Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wirtschaft Studie: Jüngere Mitarbeiter weniger motiviert als Ältere
Nachrichten Wirtschaft Studie: Jüngere Mitarbeiter weniger motiviert als Ältere
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:24 10.09.2015
Jüngere arbeiten offenbar weniger motiviert als ältere, sind aber trotzdem mit ihrem Job zufrieden. Quelle: Jan Woitas/Archiv

Stuttgart/Duisburg (dpa) - Jüngere Arbeitnehmer sind einer Studie zufolge mit weniger Feuereifer bei ihrem Job als Ältere. Die Zufriedenheit mit dem Job scheint auch eine Frage des Alters zu sein.

Während nur 26 Prozent der unter 20-Jährigen und 32 Prozent der 21- bis 30-Jährigen angaben, "hochmotiviert" bei der Arbeit zu sein, lag der Anteil der 61-Jährigen oder älteren Arbeitnehmer bei 40 Prozent. So das Ergebnis der am Donnerstag veröffentlichten "EY Jobstudie 2015".

Für die Analyse befragte das Marktforschungsinstitut Valid Research 2212 Arbeitnehmer in Deutschland. Im Schnitt waren 34 Prozent der Befragten "hochmotiviert" und immer noch 50 Prozent "motiviert".

"Die sehr niedrige Motivation der jüngeren Arbeitnehmer ist ein Alarmsignal", sagt Ana-Cristina Grohnert von der Beratungsfirma Ernst & Young (EY). Notwendig seien mehr Flexibilität und ein stärkeres Eingehen auf individuelle Lebensentwürfe der Beschäftigten. "Gefragt sind Führungskräfte, die sich immer weniger als der "klassische Chef", sondern mehr als Mentor verstehen."

Dabei ist der Befragung zufolge ein gutes Verhältnis zu Kollegen am wichtigsten, vor einer spannenden Tätigkeit und dem Gehalt. 89 Prozent der Teilnehmer glauben zudem, dass sie einen wichtigen Beitrag zum Erfolg ihrer Firma leisten. 82 Prozent sehen sich ausreichend gewürdigt.

Ältere Arbeitnehmer bleiben laut einer Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen außerdem deutlich länger in ihren Jobs als noch vor einigen Jahren. Danach arbeiteten etwa Beschäftigte des Jahrgangs 1948 im Schnitt 1,9 Jahre länger als die 1940 Geborenen. Ob dies an hoher Motivation oder etwa finanziellen Zwängen liegt, geht aus der Untersuchung allerdings nicht hervor.

Die Mehrheit der jüngeren Arbeitnehmer ist trotz ihrer geringeren Motivation "generell zufrieden" mit ihrem Job. Mit 61 Prozent ist der Anteil der Zufriedenen bei den unter 20-Jährigen fast so hoch wie bei den über 61-Jährigen mit 68 Prozent.

Am niedrigsten ist die Zufriedenheit bei den 31- bis 40-Jährigen (50 Prozent). Im Durchschnitt sind 56 Prozent der Arbeitnehmer generell zufrieden mit ihrem Job, 38 Prozent zumindest "eher zufrieden".

Wenig überraschend: Geld spielt bei Motivation und Zufriedenheit auch eine Rolle. Als "hochmotiviert" bezeichnen sich 64 Prozent derjenigen, die mehr als 100 000 Euro jährlich verdienen.

Der Anteil der "grundsätzlich Zufriedenen" ist mit 63 Prozent in der Einkommensklasse zwischen 81 000 und 100 000 Euro am höchsten. Am wenigsten Zufriedene finden sich bei einem Jahresgehalt von weniger als 20 000 Euro.

Frauen sind trotz weniger Geld zufriedener: Der durchschnittliche Jahresverdienst lag bei Männern bei 42 000 Euro, bei Frauen bei 33 100 Euro. Gleichzeitig ist der Anteil der "Zufriedenen" bei den Frauen mit 59 Prozent aber höher als bei den Männern mit 52 Prozent. Auch bei der Motivation liegen die Frauen (37 Prozent "hochmotiviert") vor den Männern (32 Prozent).

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Wirtschaftsministerium nimmt die Fusionspläne der Panzerhersteller KMW und Nexter genauer unter die Lupe. Doch die Unternehmen sehen ihren Zeitplan nicht in Gefahr.

10.09.2015

Nach der Bruchlandung ihrer streikenden Piloten vor Gericht fliegt die Lufthansa wieder ihr übliches Programm. Die Vereinigung Cockpit muss sich nach dem Streikabbruch erst noch neu sortieren.

10.09.2015

Der Preisindex sei im August dieses Jahres im Vergleich zum Juli um 5,2 Prozent auf 155,7 Punkte gesunken, teilte die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in Rom mit.

10.09.2015