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Gleichbehandlung beim Arzt

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Versicherungsschutz

Gleichbehandlung beim Arzt? Kassen- vs. Privatpatient

Nach allgemeiner Auffassung gibt es eine Menge Vorurteile, was die Bevorzugung von Privatpatienten gegenüber Kassenversicherten angeht. Kassenpatienten warten länger auf Arzttermine, ihnen wird weniger Behandlungszeit eingeräumt und im Krankenhaus bekommen sie schlechtere Zimmer und noch viel schlechteres Essen als ihre privatversicherten Konkurrenten.Ein aktueller Test der bayrischen Landtags-Grünen hat sich genau mit diesen Fragen beschäftigt und zeigt, welche Anschuldigungen tatsächlich begründet sind und welche wir nicht länger ernst nehmen sollten.

Unterschiede bei der Behandlung

Die wohl wichtigste Frage ist die, ob Kassenpatienten tatsächlich auf eine weniger qualifizierte Behandlung vertrauen dürfen als Privatpatienten.  Das stimmt – Gott sei Dank – nicht. Natürlich gibt es immer Ausnahmen von der Regel, aber pauschal kann man nicht behaupten, dass Kassenpatienten den Privatpatienten gegenüber in Bezug auf die ärztliche Behandlung bevorzugt werden. Auch der Vorwurf, die Ärzte selbst würden lieber Privatzahler als Kassenpatienten behandeln, kann so nicht gehalten werden. Was vor allem daran liegt, dass ein Großteil der Ärzte inzwischen ein festes Gehalt bezieht und das Einkommen daher unabhängig von der Aufteilung in Kassen- und Privatpatienten ist. Bei Klinikärzten ist es sogar die Regel und spricht daher für eine Gleichstellung von Kassenpatienten und Privaten.

Anders sieht das leider bei niedergelassenen Ärzten aus, die auf eigene Rechnung arbeiten. Dies gilt in erster Linie für Haus- oder Facharztpraxen. In diesem Falle lässt sich natürlich nicht bestreiten, dass Privatpatienten das lukrativere Geschäft in Aussicht stellen.  In harten Fakten bedeutet das, dass die durchschnittlich 10% der Deutschen, die sich privat versichert haben, gut ein Viertel der Umsätze niedergelassener Ärzte darstellen. Das mag im ersten Moment, vor Allem für den Kassenpatienten, deprimierend klingen, es bedeutet aber noch lange nicht, dass gesetzlich Versicherte durch diese Zahlen tatsächlich im Nachteil sind. Denn genau aufgrund der Selbstzahlung kann es vorkommen, dass Privatversicherte teilweise sogar übertherapiert werden.

Tatsächliche Nachteile für Kassenpatienten

Wirklich benachteiligt werden Patienten, die gesetzlich versichert sind, bei der Terminvergabe. Laut einer Erhebung der bayrischen Landtagsgrünen warten Kassenpatienten im Durchschnitt siebzehn Tage länger auf einen Termin in einer Facharztpraxis als Privatpatienten. Dieses Ergebnis lieferten Vergleichsanrufe bei rund 600 Arztpraxen und bestätigten eines der gängigsten Vorurteile.

Ein weiterer, nicht von der Hand zu weisender Faktor, ist der Krankenhausaufenthalt. Hier gibt es tatsächlich erhebliche Unterschiede zwischen der Unterbringung von Kassen- und Privatpatienten. Einzelzimmer, besondere Verpflegung, Oberarztbehandlung – all das ist ein Luxus, den man sich durch eine Privatversicherung durchaus leisten kann. Allerdings muss man fairerweise sagen, dass diese Vorteile genau das sind – Luxus. Ein schöneres Zimmer und mehr Auswahl bei der täglichen Essensausgabe sind ein schöner Bonus, jedoch nicht ausschlaggebend, was die medizinische Behandlung angeht.  


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