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Facebook begeistert Börse mit Plänen für Handy-Geschäft

Facebook macht den leidgeplagten Anlegern Hoffnung: Das weltgrößte Online-Netzwerk verspricht, endlich ein Geschäftsmodell für die boomenden Smartphones und Tablets gefunden zu haben.

Menlo Park. Die Aktie ging am Mittwoch durch die Decke und stieg um mehr als ein Fünftel.

Bei den weiterhin roten Quartalszahlen drückten die Investoren ein Auge zu. Wegen hoher Steuern auf Aktien, mit denen das Unternehmen seine Mitarbeiter entlohnt, fiel im dritten Quartal ein Verlust von 59 Millionen Dollar (45 Mio Euro) an. Auch die Kosten für Marketing, Verwaltung oder die Entwicklung neuer Produkte schnellten nach oben. Bereits im Vorquartal hatte der Börsenneuling rote Zahlen geschrieben. Im Vorjahreszeitraum hatte Facebook noch 227 Millionen Dollar verdient.

Die Aktie schoss zum Handelsbeginn in New York am Mittwoch dennoch um 22 Prozent hoch. Sie kostete damit allerdings immer noch nur 23,79 Dollar - bei einem Ausgabepreis von 38 Dollar beim Börsengang im Mai. Die Analysten der Citigroup stuften das Papier als Reaktion auf die Quartalszahlen von "Halten" auf "Kaufen" hoch. Zugleich senkten sie aber das Kursziel von 35 auf 30 Dollar.

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hob die Fortschritte bei Werbung auf Smartphones und Tablets hervor, die als Schwachstelle von Facebook gilt. "Ich möchte den Mythos zerstreuen, dass Facebook kein Geld im mobilen Geschäft verdienen kann", erklärte er in einer Telefonkonferenz.

Über mobile Geräte könnten mehr Menschen erreicht werden und diese würden öfter vorbeischauen als Nutzer am Computer. Es werde stets missverstanden, wie groß die Chancen für Facebook in dem Bereich seien: Werbung auf Smartphones und Tablets habe sich als effizienter herausgestellt und mache inzwischen 14 Prozent der Werbeeinnahmen aus. Facebook will immer mehr Anzeigen direkt im Nachrichtenstrom der Nutzer platzieren. Denn der Smartphone-Bildschirm bietet weniger Platz für Werbung als ein Computermonitor. Analysten-Fragen nach konkreteren Beispielen für die Stärken im mobilen Geschäft wichen Zuckerberg und seine Nummer zwei Sheryl Sandberg aber konsequent aus.

Mittlerweile greifen 604 Millionen Nutzer zu Smartphones oder Tablet-Computern, um mit ihren Facebook-Freunden in Kontakt zu bleiben. Das sind 61 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Gesamtzahl der monatlichen Nutzer lag zuletzt bei gut einer Milliarde, ein Zuwachs von 26 Prozent. Mehr als die Hälfte davon schaut sogar täglich bei Facebook vorbei. Exakt spricht Facebook von 1 007 000 000 aktiven Mitgliedern.

Die Nutzer sind der Schatz von Facebook, denn diese Masse macht das soziale Netzwerk für die Werbetreibenden interessant. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 32 Prozent auf 1,26 Milliarden Dollar. Die Werbung machte daran 86 Prozent aus, der Rest ist vor allem Facebooks Anteil an Einnahmen aus Online-Spielen. Der Beitrag des mit schweren Problemen kämpfenden "Farmville"-Erfinders Zynga ist dabei um ein Fünftel gesunken. Zynga steuerte damit noch etwa sieben Prozent des Facebook-Umsatzes bei nach zehn Prozent noch im Quartal davor. Es gebe aber auch Anbieter, die erfolgreich seien, kommentierte Zuckerberg trocken. Zynga strich kurz vor den Facebook-Zahlen fünf Prozent der Arbeitsplätze.

dpa


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