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17:17 13.06.2018
Abseits des Hörsaals kostet der Studentenalltag Geld: Wer nur ein kleines Budget zur Verfügung hat, muss haushalten können. Quelle: Foto: dpa
Berlin

Orientierungswochen, WG-Partys und Kneipentouren: Der Spaß wird nicht auf der Strecke bleiben, wenn im Herbst das neue Wintersemester beginnt und damit rund 500 000 junge Menschen am Anfang ihres Studiums stehen. Doch bevor es mit dem Studentenleben so richtig losgehen kann, sollte man vorher alles genau planen. Dabei geht es um die Frage: Wie viel Geld brauche ich für mein Studium? Und worauf müssen Studierende und ihre Eltern achten, damit es keine finanziellen Probleme gibt?

Miete: Den mit Abstand größten Posten macht die Miete aus. Selbst winzige Zwölf-Quadratmeter-Zimmer kosten in Großstädten wie Hamburg, München oder Berlin schon mehr als 400 Euro im Monat. Für einen Studenten, der sein Leben nur mit Bafög oder dem Unterhalt der Eltern bestreitet, ist das kaum bezahlbar.

Deshalb sollte man am besten schon vor der Bewerbung um einen Studienplatz schauen, ob man sich das Leben an dem gewünschten Standort auch leisten kann. Neben den großen Metropolen lebt man allerdings auch in beliebten Universitätsstädten wie Erlangen, Tübingen, Konstanz und Freiburg eher teuer.

Mietvertrag: Hat man sein neues Zuhause fest im Blick, sollte man dennoch genau hinschauen: In den (Unter-)Mietverträgen verstecken sich manchmal hohe Zusatzkosten, beispielsweise Abschlagszahlungen für Gebrauchsgegenstände oder Posten wie Internet, Strom, Hausratversicherung oder Rundfunkbeitrag, die nicht in den Mietpreis eingerechnet sind.

Semesterbeiträge: In Deutschland gibt es zwar an öffentlichen Universitäten und Fachhochschulen keine Studiengebühren mehr – außer bei Langzeitstudenten. Dennoch entstehen bei der Einschreibung und im Lauf des Studiums regelmäßig Kosten: Die Semesterbeiträge werden erhoben, um etwa die Verwaltung, die studentische Vertretung und das meist obligatorische Semesterticket für den regionalen Nahverkehr zu finanzieren. Von Uni zu Uni sind diese Beiträge allerdings verschieden hoch. Pro Semester werden etwa 200 bis 450 Euro fällig.

Versicherung: Wer sich immatrikuliert, muss krankenversichert sein. Wessen Eltern gesetzlich versichert sind, hat Glück: Bis zum 25. Lebensjahr kann man bei der Krankenkasse familienversichert bleiben und zahlt keine Beiträge. Ist eine Familienversicherung nicht möglich, kann man sich für einen vergünstigten Studententarif entscheiden. Aktuell liegt der Beitragssatz bei rund 85 Euro.

Komplizierter wird es, wenn die Eltern privat versichert sind. Dann müssen Studenten am Beginn des Studiums grundsätzlich entscheiden, ob sie bei den Eltern privat versichert bleiben oder zur gesetzlichen Krankenversicherung wechseln wollen. Lohnen kann sich die private Versicherung etwa für Beamtenkinder, da der Großteil über die Beihilfe bezahlt wird.

Allerdings ist die Versicherung an das Kindergeld gekoppelt: Ist das Studium im Alter von 25 Jahren noch nicht beendet, muss man sich selbst voll privat versichern. Dafür gibt es eine große Auswahl an individuellen Angeboten. Ein Wechsel von privat zu gesetzlich ist während des gesamtMen Studiums nicht mehr möglich.

Empfehlenswert ist außerdem der Abschluss einer Haftpflichtversicherung. Ab etwa 40 Euro im Jahr können sich Studenten gegen die eigene Unachtsamkeit schützen.

Apps behalten bei Finanzen den Überblick

Neben den unmittelbaren Kosten für Wohnung und Studium kommen auf Studierende allerdings noch jede Menge weitere Ausgaben hinzu: das tägliche Essen, der Handyvertrag, eventuell Rundfunkgebühren, Sport und natürlich auch noch Freizeitaktivitäten wollen finanziert sein.

Bei einem schmalen Budget kann man da leicht den Überblick verlieren. Viele Studierende nutzen deshalb kostenlose Smartphone-Apps wie beispielsweise Daily Budget, in denen man Einnahmen und Ausgaben eintragen und sich sein Geld so besser einteilen kann. Daily Budget summiert alle regelmäßigen Ausgaben und errechnet einen Durchschnittsbetrag, der dem Studenten für das Leben pro Tag darüber hinaus zur Verfügung steht.

Wer zusätzlich noch Geld einsparen möchte, sollte nach Studententarifen und -rabatten Ausschau halten. Da gibt es vielerorts, gerade in Universitätsstädten, zahlreiche attraktive Preisnachlässe – etwa auf Handyverträge, Zeitungsabonnements oder verschiedene Freizeitaktivitäten vom Freibad über Museen bis hin zu Kinos und Restaurants.

Von Janik Marx/RND

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