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Mitarbeiter der Meyer Werft beobachten, wie die "Norwegian Breakaway" den Hafen in Papenburg verlässt.

Mitarbeiter der Meyer Werft beobachten, wie die "Norwegian Breakaway" den Hafen in Papenburg verlässt. © Carmen Jaspersen/Archiv

Schiffbau

Meyer Werft steigt bei finnischer Kreuzfahrtwerft ein

Die Meyer Werft, einer der weltweit führenden Kreuzfahrtschiffbauer, baut ihr Geschäft mit einer Beteiligung in Finnland weiter aus. Gemeinsam mit dem finnischen Staat kaufen die Niedersachsen aus dem emsländischen Papenburg die Werft des angeschlagenen koreanischen STX-Konzerns in Turku.

Papenburg/Turku. u.

Die Regierung in Helsinki hatte in den vergangenen Monaten aus Sorge um die Arbeitsplätze nach einem Partner gesucht, der sich an dem Standort beteiligen könnte.

Seit dem Frühjahr liefen die Verhandlungen. Nun übernimmt die staatseigene Finnish Industry Investment Ltd. 30 Prozent an der Werft. Die Meyer Werft trägt 70 Prozent und zeichnet für das operative Geschäft verantwortlich.

"Es war schon lange klar, dass die Werft mit den bisherigen Eigentümerverhältnissen nicht mehr Aufträge bekommen konnte", sagte Finnlands Wirtschaftsminister Jan Vapaavuori am Montag. Der Staat habe während des gesamten Prozesses immer wieder betont, dass man sich vorstellen könnte, Minderheitseigner zu werden, wenn sich ein vertrauenswürdiger Mehrheitseigner finde.

Für die Meyer Werft ist die finnische Werft neben Papenburg und Rostock der dritte Produktionsort. In Finnland arbeiten derzeit 1300 Menschen für das Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 4" für Tui Cruises, das im kommenden Jahr an den Auftragggeber ausgeliefert werden soll. Der Reisekonzern kündigte an, zum Ausbau seiner Kreuzfahrtflotte auf sechs Schiffe zwei weitere Neubauten in Turku bestellen zu wollen.

Man verspreche sich von dem Einstieg in Finnland, künftig flexibler auf Kundenwünsche reagieren zu können, sagte das Geschäftsführungsmitglied Jan Meyer laut einer Mitteilung. Weder in Papenburg noch in Rostock noch in Finnland sollen Arbeitsplätze wegfallen. "Auch durch ein zukünftig noch stärkeres gemeinsames Vorgehen im Bereich Forschung und Entwicklung, im Kreuzfahrtmarkt sowie gegenseitige Lerneffekte bei den Arbeitsabläufen sind positive Synergien möglich", erläuterte Meyer.

Der Betriebsratsvorsitzende der Meyer Werft, Thomas Gelder, bezeichnete den Einstieg in Finnland als "historischen Tag für die Meyer Werft". Damit werde das Unternehmen widerstandsfähiger gegen Schwankungen auf dem Schiffsmarkt. "Mit diesem Engagement verbessert die Meyer Werft ihre Position am Markt, das stärkt auch unseren Werftstandort in Papenburg", sagte Gelder laut Mitteilung. Derzeit werde mit der Geschäftsführung an einem Standortsicherungsvertrag gearbeitet.

Die Gruppe der Meyer Werft beschäftigt mehr als 3000 Mitarbeiter in Papenburg und 480 in Rostock. An Kreuzfahrtschiffen stehen bis 2019 noch neun Luxusliner in den Auftragsbüchern. Voraussichtlich Mitte September soll das mit 167 800 Bruttoregistertonnen drittgrößte Kreuzfahrtschiff der Welt, die "Quantum of the Seas", über die Ems in Richtung Nordsee gebracht werden.

dpa


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