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Deutsche Aktien wegen Krisensorgen erneut im Minus

Negative Konjunkturdaten aus Frankreich und Italien sowie Sorgen über Europas Schuldenkrise haben den deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss belastet.Der Dax fiel auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten, machte am Nachmittag jedoch einen großen Teil der Verluste wett und schloss 0,48 Prozent tiefer bei 7163,50 Punkten.

Frankfurt/Main. n. Auf Wochenbasis verlor der Leitindex damit 2,72 Prozent. Der MDax sank am Freitag um 0,37 Prozent auf 11 340,87 Punkte und der TecDax um 0,45 Prozent auf 803,09 Punkte. Die Börsianer hätten nach der US-Wahl mit einer Erholung gerechnet und seien in dieser Woche auf dem falschen Fuß erwischt worden, resümierte Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade das Geschehen. Und vor dem Wochenende habe kaum jemand Risiken eingehen wollen.

Händler begründeten die steile Abwärtsbewegung am Vormittag mit einer schwachen Industrieproduktion in Frankreich und Italien, die den seit der US-Wahl zu spürenden Verkaufsdruck noch verstärkt habe. Händlerin Anita Paluch vom Broker Gekko Markets erinnerte zudem daran, dass in Griechenland am Sonntagabend über den Haushalt für 2013 abgestimmt wird. Aus EU-Ratskreisen hieß es, die Eurogruppe der Finanzminister dürfte kommenden Montag noch nicht über die nächste Hilfszahlung für die Hellenen entscheiden. Den Markt belastet habe auch der hartnäckige Widerstand Spaniens gegen einen offiziellen Hilfsantrag beim Krisenfonds ESM, was die Europäische Zentralbank (EZB) zur Untätigkeit verdamme.

Am Nachmittag sorgten besser als erwartet ausgefallene US-Wirtschaftsdaten und eine freundliche Eröffnung der New Yorker Wall Street für reduzierte Kursverluste. So waren die US-Einfuhrpreise im Oktober überraschend um 0,5 Prozent gestiegen, während Volkswirte mit einer Stagnation gerechnet hatten. Zudem hatte sich das von der Universität Michigan ermittelte Konsumklima im November überraschend deutlich aufgehellt. Und auch die US-Lagerbestände im Großhandel waren im September um 1,1 Prozent und damit deutlich stärker als erwartet gestiegen.

Nach der jüngsten Zahlenflut standen vor dem Wochenende vergleichsweise wenige Unternehmensbilanzen auf der Agenda. Die endgültigen Quartalszahlen der Allianz enthielten laut Händlern keine Überraschungen, so dass die Aktien um 0,78 Prozent nachgaben. Die Papiere der Commerzbank sowie der Deutschen Bank gaben nach schwachen Zahlen des französischen Wettbewerbers Crédit Agricole um 6,34 beziehungsweise 2,32 Prozent nach und gehörten damit zu den schwächsten Werten im Leitindex. Beim Autozulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall sorgten die deutlich gesenkten Jahresziele für einen Kursrutsch von 5,67 Prozent.

Bei den Technologiewerten stiegen Drillisch-Papiere um 0,68 Prozent. Die Aktien des Mobilfunkanbieters hätten sich bereits nach den jüngst veröffentlichten Zahlen des Konkurrenten Freenet, an dem Drillisch beteiligt ist, überdurchschnittlich entwickelt, sagte ein Börsianer. Die Euromicron-Titel büßten als TecDax-Schlusslicht mehr als zehn Prozent ein. Der Spezialist für Netzwerke und Glasfaserkabel hatte unter einer unerwartet schwachen Nachfrage gelitten. Dagegen gewannen die Aktien von Nordex mehr als zwei Prozent. Ein Großauftrag aus Südafrika für den Bau eines Windparks sorge für Fantasie und treibe die Aktien, sagte ein Händler.

Der EuroStoxx 50 schloss 0,03 Prozent höher bei 2479,82 Punkten. Der Londoner FTSE-Index büßte 0,11 Prozent ein, während der Paris CAC 40 um 0,47 Prozent zulegte. In New York lag der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa 0,29 Prozent höher.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,08 Prozent am Vortag auf 1,06 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,16 Prozent auf 135,05 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,02 Prozent auf 143,11 Punkte. Der Euro konnte sein Minus im späten Handel etwas verringern und wurde zuletzt bei 1,2716 US-Dollar gehandelt. Gegen Mittag hatte die EZB den Referenzkurs noch auf 1,2694 (Donnerstag: 1,2736) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7878 (0,7852) Euro.

dpa


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Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

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