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Die Schattenbanken seien immer noch «ein Bereich, der regulatorisch ziemlich nackt dasteht», mahnte Merkel.

Die Schattenbanken seien immer noch «ein Bereich, der regulatorisch ziemlich nackt dasteht», mahnte Merkel. © Bernd Thissen/Symbolbild

Wirtschaft

Merkel verlangt wirksame Regeln für "Schattenbanken"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat weltweit wirksame Regeln für die sogenannten Schattenbanken verlangt. Damit sind zum Beispiel spekulative Fonds oder Investmentfirmen gemeint, die zwar milliardenschwere Transaktionen abwickeln, aber anders als die traditionellen Geldhäuser kaum einer Kontrolle unterliegen.

Lindau. n.

Es bestehe das Risiko, dass Akteure aus dem mittlerweile stark regulierten Bankensektor in den Schattenbankenbereich auswichen. "Wenn wir den nicht mit derselben Konsequenz dann auch unter die Lupe nehmen, dann ist jedenfalls die Gefahr einer nächsten Finanzmarktkrise bereits vorprogrammiert", sagte Merkel am Mittwoch in Lindau am Bodensee zur Eröffnung eines Treffens von Wirtschaftsnobelpreisträgern.

Die Kanzlerin erinnerte daran, dass die G20-Gruppe der wichtigsten Volkswirtschaften 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise beschlossen hatte, dass jeder Finanzplatz, jeder Finanzakteur und jedes Finanzprodukt strikten Regeln unterworfen werden sollen.

Deswegen sei es wichtig, "dass wir nicht jetzt, wo es einigermaßen läuft, eigentlich anfangen, davon wieder abzuweichen und zu gucken, dass man da irgendwie wieder rauskommt". Mit Blick auf den nächsten G20-Gipfel im November in Australien mahnte Merkel, die Schattenbanken seien immer noch "ein Bereich, der regulatorisch ziemlich nackt dasteht".

Kritische Worte richtete Merkel an die Zunft der Ökonomen. In den vergangenen Jahren habe man nicht immer den Eindruck gehabt, "dass die Wirtschaftswissenschaften schon alles wissen, was auf uns zukommt", sagte die Kanzlerin. "Man kann natürlich fragen, woran das gelegen hat, dass manches, was wir angenommen haben ..., warum das so schwer neben der Realität lag, die sich dann eingestellt hat."

In Lindau am Bodensee treffen sich bis Samstag 17 Wirtschaftsnobelpreisträger und Hunderte Nachwuchsökonomen zu ihrer traditionellen Tagung. Dabei sind unter anderem Robert Mundell, Christopher Sims, Alvin Roth, Edmund Phelps sowie der frühere Weltbank-Chefökonom Joseph Stiglitz und der Deutsche Reinhard Selten. Parallel zu der Tagung demonstrieren Unterstützer des globalisierungskritischen Netzwerks Attac - mit Transparenten wie "Ist Ethik in der Wirtschaftswissenschaft ein Fremdwort?".

Die Diskussionen in Lindau sollen sich unter anderem um die Messung von Risiken im Finanzsystem sowie die ungleiche Verteilung von Reichtum und Armut auf der Welt drehen, aber auch um die Frage: "Wie nützlich sind die Wirtschaftswissenschaften - wie sind die Wirtschaftswissenschaften nützlich?".

In einer Umfrage für die Tageszeitung "Die Welt" (Mittwoch) warnten teilnehmende Nobelpreisträger vor Folgen einer Eskalation im Ukraine-Konflikt. "Eine offene Aggression von Russland in der Ostukraine würde einen dunklen Schatten auf Europa werfen: Investitionen gehen zurück, Jobs verloren, das Wachstum bricht weg", urteilte etwa Phelps. Dessen Kollege Eric Maskin meinte hingegen: "Die Wahrscheinlichkeit für eine Neuauflage des Kalten Krieges von diesem Ausmaß halte ich für gering: Russland hat gar nicht genug Verbündete."

dpa


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