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Ein Goldman-Sachs-Händler an der Wall Street.

Ein Goldman-Sachs-Händler an der Wall Street. © Andrew Gombert/Archiv

Banken

Goldman Sachs muss Milliarden zahlen

Die US-Investmentbank Goldman Sachs akzeptiert wegen dubioser Hypothekengeschäfte die höchste Buße der 140-jährigen Unternehmensgeschichte. Im Vergleich zu Konkurrenten wie der Bank of America fällt die Summe aber relativ niedrig aus.

New York. Der Wall-Street-Riese Goldman Sachs wird mit einer Milliardenstrafe von US-Aufsehern zur Rechenschaft gezogen. Anlass sind umstrittene Hypothekengeschäfte aus der Zeit vor der Finanzkrise. Die Investmentbank muss faule Wertpapiere für 3,15 Milliarden Dollar (2,37 Mrd Euro) zurückkaufen, die sie den staatlichen Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac von 2005 bis 2007 angedreht hatte. Das geht aus Mitteilungen von Goldman Sachs und der zuständige US-Aufsichtsbehörde FHFA vom Freitagabend (Ortszeit) hervor.

Effektiv wird die Bank durch die Einigung laut FHFA aber zunächst nur mit 1,2 Milliarden Dollar belastet. Die Summe ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Rückkaufbetrag und dem aktuellen Marktwert der Papiere. Goldman Sachs erklärte in seiner Mitteilung, die Kosten würden im Wesentlichen durch Rückstellungen gedeckt. Die Verluste von Fannie Mae und Feddie Mac sollen durch den Vergleich wieder ausgeglichen werden.

Die FHFA hatte 2011 insgesamt 18 Finanzkonzerne verklagt, die den staatlichen Immobilienfinanzierern Hypothekenpapiere verkauft hatten. Der Vorwurf: Die Banken hätten verschleiert, wie kritisch es um die Häuserkredite bestellt war, mit denen die Wertpapiere abgesichert wurden. Als die Immobilienpreise in den USA ab 2007 auf breiter Front sanken, konnten viele Eigenheimer ihre Raten nicht mehr zurückzahlen und die Papiere verloren massiv an Wert. In der darauffolgenden Finanzkrise mussten Fannie Mae und Freddie Mac mit etlichen Milliarden an Steuergeld gerettet werden.

Inklusive der Strafe für Goldman hat die FHFA nun etwa 17 Milliarden Dollar wieder eingetrieben. Die größten Beträge wurden bei der Bank of America, JPMorgan und Morgan Stanley fällig. Alleine die Bank of America musste "Fannie und Freddie" faule Wertpapiere für sechs Milliarden Dollar wieder abnehmen. Bei Goldman Sachs liegt die Summe deutlich niedriger. Dem "Wall Street Journal" zufolge ist es aber dennoch die höchste Strafe, die das Unternehmen in seiner über 140 Jahre langen Geschichte je akzeptiert hat.

In den USA mussten in der Finanzkrise aber nicht nur die staatlichen Immobilienfinanzierer, sondern auch diverse private Kreditinstitute durch die öffentliche Hand vor der Pleite bewahrt werden. Seit Jahren schon sind die US-Behörden dabei, sich Geld bei den entscheidenden Akteuren wieder zurückzuholen. Viele Großbanken wurden bereits wegen ihren Zockereien zur Kasse gebeten. Die Bank of America hat am Donnerstag einen Vergleich in Höhe von fast 17 Milliarden Dollar mit dem US-Justizministerium geschlossen.

Ob die volkswirtschaftlichen Schäden, die durch die Finanzkrise entstanden sind, auch nur annähernd durch Milliardenstrafen für internationale Großbanken kompensiert werden können, wird von vielen Ökonomen bezweifelt. Studien beziffern die Kosten für die Weltwirtschaft auf mehrere Billonen Dollar. Allerdings sind zuverlässige Berechnungen wegen der komplexen Zusammenhänge schwierig. Auch die Frage, wer welchen Teil der Schuld am Ausbruch der Krise trägt, wird unter Volkswirten bis heute kontovers diskutiert.

dpa


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