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Für die Tester entscheidend: die gute Sichtbarkeit – auch bei Tageslicht. Längst nicht alle Schulranzen erfüllen dieses Kriterium.

Für die Tester entscheidend: die gute Sichtbarkeit – auch bei Tageslicht. Längst nicht alle Schulranzen erfüllen dieses Kriterium.
 © dpa

„Öko-Test“

Nur einer von zehn Ranzen schneidet „gut“ ab

Für Kinder zählt bei Schulranzen oft das Aussehen, für Eltern die Sicherheit – und genau bei diesem Punkt haben viele Ranzen Mängel. Das hat ein Test der Zeitschrift „Öko-Test“ ergeben. Demnach besitzen viele nicht genug Signalfläche. Eltern sollten beim Kauf auf Prüfzeichen achten.

Frankfurt/Main.  Vielen Schulranzen fehlt es einer Untersuchung der Zeitschrift „Öko-Test“ zufolge an fluoreszierendem Material. Im Gegensatz zu Reflektoren leuchtet solches Material von selbst. Das ist besonders wichtig, damit Kinder auch bei Dämmerung oder Nebel gesehen werden. Vor allem vor dem Hintergrund aktueller Zahlen des Statistischen Bundesamts scheint dieses Prüfkriterium besonders relevant: Demnach kam im Jahr 2015 durchschnittlich alle 19 Minuten ein Kind bzw. Jugendlicher unter 15 Jahren im Straßenverkehr zu Schaden – schwerpunktmäßig zwischen 7 und 8 Uhr und zwischen 13 und 14 Uhr, sprich auf den Schulwegen.

Von zehn getesteten Schulranzen schnitt vor allem wegen der allgemein schlechten Sichtbarkeit nur einer mit der Note „gut“ ab, heißt es in „Öko-Test“ (Ausgabe 04/2017). Fünf Ranzen bekamen die Note „befriedigend“, einer ein „ausreichend“, drei waren nur „mangelhaft“. Am besten schnitt im Test das Modell „Scout Alpha Happy Dolphins“ des Anbieters Scout ab. Außerdem getestet wurden unter anderem die Trageeigenschaften und die Handhabung. In diesen Bereichen kamen nahezu alle Modelle auf ein „Sehr gut“ oder „Gut“.

Hohe Schadstoffwerte bei diversen Modellen

Bei vier Ranzen reichte die optische Warnwirkung nicht. Ebenfalls bei vier Produkten war das Problem, dass sie Regen nicht standhielten und innen feuchte Stellen bekamen – beim Modell Lego Nexo Knights etwa drang deutlich Wasser durch den Boden ein. Für den Hersteller war das auf Nachfrage des Tester allerdings nicht weiter dramatisch, denn das Produkt werde ja auch lediglich als „wasserabweisend“ beworben.

In drei Produkten fanden die Tester Weichmacher, polyzyklische Kohlenwasserstoffe (PAK) und giftige Farben, die unter anderem als krebserregend eingestuft werden – hier fielen besonders negativ das „McNeill Set Ergo Compact Flex DIN Streetcat“ und das „Spiegelburg Ergo Style Fun Ranzenset Einhörner“ auf.

Schulranzennorm wird überarbeitet

Eine gute Richtschnur beim Ranzenkauf ist für Eltern die Norm DIN 58124. Sie stellt nach „Öko-Test“-Angaben sicher, dass mindestens 20 Prozent der sichtbaren Flächen eines Ranzens aus fluoreszierendem und mindestens 10 Prozent aus retroreflektierendem Material bestehen.

Doch nicht nur das: Auch die Farbgebung ist in der Norm festgelegt. Derzeit sind nur Orangerot und Gelb zugelassen, doch das könnte sich schon bald ändern. Die Norm wird derzeit überarbeitet. Bei Tests mit den Farben Gelbgrün und Pink wurden bereits ebenso gute Sichtbarkeitswerte erzielt.

Fluoreszierendes Material ist bei Tageslicht selbstleuchtend, es muss also nicht erst von Autoscheinwerfern angestrahlt werden.

Von RND/dpa/caro


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