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Wirtschaft Opel vereinbart mit Arbeitnehmern Sparmaßnahmen
Nachrichten Wirtschaft Opel vereinbart mit Arbeitnehmern Sparmaßnahmen
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14:04 15.12.2017
Opel einigte sich am Freitag mit den Arbeitnehmern auf Kurzarbeit und Altersteilzeit, um Personalkosten zu sparen. Quelle: dpa
Rüsselsheim

Kurzarbeit in Verwaltung und Entwicklung, weniger Leiharbeiter in den Werken: Der Autohersteller Opel hat sich mit seinem Betriebsrat und der IG Metall auf eine soziale Rahmenvereinbarung geeinigt, mit der das Arbeitsvolumen an den deutschen Standorten mit derzeit noch rund 19.000 Beschäftigten schnell und sozialverträglich verringert werden soll. Dies teilten die Beteiligten am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung am Opel-Stammsitz Rüsselsheim mit. „Damit schaffen wir die Voraussetzung, unseren Unternehmensplan Pace nun mit noch mehr Tempo umzusetzen“, erklärte Opel-Chef Michael Lohscheller.

Auf dem Weg in eine profitablere Zukunft will die jüngste Tochter des französischen PSA-Konzerns unter anderem ihr Altersteilzeitprogramm bis auf den Jahrgang 1960 ausweiten. „Wir bieten auch Vorruhestandsregelungen an für Menschen, die 36 Monate vor dem frühestmöglichen Renteneintritt sind“, sagte Lohscheller. „Wir denken, dass ist ein gutes und zeitlich unbegrenztes Angebot, das alle unseren Mitarbeiter dann wahlweise nehmen können.“

Ab dem Jahreswechsel will Opel neue Kurzarbeit für mindestens sechs Monate in der Verwaltung und im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum bei der Arbeitsagentur anmelden. Im Montagewerk Eisenach werde die bereits genehmigte Kurzarbeit im neuen Jahr fortgeführt. Lohscheller nannte keine Zahl der betroffenen Mitarbeiter.

Leiharbeit soll in Rüsselsheim und Kaiserslautern reduziert werden

Über die Ziele sei man sich einig, sagte Lohscheller: „Es geht darum, dass wir kurzfristig unsere Personalkosten auf das Vergleichsniveau der Industrie verbessern. Wir haben gute Wege gefunden, das zeitnah zu machen. Das ist auf der einen Seite sehr gut für unser Unternehmen, aber es sind auch sehr attraktive Angebote für die Mitarbeiter.“

In den Produktionswerken Rüsselsheim und Kaiserslautern setzt das Management darauf, die Anzahl der Leiharbeiter deutlich zu reduzieren. Ab dem 1. April 2018 sollen zudem massenhaft 40-Stunden-Verträge der Stammbelegschaft wieder auf die tarifliche Arbeitszeit von 35 Stunden zurückgeführt werden. Auch hier wurden keine konkreten Zahlen genannt.

Opel will Einkauf und Fertigung unter PSA-Dach organisieren

Der Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug nannte die Vereinbarungen zu Altersteilzeit und Vorruhestand attraktiv. „Wichtig ist auch, dass für die nächsten Schritte die Mitbestimmung und die bestehenden Tarifverträge umfassend berücksichtigt werden.“

Mit den sozialen Themen kündigte Opel auch an, den Opel-Einkauf künftig in einer gemeinsamen Struktur mit den anderen Konzernmarken Peugeot, Citroën und DS zu organisieren. Der gemeinsame Einkauf soll alleine rund 30 Prozent des angepeilten Einsparvolumens von zunächst jährlich 1,1 Milliarden Euro drücken. Ab 2020 sollen die Gesamteinsparungen sogar 1,7 Milliarden Euro jährlich betragen.

Lohscheller bekräftigte Ankündigungen aus dem November, dass sowohl in Eisenach als auch in Rüsselsheim neue Modelle auf PSA-Plattformen gebaut werden sollen, die auch in elektrischen Varianten angeboten werden können. Für das Komponentenwerk Kaiserslautern habe man wie für die sämtliche anderen Standorte einen Investitionsplan erarbeitet, zu dem aber noch keine Einzelheiten genannt wurden.

Internationale Märkte sollen Auslastung in Europa sichern

Bei seiner neuen Exportstrategie setzt Opel voll auf die Starthilfe der Konzernmutter PSA. Der Autobauer hatte vor rund einem Monat angekündigt, rund 20 neue Märkte beliefern zu wollen, um die Auslastung der Werke in Europa zu steigern. So wollen die Rüsselsheimer zukünftig auch in Märkten wie Südafrika, Argentinien, Kuwait, China und Saudi-Arabien mitspielen, wo die Eintrittsbarrieren durch bereits vorhandene PSA-Standorte niedrig sind.

Der einstmals glanzvolle Autohersteller Opel hat unter der Ägide des Vorbesitzers General Motors seit 1999 keinen Jahresgewinn mehr geschafft. Zum 1. August dieses Jahres hatte die Peugeot/Citroën-Mutter PSA das Unternehmen samt der britischen Schwestermarke Vauxhall und 38 000 Mitarbeitern in ganz Europa übernommen.

Von RND/dpa

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