Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wirtschaft Kreise: Eon droht Milliardenverlust
Nachrichten Wirtschaft Kreise: Eon droht Milliardenverlust
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:42 06.03.2015
Das Gaskraftwerk Irsching ist die größte Gasturbine der Welt. Quelle: Tobias Hase/Archivbild
Düsseldorf

hreibungen im vierten Quartal angekündigt - zusätzlich zu 700 Millionen Euro Wertberichtigungen aus den ersten neun Monaten. 2013 hatte Eon noch 2,1 Milliarden Euro Überschuss erreicht. Das Unternehmen legt am Mittwoch (11. März) seine Jahresbilanz vor.

Eon prüfe die Stilllegung eines mit drei kommunalen Versorgern gemeinsam betriebenen Gaskraftwerks im bayerischen Irsching, bestätigte ein Sprecher einen entsprechenden ARD-Bericht.

Das Kraftwerk hat zusammen mit einem weiteren, reinen Eon-Block insgesamt 1,4 Gigawatt Leistung und gilt als eine der modernsten Anlagen in Europa. Eine Abschaltung könnte Probleme für die Versorgung Bayerns bringen. Die notwendige Genehmigung durch die Bundesnetzagentur gilt deshalb als unwahrscheinlich.

Außerdem sollen die Düsseldorfer einen möglichen Verkauf ihrer Gasförderung in der Nordsee vorantreiben. Das Unternehmen habe die Investmentbanker der Bank of America damit beauftragt, bei dem anstehenden Prozess beratend tätig zu werden, hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Kreise berichtet. Der Verkauf könnte Eon rund zwei Milliarden Euro bringen. Eon lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Der Konzern leidet wie viele andere Versorger unter den Folgen der Energiewende. Denn die Stromproduktion in konventionellen Großkraftwerken wird immer unrentabler, weil immer mehr subventionierter Ökostrom in den Markt fließt und die Großhandelspreise für Strom verfallen. Viele konventionelle Anlagen sind deshalb kaum noch ausgelastet und müssen abgeschrieben werden.

Eon hatte Ende November angekündigt, sich als Reaktion auf die Energiewende 2016 aufspalten und dabei den gesamten Teil mit Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken in eine neue Gesellschaft ausgliedern zu wollen. Der Hauptkonzern will sich künftig auf Geschäfte wie Ökostrom, Energienetze und den Vertrieb konzentrieren.

Mit den Abschreibungen zahlt Eon auch die Zeche für misslungene Investments im Ausland. So dürften beim Verkauf des Spanien-Geschäfts Ende 2014 ebenso wie bei der Trennung von Aktivitäten in Italien Verluste aufgelaufen sein. Hinzu kommen der Verfall des Rubels, der das wichtige Russland-Geschäft belastet, sowie der niedrige Ölpreis.

Auch wegen des Wegfalls der Beiträge von anderen verkauften Unternehmensteilen dürfte der Umsatz von Eon im vergangenen Jahr um rund vier Prozent auf knapp 118 Milliarden Euro gesunken sein, wie von Bloomberg befragte Analysten schätzen. Der operative Gewinn dürfte demnach um fast zehn Prozent auf 8,4 Milliarden Euro fallen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach dem Einstieg von Microsoft-Gründer Bill Gates in die Tübinger Biotech-Firma Curevac erwägt Hauptgesellschafter und SAP-Gründer Dietmar Hopp einen Börsengang.

06.03.2015

Der Arbeitskampf im Zentrallager des Textil-Discounters KiK in Bönen (Nordrhein-Westfalen) ist nach dreimonatiger Unterbrechung wieder aufgeflammt. Knapp 200 Mitarbeiter traten nach Angaben der Gewerkschaft Verdi am Freitag in den Streik, um der Forderung nach Anerkennung der Einzelhandelstarifverträge für die KiK-Logistik-Beschäftigten Nachdruck zu verleihen.

06.03.2015

Die Pläne für die Ansiedlung der Zentrale für die wiederbelebte Automarke Borgward in Stuttgart werden konkreter. Das Unternehmen will laut einem Zeitungsbericht rund 257 Millionen Euro in den künftigen Stammsitz investieren.

06.03.2015