Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wirtschaft Dax schließt nach EZB-Zinssenkung im Plus
Nachrichten Wirtschaft Dax schließt nach EZB-Zinssenkung im Plus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:20 02.05.2013
Anzeige
Frankfurt/Main

Die zeitweise zurückeroberte Marke von 8000 Punkten konnte der Leitindex allerdings nicht halten und rutschte nach Äußerungen des EZB-Chefs Mario Draghis sogar kurz auch in die Verlustzone. Mit einem Plus von 0,61 Prozent auf 7961,71 Punkten ging der Leitindex nach dem 1.-Mai-Feiertag aus dem Handel. Auf Monatssicht gewann er damit rund zwei Prozent. Der MDax legte am Donnerstag um 0,48 Prozent auf 13 508,40 Punkte zu. Der TecDax sank dagegen um 0,17 Prozent auf 921,61 Punkte.

Die EZB senkte angesichts enttäuschender Konjunkturdaten und einer rückläufigen Inflation ihren Leitzins auf ein Rekordtief von 0,50 Prozent. Belastend wirkte laut Händlern allerdings, dass die EZB bereit zu sein scheint, negative Einlagezinsen in Kauf zu nehmen. Auch unkonkrete Aussagen von Draghi über Initiativen für mittelständische Unternehmen zum Anheizen des Wirtschaftswachstums wurden moniert. "Wichtiger als die Leitzinssenkung ist etwa, was in Richtung der südeuropäischen Unternehmen getan wird", sagte einer der Börsianer. Analyst Ralf Umlauf von der Helaba gab zu bedenken, dass Draghi kein spezielles Instrument genannt habe, um die Kreditkosten für kleinere und mittlere Unternehmen zu senken.

Bereits vor der Zinsentscheidung hielt die laufende Berichtssaison die Investoren in Atem. Die Titel von Infineon sprangen als Dax-Spitzenwert um knapp zehn Prozent hoch. Der Halbleiterhersteller blickt nach einem guten zweiten Geschäftsquartal etwas optimistischer auf das bis Ende September laufende Unternehmensjahr, was von Analysten sehr positiv aufgenommen wurde. Die Anteilsscheine von Beiersdorf und der Lufthansa konnten mit plus 4,23 Prozent beziehungsweise plus 3,72 Prozent ebenfalls deutlich von ihren Quartalsberichten profitieren.

Die Auftragseingänge verhalfen den Titeln des Elektrokonzerns Siemens zu Kursgewinnen von 0,64 Prozent, während die Titel von ThyssenKrupp nach Spekulationen über einen späteren Verkauf der amerikanischen Stahlwerke des Essener Konzerns als zweitschwächster Wert im Dax 2,55 Prozent einbüßten.

Unter den Autoherstellern standen die BMW-Aktien nicht nur wegen US-Absatzzahlen sondern auch wegen Quartalszahlen im Blick. Der Münchener Autobauer hatte im ersten Jahresviertel einen Vorsteuergewinn von zwei Milliarden Euro erzielt und übertraf damit die Analystenerwartungen. Die Aktien rückten um ein Prozent vor.

Titel des Modekonzerns Hugo Boss legten nach Quartalszahlen an der MDax-Spitze um knapp fünf Prozent zu. Anteilscheine des Handelskonzerns Metro gewannen ebenfalls nach Geschäftszahlen auf dem zweiten Indexplatz gut vier Prozent.

Der EuroStoxx 50 kletterte um 0,26 Prozent auf 2718,90 Punkte nach oben. Der britische FTSE 100 und der französische Cac 40 schlossen freundlich, aber kaum verändert. In den USA legten die Börsen zu.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,99 Prozent am Dienstag auf 1,00 Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,05 Prozent 135,82 Punkte zu. Der Bund Future rückte um 0,39 Prozent auf 147,05 Punkte vor. Der Kurs des Euro fiel nach dem Zinsentscheid auf zuletzt 1,3066 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs auf 1,3191 (Dienstag: 1,3072) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7581 (0,7650) Euro.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit einer historischen Zinssenkung stemmen sich Europas Währungshüter gegen die Rezession im Euroraum. Die Europäische Zentralbank (EZB) nimmt den ohnehin schon extrem niedrigen Leitzins noch einmal von 0,75 Prozent auf 0,5 Prozent zurück - und das muss noch nicht der Tiefpunkt sein.

02.05.2013

Bei Opel schlägt der Umbau langsam an. Im ersten Quartal verlor der Mutterkonzern General Motors in Europa weniger Geld als noch vor einem Jahr. Besonders erfreulich: Das Kunststück gelang mitten in der Absatzkrise.

02.05.2013

Die gute Entwicklung der Dax-Konzerne hat die Bezüge ihrer Chefkontrolleure im vergangenen Jahr auf Rekordniveau getrieben. Im Gegensatz zu den Vorstandschefs, die etwas weniger verdienten, kassierten die Oberaufseher mit durchschnittlich 347 000 Euro rund 10 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse des Beratungsunternehmens Hostettler, Kramarsch & Partner (hkp) hervorgeht.

02.05.2013
Anzeige