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18:28 03.01.2018
Mehr Geld gibt es zum Beispiel für Riester-Sparer. Quelle: Fotolia
Berlin

Das neue Jahr beginnt nicht nur mit einer Reihe guter Vorsätze. Mit dem Jahreswechsel treten auch viele gesetzliche Neuerungen in Kraft. Was sich 2018 für Anleger, Bankkunden und Sparer ändert:

Kreditkartenzahlungen

Bei Buchungen von Hotels oder Einkäufen im Internet dürfen Händler künftig keine Kreditkartengebühren mehr verlangen. Das wird durch die neue EU-Zahlungsdiensterichtlinie vorgegeben, die bis Mitte Januar in deutsches Recht umgesetzt sein muss. Untersagt sind auch Zusatzgebühren bei Überweisungen und Lastschriftverfahren im Euro-Zahlungsverkehrsraum SEPA. Bislang war nur vorgeschrieben, dass beim Onlineshopping mindestens ein gängiges und zumutbares Zahlungsmittel ohne Zusatzkosten angeboten werden muss. Außerdem ändern sich mit dem Jahreswechsel die Regeln für Autovermieter, die einen Betrag auf der Kreditkarte blockieren wollen, um für mögliche Schäden abgesichert zu sein. Künftig müssen sie den Kreditkartenbesitzer im Vorfeld schriftlich um seine Einwilligung für ein solches Vorgehen bitten.

Kartenmissbrauch

Ab diesem Monat haften Kunden bei einem Missbrauch der Bank- oder Kreditkarte nur noch mit einem Betrag von 50 Euro. Vorher lag die Haftungsgrenze für entstandene Schäden noch bei 150 Euro, erklärt der Bankenverband. Bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz müssen Kunden allerdings weiterhin unbeschränkt für Schäden aufkommen.

Riester-Sparer

Die Grundzulage steigt 2018 von 154 Euro auf 175 Euro pro Jahr, erklärt das Bundesfinanzministerium. Die Zulagen für Kinder bleiben gleich: Für jedes Kind, das nach dem 31. Dezember 2007 geboren wurde, erhalten Sparer 300 Euro pro Jahr, für davor geborene Kinder 185 Euro. Um die vollen Zulagen zu bekommen, müssen Sparer mindestens 4 Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens (maximal 2100 Euro) in ihren Riester-Vertrag einzahlen. Die Zulagen werden dabei eingerechnet. Außerdem werden ab diesem Jahr einmalige Jahresauszahlungen ermäßigt besteuert. Einmalauszahlungen sind grundsätzlich dann möglich, wenn der monatliche Riester-Rentenanspruch sonst nur sehr gering wäre.

Investmentfonds

Bisher mussten in Deutschland zugelassene Fonds auf Erträge wie Mieten, Dividenden sowie auf Gewinne aus dem Verkauf deutscher Immobilien keine Steuern zahlen. Das ändert sich jetzt. Künftig gilt für die Fonds ein Körperschaftssteuersatz von 15 Prozent, erklärt der Bundesverband deutscher Banken. Nur reine Rentenfonds sind von der neuen Regelung nicht betroffen. Um eine Doppelbelastung der Anleger zu vermeiden, sind Ausschüttungen und Gewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen beim Anleger künftig teilweise freigestellt. Je nach Fondstyp gelten unterschiedliche Sätze: 15 Prozent der Ausschüttungen sind bei Mischfonds steuerfrei, 30 Prozent bei Aktienfonds, 60 Prozent bei Immobilienfonds und 80 Prozent bei Immobilienfonds mit überwiegend ausländischen Immobilien.

Wertpapierhandel

Wertpapierkäufer haben künftig Anspruch auf genaue Angaben zu den Kosten eines Finanzprodukts. Zudem sind Bankberater zu einer umfassenderen Dokumentation verpflichtet. Dazu gehört auch, dass Gespräche zu Wertpapiergeschäften, die per Telefon geführt werden, aufgezeichnet werden müssen. Um ihre Kunden über alle anstehenden Änderungen zu informieren, versenden Banken zurzeit aktualisierte Kundeninformationen.

Restschuldversicherung

Kredite werden oft zusammen mit einer Restschuldversicherung verkauft. Die Kosten für die Versicherung machen den Kredit aber oft teuer. Häufig entsteht zudem der Eindruck, dass der Kredit ohne diesen Abschluss gar nicht zu bekommen ist, erklärt die Verbraucherzentrale. Seit Anfang des Jahres müssen Kunden deshalb darauf hingewiesen werden, dass der Abschluss der Versicherung auch separat möglich ist. Darüber hinaus wird das Widerrufsrecht ausgeweitet: Eine Woche nach seiner Vertragsunterschrift muss der Kunde vom Versicherer erneut in Textform über sein Widerrufsrecht belehrt werden.

Steuererklärung

Mit der Steuererklärung für das Jahr 2018 müssen keine Belege mehr eingereicht werden. Allerdings kann der Fiskus die Unterlagen im Nachhinein anfordern – zum Beispiel Spendenquittungen oder Nachweise über haushaltsnahe Dienstleistungen. Die Vorlage kann das Finanzamt bis zu einem Jahr nach Bekanntgabe des Steuerbescheids verlangen. So lange müssen sämtliche Belege sorgfältig aufbewahrt werden. Außerdem steigen die steuerlich absetzbaren Beträge für beruflich genutzte Gegenstände. Bisher galt hier eine Grenze von 410 Euro, erklärt der Bund der Steuerzahler. Teurere Arbeitsmittel mussten über mehrere Jahre abgeschrieben werden. Ab Januar 2018 können Gegenstände bis zu einem Nettobetrag von 800 Euro (952 Euro brutto) direkt im Jahr des Kaufs beziehungsweise der Herstellung in voller Höhe in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden.

Von dpa/RND

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