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Wirtschaft EnBW will Sparkurs wegen Strompreis-Verfall verschärfen
Nachrichten Wirtschaft EnBW will Sparkurs wegen Strompreis-Verfall verschärfen
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14:04 10.05.2016
Sorgenvoller Blick: EnBW-Chef Frank Mastiaux kündigt einen verschärften Sparkurs an. Quelle: Uwe Anspach
Karlsruhe

Deutschlands drittgrößter Energieversorger EnBW muss seinen Sparkurs verschärfen. "Der Umbruch der Energiemärkte beschleunigt sich nicht nur, er erreicht eine neue Qualität", sagte EnBW-Vorstandschef Frank Mastiaux bei der Hauptversammlung.

Mit dem aktuellen Strompreis stehe das Unternehmen an der Schwelle der Wirtschaftlichkeit der gesamten Erzeugung. Der Verfall des Großhandelspreises auf aktuell nur noch knapp 20 Euro pro Megawattstunde habe seit 2012 bereits rund 1,5 Milliarden Euro Ergebnis gekostet.

Das 750 Millionen Euro schwere Effizienzprogramm bis 2015 und geplante weitere Einsparungen von 400 Millionen Euro bis 2020 reichen nach Mastiauxs Überzeugung nicht. "Wir müssen nachlegen." Einzelheiten nannte er aber nicht.

Als Bedrohung für die Investitionsfähigkeit sieht Mastiaux den Vorschlag der Regierungskommission zur Finanzierung des Atomausstiegs. Grundsätzlich sei der Vorschlag eines staatlichen Fonds gut. Den geforderten Risikoaufschlag von mehr als sechs Milliarden Euro halte er aber nicht für gerechtfertigt. "Es muss allen Beteiligten klar sein, dass uns durch die Höhe des Risikoaufschlags viel Investitionskraft genommen wird." Gleichzeitig bekräftigte Mastiaux die Absicht, weiter stark in Sonnen- und Windenergie zu investieren.

Die Aktionäre, fast vollständig die öffentliche Hand wie das Land Baden-Württemberg, müssen mit einer geringeren Dividende auskommen. Sie sinkt von 69 Cent im Vorjahr auf 55 Cent. EnBW war 2015 in die Gewinnzone zurückgekehrt und hatte einen Überschuss von fast 125 Millionen Euro erzielt. Hauptgrund waren jedoch Wertpapierverkäufe.

Für das laufende Jahr geht Mastiaux wegen des sich verschlechternden Marktumfelds von einem sinkenden operativen Ergebnis aus. Die Zahlen für das erste Quartal sollen am Freitag veröffentlicht werden.

dpa

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