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Dax versucht sich an 11 600 Punkten

Der Dax hat seine Rekordjagd fortgesetzt und sich erstmals an der Marke von 11 600 Punkten versucht. Der erfreulich ausgefallene Arbeitsmarktbericht aus den USA sorgte dabei zugleich für Freude und Bauchschmerzen.

Frankfurt/Main. Mit plus 0,41 Prozent auf 11 550,97 Punkte ging der deutsche Leitindex schließlich ins Wochenende, nachdem er am späteren Nachmittag bis auf 11 600,37 Punkte gestiegen war.

Seit acht Wochen geht es im Dax nun schon unablässig nach oben, was seit rund eineinhalb Jahren nicht mehr vorgekommen ist. In dieser Woche legte er um 1,3 Prozent zu, womit der Anstieg im bisherigen Jahresverlauf bereits knapp 18 Prozent beträgt.   Der MDax erreichte am Freitag bei 20 324 Punkten einen neuen Rekord und ging dann mit plus 0,20 Prozent bei 20 284,08 Punkten aus dem Handel. Der TecDax, der Auswahlindex für Technologiewerte, kletterte erstmals seit Juni 2001 wieder über 1600 Punkte und schloss mit 0,82 Prozent bei 1603,53 Punkten.

"Die Bullen halten weiter das Zepter fest in der Hand", kommentierte Marktanalyst Andreas Paciorek vom Broker CMC Markets. "Nichts kann den Dax in diesen Tagen erschüttern, auch nicht ein starker US-Arbeitsmarkt, der eine Zinswende in den USA wieder früher erwarten lässt. Im Gegenteil: Den deshalb weiter abstürzenden Euro nutzen die Investoren hierzulande als Kaufargument." Die Gemeinschaftswährung hatte ihr Elfeinhalbjahrestief am Nachmittag noch etwas ausgeweitet und war bis auf 1,0856 US-Dollar gefallen.

Die Arbeitsmarktdaten aus den USA zeigten, dass im Februar deutlich mehr Stellen als erwartet geschaffen wurden und die Arbeitslosenquote auf 5,5 Prozent sank. Sie liegt damit am oberen Ende der Spanne, ab der die US-Notenbank (Fed) von Vollbeschäftigung spricht. Allerdings ist dieser Bericht ein zweischneidiges Schwert: Mehr Jobs lassen zwar auf ein verbessertes wirtschaftliches Umfeld schließen, doch dies könnte die Fed letztlich zu einer schnelleren Zinserhöhung bewegen. Der Mittelzufluss in die Aktienmärkte dürfte dann gebremst werden.

Die ThyssenKrupp-Aktie kletterte mit plus 3,38 Prozent an die Dax-Spitze und erreichte den höchsten Stand seit August 2011. Händler spekulierten auf den Einstieg eines Finanzinvestors bei dem Stahlkocher und Industriekonzern.

Tagesverlierer im Dax waren die Anteilsscheine der Versorger, die in der kommenden Woche ihre Bilanzen vorlegen werden. Weder von Eon noch von RWE wird dabei Gutes erwartet. Einige Analysten senkten ihr Anlageurteil. Bei Eon drohen laut Zeitungsberichten und Analystenschätzungen Milliardenverluste.

Die Aktie der Deutschen Bank gewann 0,84 Prozent. Sie stand wegen der US-Tochter im Blick, die erstmals am amerikanischen Stresstest teilgenommen und den ersten Teil der jährlichen Prüfung bestanden hatte. Die Fed untersucht seit der Krise nun regelmäßig, wie robust sich die Finanzkonzerne in simulierten Krisenszenarien behaupten.

Das Commerzbank-Papier legte zwar um 0,72 Prozent zu, allerdings zeigten sich Analysten beunruhigt von Spekulationen über die Höhe einer Vergleichszahlung in den USA.

Der EuroStoxx 50 verlor 0,02 Prozent auf 3617,62 Punkte und auch in Paris schloss die Börse kaum verändert. In London hingegen wurden wie auch in den USA Verluste verbucht.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,27 (Vortag: 0,31) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 140,06 Punkte. Der Bund Future verlor 0,46 Prozent auf 156,27 Punkte. Den Referenzkurs für den Euro setzte die EZB auf 1,0963 (1,1069) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9122 (0,9034) Euro.

dpa


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