualifizierte und alleinstehende Frauen aus.

Gütersloh.  Immer mehr künftigen Rentnern droht nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung der Absturz in die Altersarmut. Bis zum Jahr 2036 steigt die Armutsrisikoquote der dann 67-Jährigen von heute 16 auf 20 Prozent an. Damit wäre zukünftig jeder fünfte deutsche Neu-Ruheständler von Altersarmut bedroht. Parallel dazu prognostizieren die Autoren einen weiteren Anstieg der Grundsicherungsquote: 7 Prozent der Neurentner könnten künftig auf staatliche Unterstützung angewiesen sein, 2015 waren es noch 5,4 Prozent.

Insbesondere alleinstehende Frauen, Niedrigqualifizierte und Langzeitarbeitslose sind gefährdet. So steigt der Anteil der alleinstehenden Frauen, die von staatlichen Leistungen abhängig werden, weil ihr Einkommen nicht fürs Leben reicht, von heute rund 16 auf knapp 28 Prozent im Jahr 2036 an. Somit wäre künftig fast jede dritte alleinstehende Neurentnerin auf eine Grundsicherung vom Staat angewiesen. Bei Langzeitarbeitslosen steigt die Risikoquote von 19 auf 22 Prozent, bei Menschen ohne Berufsausbildung von 10 auf 14 Prozent.

Als Ursache für die wachsende Altersarmut sehen die Studien-Autoren zwei Gründe: Die Zunahme von Unterbrechungen im Arbeitsleben und unsichere Beschäftigungsverhältnisse im Niedriglohnsektor. Auf Menschen mit atypischen Beschäftigungsverhältnissen sei das deutsche Rentensystem nicht genügend vorbereitet.

Zum anderen sinkt das Rentenniveau aufgrund der demografischen Entwicklung kontinuierlich. „Wir brauchen weitere Reformen für den Ruhestand: Wenn die Babyboomer-Generation in Rente geht, könnte es zu einem bösen Erwachen kommen. Um das Alterssicherungssystem zukunftsfest zu gestalten, müssen wir es heute an die veränderten Rahmenbedingungen der Arbeitswelt anpassen“, fordert Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung.

Heute liegt die Armutsgrenze bei 958 Euro

Heutzutage gelten Rentner als armutsgefährdet, wenn ihr Netto-Einkommen unter 958 Euro liegt. Für die Studie haben das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Simulationsberechnungen angestellt. Basis sind Haushaltsdaten, mit denen die zukünftigen Alterseinkommen aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Altersvorsorge prognostiziert werden.

Die Ergebnisse der Studien decken sich in vielen Teilen mit dem Altersicherungsbericht, den die Bundesregierung 2016 veröffentlichte. Darin fordert die Politik die Menschen auf, mehr privat für das Alter vorzusorgen. Nach Ansicht der Bertelsmann-Stiftung aber reicht das bei weitem nicht aus. Christof Schiller, Autor der Studie, fordert eine bessere Integration der Risikogruppen in den Arbeitsmarkt.

Von Anne Grüneberg/RND/dpa/


Anzeige
DAX
Chart
DAX 13.005,50 +0,12%
TecDAX 2.487,50 -0,30%
EUR/USD 1,1784 -0,53%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

LINDE 177,95 +2,88%
LUFTHANSA 25,80 +1,77%
DT. BÖRSE 92,66 +1,71%
SIEMENS 116,11 -1,22%
BMW ST 86,32 -1,03%
Henkel VZ 116,48 -0,99%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 221,87%
Commodity Capital AF 151,98%
Allianz Global Inv AF 115,08%
Apus Capital Reval AF 112,38%
FPM Funds Stockpic AF 108,74%

mehr