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Sieht doch gut aus... Doch hinter der Fassade liegt einiges im Argen.

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© dpa

Hauptstadtflughafen

Das sind die zehn größten BER-Pannen

Jetzt soll der neue Hauptstadt-Flughafen aber wirklich öffnen – wenn nicht wieder etwas dazwischen kommt. Die Baugeschichte des BER ist erschreckend. Das beweisen die zehn größten Flughafenpannen.

Berlin. Wird der Berliner Hauptstadtflughafen BER jemals öffnen? Airportboss Engelbert Lütke Daldrup jedenfalls glaubt fest daran. Dabei heißt das BER-Motto: Erwarte das Unerwartete, wie unsere zehn dicksten Flughafenpannen zeigen.

1. Unterirdisch rollen Geisterzüge

Auf den unterirdischen Bahnhof sind die Flughafenleute besonders stolz. So etwas gebe es nirgends in Deutschland, heißt es. Damit sich aber kein Schimmel bildet, muss die Bahn täglich Geisterzüge durch den Tunnel schicken. Gibt es sonst nirgends in Deutschland.

2. Das Licht ist ständig eingeschaltet

Im Februar 2013 mokierte sich der damalige Flughafenchef Horst Amman vor Berliner Kaufleuten über die Fehlplanungen am BER. „Es brennt Tag und Nacht das Licht da draußen“, sagte er unter Gelächter. Aber die Sache war bitterernst. Die Leittechnik war so verkorkst, dass sich am Flughafen nicht mal das Licht regeln ließ.

3. Teurer Schallschutz

Der Flughafen wollte, trotz hoher Auflagen, die Anwohner mit Billigschallschutz abspeisen. Doch der Trick flog auf und die Schallschutzkosten schnellten von 140 Millionen auf 730 Millionen Euro.

4. Hilfskräfte statt Brandschutz

Weil die Brandschutztüren vor der angepeilten Eröffnung im Sommer 2012 immer noch nicht funktionierten, wollte Flughafenchef Rainer Schwarz 600 Hilfskräfte anheuern, die die Türen im Notfall per Hand bedienen sollten. Die sogenannte Mensch-Maschine-Lösung scheiterte nur, weil ein Architekt die Unterschrift verweigerte.

5. Unkontrollierbare Türen

Die Türen machen noch immer Ärger. Anfang des Jahres wurde bekannt, dass ihre Steuerung nicht funktioniert. Die Eröffnung Ende 2017 wurde abgesagt – und Flughafenchef Karsten Mühlenfeld vor die Tür gesetzt.

6. Rolltreppe ins Nichts

Der Klassiker unter den BER-Pannen. Beim Rolltreppenversand gaben die Flughafenexperten die falschen Maße an. Als die Treppen kamen, stellten sie fest, dass sie zu kurz waren. Also müssen nach der Rolltreppenfahrt vom Bahnhof jetzt noch drei Marmorstufen genommen werden.

7. Zahlensalat bei Raumnummern

Da der Bau ständig umgeplant wurde, geriet das Raumnummernsystem im Terminal durcheinander. Plötzlich gab es mehr Räume, als das Ziffernsystem erlaubte. Das hätte im Brandfall zur Katastrophe führen können. Alles auf Anfang, hieß die Devise.

8. Rauch durch den Keller

Aus ästhetischen Gründen (weniger Schornsteine) dachte man sich das weltweit komplizierteste Entrauchungssystem aus, bei dem der Qualm durch riesige Gänge im Keller gesaugt werden muss. Wegen der schieren Größe und ständiger Umplanungen stieß die Technik an ihre Grenzen – und den Umplanern rauchten die Köpfe.

9. Hochstapler am Werk

Das Personal bot immer wieder Stoff für Überraschungen. So etwa der Hochstapler, der an der Brandschutzanlage herumdokterte, aber gar kein Ingenieur war, der Cheftechniker, der korrupt wurde oder der Prokurist, der auf einer Autobahnraststädte Schmiergeld in Empfang nahm.

10. Am falschen Ort

Der Flughafen hätte nie in Schönefeld, dicht am Berliner Stadtrand gebaut werden dürfen. Das hatte ein Umweltminister namens Matthias Platzeck (SPD) 1994 in einer Untersuchung festgestellt. Doch Berlin und der Bund nicht in „märkisch Sibirien“ bauen und setzten Schönefeld durch. In Sibirien aber wäre der Airport längst am Netz.

Von Torsten Gellner/MAZ/RND


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